Pomnitz-Ausfall zwingt Lesser zum Umbauen
Fragezeichen hinter Rummel, Bahssou, Velic und Gjocaj
„Gegen Griesheim muss ein Sieg her, da müssen wir gar nicht drumherum reden“, macht SCB-Coach Henry Lesser klar, der mit einem Dreier dafür sorgen möchte, dass der Blick der Borussia nicht mehr nach unten gehen muss. „Wir wollen schnellstmöglich die nötigen Punkte sammeln, damit Ruhe einkehrt“, fordert Lesser. Gerade im Bereich Zweikampfverhalten müsse seine Mannschaft gegen Griesheim zulegen, ließ sich die Truppe gegen Baunatal doch „den Schneid abkaufen“. Zuversichtlich ist der A-Lizenz-Inhaber dennoch, schließe kommen seine Mannschaften traditionell schlecht aus einer Vorbereitung heraus. „In den ersten Spielen fehlt uns erfahrungsgemäß einfach die Spritzigkeit, das ist aber völlig normal. Wichtig ist für mich, dass die Mannschaft gut trainiert und mitzieht. Ich bin davon überzeugt, dass es jetzt von Woche zu Woche eine Leistungssteigerung geben wird.“
Gerade das Offensivspiel hakte gegen die Nordhessen, zu wenige gefährliche Torszenen wurden kreiert. Nun fehlt am Samstag auch Zehner Leon Pomnitz, der studienbedingt nicht zur Verfügung steht. „Vielleicht ziehe ich Pierre Mistretta hinter die Spitzen, vielleicht agieren wir mit zwei Stürmern“, ist Lesser noch unschlüssig, wie die Lücke des Kreativspielers geschlossen werden soll.
Abhängig ist das davon, was dem Borussen-Coach überhaupt an Spielermaterial zur Verfügung steht. Dominik Rummel und Patris Gjocaj waren unter der Woche krank, Younes Bahssou hat muskuläre Probleme und Branimir Velic konnte nach seiner Zerrung nur dosiert trainieren. Es gibt also noch einige Fragezeichen.
Doch auch bei Gegner Viktoria Griesheim läuft es alles andere als rund. Fast schon zu erwarten waren die beiden Niederlagen zum Start in das neue Jahr (1:3 gegen Vellmar, 1:5 gegen Watzenborn-Steinberg), wenn man bedenkt, dass die beiden Toptorjäger Yves Böttler (nach Dreieich gewechselt) und Pascal Stork (Mittelfußbruch) genauso wenig zur Verfügung stehen wie Abwehrspieler Danilo Milosevic, den es zu Ligakonkurrent Bayern Alzenau gezogen hat. Zu allem Überfluss zog sich Abwehrspieler und Kapitän Fabian Walter nun auch noch einen Muskelfaserriss zu und wird aller Voraussicht nach noch zwei weitere Spiele fehlen.
"Auf dem Papier haben uns die meisten Mannschaften schon abgeschrieben. Aufgrund der Abgänge im Winter und dem Start in die Restrunde ist das aber auch keine ungewöhnliche Situation", sagt Griesheim-Trainer Peter Seitel, der zwar noch Hoffnung auf den Klassenerhalt hat, aber der Realität ins Auge blickt. Schließlich haben die Südhessen nun fünf Auswärtsspiele in Folge. "Dass wir gegen Borussia Fulda, aber auch die Woche darauf gegen Lehnerz der krasse Außenseiter sind, brauche ich niemandem zu sagen. Fußball ist aber keine Naturwissenschaft, daher sollte man uns noch nicht abschreiben", gibt sich Seitel fast schon philosophisch.


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