Personalsorgen vor Derby zu früher Stunde
Verbandsliga: Nuspahic auf Weg der Besserung
Hünfelds Lukas Budenz (links) und Petersbergs Patrick Wingenfeld werden sich heute im Herzstücks des Spiels garantiert erneut die Klingen kreuzen. Foto: Siggi Larbig
Hünfelder SV – RSV Petersberg (Freitag, 17.30 Uhr).
Die beiden Trainer, Dominik Weber und Rolf Gollin, sind in vielen Dingen unisono: in der hohen Wertschätzung des anderen, der bedächtig wie klugen Politik der beiden Vereine, der Tatsache, lieber in den sauren Apfel der frühen Anstoßzeit zu beißen, als auf den veralteten Kunstrasen zu müssen und, ja, auch in der Frage, wer heute Abend als Sieger den Platz verlassen müsste: der HSV. Eigentlich. RSV-Coach Rolf Gollin sieht sein Team allerdings jederzeit in der Lage, etwas mitzunehmen, sagt aber auch, "dass wir dafür eine disziplinierte, konzentrierte Leistung ohne gravierende Fehler brauchen".
Wichtig sei es, nicht zu früh in Rückstand zu geraten und wenn das Selbstvertrauen stimme, sollte auch Zählbares möglich sein. Katastrophal ist jedoch die Personallage: Zwar kehrt Rechtsverteidiger Alexander Kilian zurück, dafür fehlen sowohl Mittelstürmer Boris Aschenbrücker und Spielmacher Daniel Nüchter als auch die beiden gesperrten Julian Elm und Adrian Bleuel. "Wir müssen uns jetzt so ein wenig in das spielfreie Wochenende retten, vorher aber versuchen in Hünfeld und am Dienstag gegen CSC noch etwas Zählbares mitzunehmen", betont Gollin.
Doch auch der HSV hat nichts zu verschenken, muss in den Heimspielen heute und am Dienstag gegen Willingen Rückenwind für die Topspiele in Weidenhausen und gegen Sand aufnehmen: "Ich schaue aber nur auf Petersberg", sagt Weber, der weiß, "dass wir nach dem super Auswärtssieg in Rothwesten nachlegen wollen, dabei aber wieder mehr Ballbesitz brauchen, mehr, schneller und genauer Fußball spielen wollen, um unsere Offensiven leichter ins Spiel bringen zu können."
Wie bei Petersberg hakt es beim HSV in Sachen Personal – explizit in der Abwehr: Der als Rechtsverteidiger eigentlich unersetzliche Niklas Wahl hat genauso wenig auch nur eine Spielminute bestritten, wie Innenverteidiger Tarek Belaarbi. In Nils Wenzel und Sebastian Körner "buk" sich Weber notgedrungen zwei neue Außenverteidiger, die nun auszufallen drohen, auch die Innenverteidiger Steffen Witzel und Nicolas Häuser mussten zuletzt passen. "Viele habe ich nicht mehr", muss Weber gestehen. Einziger fitter wie gelernter Abwehrspieler ist Franz Faulsitch, der zuletzt mit dem gelernten Sechser Thorsten Trabert die Innenverteidigung bildete. Zeit zum Wundenlecken bleibt kaum, Hünfeld wird sich dieser Tage vor allem auf die variable Offensive verlassen müssen, da fällt jedoch der gesperrte Christoph Neidhardt weg.
SV 07 Eschwege – SG Johannesberg (Samstag, 17 Uhr).
Eschwege pfeift personell aus dem allerletzten Loch: Mit Alexander Bazzone und Simon Huhn fehlt das Herzstück des Teams verletzt, auch der erste Ersatzmann für das defensive Mittelfeld, Patryk Nouri, muss aufgrund einer Tätlichkeit sechs Spiele zuschauen. Keeper Danny Göhler und David Dreyer fehlen ohnehin seit Wochen. Doch SGJ-Trainer Jochen Maikranz hält es wie eh und je, sagt, "dass wir die Ausrichtung natürlich nicht naiv am Gegner vorbei richten werden, aber selbstredend erst einmal die eigenen Attribute auf den Platz bringen wollen". Dann könne Johannesberg auch in Eschwege bestehen, wo die Trauben diesmal vielleicht nicht ganz so hoch wie üblich hängen werden. Aber auch Johannesberg kämpft mit personellen Problemen, so fehlen gleich drei Innenverteidiger: Patrik Kaizar und Dennis Dechant befinden sich im Urlaub, Lukas Wagner weilt auf Klassenfahrt. In der Offensive könnte Onur Özger in den Kader zurückkehren, Benjamin Mwanza, Witali Bese und Anton Balz fehlen weiterhin. Aber viele Gründe das Team nach dem 4:0 gegen Hessen Kassel II zu verändern, gibt es ohnehin nicht.
SC Willingen – SV Neuhof (Samstag, 18.30 Uhr).
Die späte Anstoßzeit ist einfach begründet: "Wir haben einige Spieler, die aus der Frühschicht kommen und so können sie vor dem Spiel wenigstens noch ein bisschen schlafen", erklärt Neuhofs Co-Trainer Martin Döppenschmidt, der seine Mannschaft auf dem aufsteigenden Ast sieht: Nicht nur wegen der Ergebnisse, sondern auch wegen der Art und Weise. Nun steht jedoch eine schwere Aufgabe bevor, Willingen konnte unter der Woche Regionalliga-Absteiger Watzenborn-Steinberg aus dem Hessenpokal kegeln: "Das sagt schon eine Menge über den Gegner aus. Wenn wir was holen wollen, muss die Defensivleistung stimmen, in diesem Bereich wird die Partie entschieden werden." Weil auch Marko Curic seine Sperre abgesessen hat, kann Neuhof aus dem Vollen schöpfen.
TSV Lehnerz II – 1. FC Schwalmstadt (Sonntag, 15 Uhr).
Die wichtigste Nachricht: Dennis Nuspahic ist auf dem Weg der Besserung. Der Lehnerzer Spielmacher hatte in Neuhof vor Wochenfrist einen Haarriss im Felsenbein erlitten, laut Trainer Sedat Gören dürfe er bereits in drei Wochen wieder ins Geschehen eingreifen. Dennoch schmerzt sein Ausfall, Nuspahic ist der sechste potenzielle Stammspieler der verletzt fehlt, dazu muss am Sonntag der gesperrte Maximilian Balzer passen. "Es wird noch komplizierter, als es schon gegen Neuhof war", bedauert Gören, der aber nicht zu sehr lamentieren möchte: "Die Verbandsliga ist so ausgeglichen wie seit Jahren nicht mehr. Gewinnen wir zwei Spiele, können wir auch wieder atmen." Da Görens Team am Dienstag spielfrei ist, sei ein Erfolg gegen Schwalmstadt umso wichtiger. "Da dürfen wir aber auf keinen Fall ins offene Messer laufen. Schwalmstadt steht gut, kommt über kämpferische Attribut, hat mit Leon Lindenthal einen ganz schnellen Stürmer und mit Patrick Herpe den richtigen Abnehmer."
KSV Hessen Kassel II – SG Bad Soden (Sonntag, 15 Uhr).
"In allen Belangen besser", frohlockt Kelvin King und spielt auf den 2:1-Sieg gegen Willingen an, bei dem er nur die Chancenauswertung zu kritisieren wusste, weiß aber auch, "dass wir jetzt schon alle Hochs und Tiefs hinter uns haben und jetzt endlich einmal nachlegen müssen". Tritt Hessen Kassel II so an, wie in der Vorwoche in Johannesberg, sollte die Aufgabe auch mehr als machbar sein, da war aus dem Regionalliga-Kader so gut wie keine Unterstützung dabei, die Mannschaft hatte lediglich durchschnittliches Gruppenliga-Niveau. "Aber das ist und bleibt eine Wundertüte. Es gibt Spieltage, da macht es Spaß gegen den KSV zu spielen und es gibt Spieltage, da ist das nicht so", blickt King voraus und weiß, "dass da schon eine Menge individueller Klasse kommen könnte". Innenverteidiger Christoph Neiter kehrt zurück, Keeper Daniel Soldevilla könnte pünktlich fit werden, genau wie die Offensivwaffen Daniele Fiorentino (grippaler Infekt) und Marco di Maria (Blase am Fuß).


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