Pokalshirts über Umwege einsatzfähig

Buchonia erlebt rundes Wochenende / Soden und Manns treiben Bär um

23. Mai 2018, 08:00 Uhr

Das Meistershirt des SV Buchonia Flieden präsentiert hier stolz Christoph Bohl.

Der zwölfte Pokalsieg in der Historie des SV Flieden hat ein perfektes Wochenende für die Buchonia abgerundet, wobei das i-Tüpfelchen kommenden Samstag noch folgen soll. Ein, zwei Baustellen gibt es dagegen noch beim mit 1:4 unterlegenen Finalisten SV Neuhof.

Fliedens Coach Meik Voll jedenfalls atmete nach Abpfiff des Endspiels in Rothemann erst einmal durch, dass die Pokalsiegershirts aus der Kiste geholt werden konnten. Einerseits, weil seinen Mannen gegen einen zunächst spielstarken SVN rechtzeitig noch die Kurve nach zuletzt schwachen Ligaauftritten bekamen. Andererseits, weil der Aufdruck auf den Shirts, dass man die Saison 2017/18 zumindest in den direkten Duellen als bestes Team abgeschlossen habe, über Umwege doch noch richtig war: Durch den kuriosen Sieg der Fuldaer Borussen in Lehnerz hatte der SCB die Buchonia, was die Hessenligaduelle angeht, eigentlich noch am Samstag überholt und der im Hinterstübchen bereits gefertigte Aufdruck war eigentlich hinfällig. „Aber“, betonte Voll stolz, „es gab ja noch das 3:0 im Kreispokalhalbfinale gegen Lehnerz, was ja auch ein Pflichtspiel war. Dann stimmt die Tabelle wieder.“

Eine amüsante Randnotiz eines für Flieden hervorragenden Pfingstmontags, war die Bude am Weiher doch voll, obwohl die erste Mannschaft in Rothemann ihren Triumph eingefahren hatte. In Flieden hatte sich bekanntermaßen die Schalker Traditionself die Ehre gegeben. „Getränke- und essenstechnisch waren wir im Grunde ausverkauft, die Schalker haben sich – wie vorher angekündigt – sehr volksnah gegeben“, freut sich Vize-Vorstand Frank Happ, der in Sachen Hessenpokal, für den sich die Buchonia durch den Kreispokalsieg qualifizierte, kein Wunschlos hat: „Es wird ja in der ersten Runde ohnehin nach regionalen Gesichtspunkten gelost. Das erste Spiel soll natürlich an dem Wochenende sein, wo die Hessenliga wieder losgeht. Das ist ungünstig, aber das lassen wir alles auf uns zukommen.“

Happ ist entspannt, zumal nach dem geglückten Klassenerhalt der ersten Mannschaft („Der war mir noch wesentlich wichtiger als der Pokal“) am kommenden Samstag auch die Reserve ihre direkte Rückkehr in die Kreisoberliga perfekt machen kann. Ein Sieg gegen Oberzell/Züntersbach II, und der Titel ist perfekt. „Dann hätten wir wirklich alle Saisonziele erfüllt“, ist Happ stolz und hat das wenig erbauliche 0:4 im unbedeutenden Ligaspiel gegen Hadamar vom Samstag fast schon aus dem Gedächtnis gestrichen. Einzig die Rote Karte für Felix Hack, die der Hessische Fußball-Verband via Videoaufnahmen noch einmal gecheckt hat, ist ein nachhaltiges Relikt aus diesem Spiel. „Felix hat keine Tätlichkeit begangen, sondern seinen Gegenspieler auf harmloseste Weise verunglimpft“, rechnet Happ höchstens mit zwei Spielen Sperre.

Bär bekommt Whatsapp-Nachrichten aus der Kreisoberliga

Neuhofs Coach Alexander Bär indes hat die Cup-Pleite gegen Flieden schnell abgehakt, „obwohl es ärgerlich war, dass wir uns im Grunde selbst geschlagen haben.“ Die Freude über den Klassenerhalt in der Verbandsliga, den Neuhof sich als mittlerweile zweitbestes Rückrundenteam mehr als verdient hat, überwiege deutlich.

Trotzdem steht Neuhof am Samstag im Fokus, geht es doch für den Kontrahenten Bad Soden um alles im Abstiegskampf. „Ich hatte gehofft, dass es nicht zu dieser Konstellation kommt“, gesteht Bär, der nun im Zwiespalt steckt: Einerseits will der SV Neuhof am Samstag sein Gesicht wahren, „andererseits ist es natürlich kein Geheimnis, dass wir auch nächste Saison lieber nach Soden als nach Dörnberg fahren. Ein Sodener Abstieg zieht ja einen ganzen Rattenschwanz nach sich, ich habe schon WhatsApp-Nachrichten von Kreisoberligisten bekommen, dass wir uns zurückhalten sollen.“

Bär treibt überdies eine Personalie um: Kapitän Tobias Manns kehrt laut einer Meldung des Vereins zurück zu seinem Heimatverein SG Kressenbach/Ulmbach (Kreisoberliga Süd). Für Bär ist das letzte Wort allerdings noch nicht gespröchen: „Tobi hat bestimmt Verpflichtungen gegenüber seinem Heimatverein, er hat allerdings auch als Neuhofer Kapitän eine Verpflichtung gegenüber dem Verein.“ Heute wollen beide Parteien noch mal miteinander sprechen. / hall