Patzwald und Yasaroglu drehen den Spieß um
Gruppenliga Frankfurt West: Nieder-Erlenbach gibt Sieg in Friedberg aus der Hand
VfB Friedberg - TSG Nieder-Erlenbach 3:2 (0:1)
VfB-Coach Andreas Pelka zog nach der dürftigen Begegnung ein realistisches Fazit: "Der Sieg war etwas glücklich, aber nicht unverdient. Wir haben zwei blöde Gegentore bekommen und gedacht, dass wir nur weil beim Gegner wichtige Leute gefehlt haben, automatisch weniger machen können. Ein Remis wäre schon gerechter gewesen". Bei den Gästen aus Nieder-Erlenbach fehlten in der Tat mit Spielertrainer Vito Raimondi, Stürmer Andreas Eifert und Ante Paradzik wichtige Akteure. Doch diese Ausfälle machte Nieder-Erlenbach durch eine engagierte und kämpferische Leistung wett. Betreut wurde das Team von Co-Trainer Sebastian Spisla, der auch auf dem Spielberichtsbogen aufgeführt war und mit Fußballschuhen ausgestattet von der Seitenlinie aus dirigierte.
Der Tabellenletzte ging nach 13 Minuten nach einer Linksflanke durch Adrian Suarez mit 1:0 in Führung. Aus 16 Metern versenkte er das Leder flach im rechten Eck. Von den gerade einmal fünf Punkte mehr aufweisenden Hausherren vermisste man danach die entsprechende Reaktion. Auf dem großen und breiten Rasenplatz hatten zahlreiche Akteure Probleme mit der Standfestigkeit und rutschten mit falschem Schuhwerk ausgestattet desöfteren aus. Die einzige nennenswerte Offensivaktion der Friedberger wurde nach 20 Minuten notiert, als ein Distanzschuss von David Clement von TSG-Torhüter Maximilian Strauss entschärft wurde. Nach der Halbzeit stieg die Zahl der Aufreger deutlich an. Mit dem Ausgleich durch Waldemar Patzwald, der im Strafraum völlig frei zum Abschluss kam, war die Partie wieder offen (52.).
Es folgte ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Nieder-Erlenbachs Suarez scheiterte an VfB-Torhüter Gökhan Cirak, auf der anderen Seite lief Salih Yasaroglu alleine auf Strauss zu, konnte den Keeper aber nicht überwinden. Die Gäste belohnten sich dann mit einem direkt verwandelten Freistoß durch Christian Männel aus 25 Metern (74.). Der sehenswerte Treffer gab dem Schlusslicht weiter Auftrieb, bei einem Sieg wäre Nieder-Erlenbach bis auf zwei Zähler an den VfB Friedberg herangekommen. Doch es kam am Ende ganz anders: Nach Flanke von Benjamin Haase versenkte Kapitän Patzwald einen Flugkopfball zum 2:2 (88.). Mit diesem Ergebnis hätte der VfB nach dem Spielverlauf auch gut leben können und die TSG hätte sich diesen Punkt auch redlich verdient gehabt.
Doch in der 90. Minute eroberte der eingewechselte Jasmin Emrovic im Mittelfeld den Ball, Clement bediente Goalgetter Salih Yasaroglu. Der vollendete mit einem Schuss aus elf Metern zum vielumjubelten 3:2-Siegtreffer. Ganz bitter für Nieder-Erlenbach, dessen Rückstand auf das rettende Ufer nun auf acht Punkte angewachsen ist. Der stellvertretende Abteilungsleiter Karl-Heinz Buhl zeigte sich trotz des Tiefschlages kämpferisch: "Wir nehmen das Positive mit. Kämpferisch sind wir auswärts exzellent aufgetreten. Wir waren dem Sieg ganz nahe und haben den Sieg auf ganz bittere Weise hergeschenkt. Wenn wir aber so weiter spielen, dann steigen wir ganz sicher nicht ab".
Die Statistik:
VfB Friedberg: Cirak - Strothmann, Krank (76. Ware), Retzloff (69. Emrovic), Haase, Yasaroglu, Schmidt (89. Memovic), Patzwald, Kögler, Fedler, Clement - Trainer: Andreas Pelka.
TSG Nieder-Erlenbach: Strauss - Döring, Seith, Hirsch (74. Kruse), Männel, Calla, Alempic, Suarez, Trulli, Gargalie, Kühn - Trainer: Sebastian Spisla.
Schiedsrichter: Leon Reuben (Kelsterbach).
Zuschauer: 83.
Tore: 0:1 Adrian Suarez (13.), 1:1 Waldemar Patzwald (52.), 1:2 Christian Männel (74.), 2:2 Waldemar Patzwald (88.), 3:2 Salih Yasaroglu (90.).


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