7:5 im Topspiel

Referee-Zettel hat nicht ausgereicht

28. September 2020, 21:00 Uhr

Der SG Stockhausen/Blankenau (links Tom Münker, gegen Nüsttals Lucas Breunig) reichten fünf Tore nicht zum Auswärtssieg. Foto: Kevin Kremer

Das Topspiel der A-Liga Lauterbach/Fulda hielt noch viel mehr, als es versprach: Beim 7:5 zwischen Grebenhain/Bermuthshain und Stockhausen/Blankenau bekamen die 200 Zuschauer einiges geboten.

„Das war schon alles sehr kurios. Wer nur etwas zu spät kam, hat gleich eine Menge verpasst“, fasst es Steffen Kreller-Beetz, dreifacher Torschütze der Hausherren, treffend zusammen. Schließlich stand es bereits nach einer Viertelstunde 3:3, zudem hatte Jonathan Ganz aufgrund einer Notbremse bereits die Rote Karte gesehen. „Der Schiedsrichter hat zu mir nach wenigen Minuten gesagt: Wenn das so weitergeht, reicht mir mein Zettel nicht aus“, erzählt Kreller-Beetz schmunzelnd. Da es am Ende sogar zwölf Tore gab, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Mittelkalbacher Referee Thomas Herzig in der Tat Improvisationstalent beweisen musste.

Dabei hätte die Statistik sogar erweitert werden können, wenn Gästekapitän Tobias Schrimpf einen Elfmeter kurz vor Schluss zum Anschlusstreffer verwandelt hätte. „Wenn der Strafstoß drin gewesen wäre, bin ich mir sicher, dass wir dann auch noch den Ausgleich gemacht hätten. Trotz der langen Unterzahl waren wir spielerisch besser und fitter“, sagt derweil Stockhausen/Blankenaus Spielertrainer Christopher Erb. „Aber selbst dann hätte ich mich wahrscheinlich nicht richtig freuen können. Das hatte insgesamt relativ wenig mit Fußball zu tun. Dieses Spiel müssen wir jetzt aufarbeiten, gerade die drei, vier Standardgegentore ärgern mich.“

Zufrieden sein konnte der 35-Jährige, der sich vor zwei Wochen im Spiel bei der SG Lautertal einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und somit lange pausieren muss, aber mit der Moral seiner Mannschaft. Schließlich egalisierten seine Spieler mit einem Mann weniger zwischenzeitlich ein 1:3, auch nach 3:6-Rückstand kamen die Gäste noch einmal zurück. „Die Mannschaft ist in Takt, das hat man gesehen. Trotzdem sollte es zu einem Sieg genügen, wenn man auswärts fünf Tore schießt und so lange in Unterzahl spielt. Aber so ein Spiel war eben einzigartig – und wird es hoffentlich auch bleiben“, so Erb.

Ähnliche Ziele bei beiden Clubs

Auch für Kreller-Beetz war die Partie die bislang kurioseste in der langjährigen Laufbahn, bei drei eigenen Treffern wird der 37-Jährige die Partie aber positiv in Erinnerung behalten. Die anderen vier Tore gingen übrigens allesamt auf das Konto von Jannik Braun, dem Toptorjäger der Liga. „Er ist unsere Lebensversicherung und mit seinem Tempo kaum zu halten“, so Kreller-Beetz über den spielenden Co-Trainer, der Patrick Scheibelhut – übrigens mit langjähriger Vergangenheit bei Stockhausen/Blankenau ausgestattet – unterstützt.

Nicht umsonst erhofft sich der Club nach langen Jahren im tristen Mittelfeld eine bessere Platzierung, zumal der Start mit vier Siegen aus vier Spielen glückte: „Diesen Auftakt haben wir uns nicht ausgemalt. Grundsätzlich wollen wir unter die ersten fünf“, so Kreller-Beetz, der sich besonders darüber freut, nach einem Jahr in Schlüchtern wieder zurück in der Lauterbach-Staffel zu sein. Ähnliche Ziele hat auch Stockhausen/Blankenau, Erb zeigt sich mit dem Saisonstart trotz der ersten Niederlage zufrieden: „Zu den besten vier Mannschaften wollen wir gehören. Den Abgang unseres Toptorjägers Timo Schäfer haben wir sehr gut kompensiert, wir schießen jetzt aus dem Mittelfeld viel mehr Tore.“