Rother: Würde gerne mal freimachen, aber der Trainer lässt mich nicht
Der drittälteste Spieler der Gruppenliga hat noch keine Spielminute verpasst
„Wenn die Frau wach wird, weil beim Aufstehen die Knochen knacken, dann macht man sich schon Gedanken“, sagt Daniel Rother lachend. Seit 32 Jahren spielt der Ex-Fliedener Fußball, wollte nach 15 Jahren im Königreich im Sommer eigentlich die Stollenschuhe an den Nagel hängen. Seinem Trainer Gerhard Wiegand zuliebe, dem er beim gemeinsamen Arbeitgeber Atzert & Weber auch häufig genug über den Weg läuft („Ich sehe den Trainer öfter als meine Frau“), entschied er sich für ein Engagement beim Gruppenligisten Thalau – und zeigt den Jungspunden der Liga noch immer, wie der Hase läuft.
Auf alle 1170 Minuten der bisherigen 13 Spiele kommen in der Gruppenliga neben Rother lediglich vier weitere Spieler. „Ich würde ja gerne mal ein Wochenende freimachen, aber der Trainer lässt mich irgendwie nicht“, so Rother, der den Sprung vom Hessenliga-Verein zum Aufsteiger aus der Kreisoberliga gemerkt hat: „Es ist schon anders, was aber auf keinen Fall negativ gemeint ist. Jetzt muss ich meine Sachen selber waschen, bin schon zum Spiel ohne Tasche gekommen, weil ich sie vergessen habe. In Flieden haben wir auf Kunstrasen unter optimalen Bedingungen trainiert. In 15 Jahren gewöhnt man sich an sowas.“ Auch sportlich werde in der Hessenliga natürlich schneller und körperlicher gespielt als nun in der Gruppenliga. „Aber das Niveau ist schon gut, da jede Mannschaft auch immer ein, zwei Spieler dabei hat, die mal höherklassig gespielt haben. Die Liga ist interessant, weil wir ein Derby nach dem anderen haben.“
Als Aufsteiger befinden sich die Thalauer derzeit auf dem dritten Tabellenrang. Doch das Team stoße noch nicht an die Grenzen: „Die Mannschaft hat Riesenpotenzial. Manche von den Jungs wissen gar nicht, wie gut sie sein könnten“, betont Rother, der über sich selbst sagt, dass er den Fußball nicht mehr so verbissen angeht wie früher. Seine Einstellung habe sich aber bis heute nicht geändert: „Wenn ich auf den Platz gehe, dann will ich auch jedes Spiel gewinnen.“
1710 Spielminuten kann Daniel Rother in dieser Saison noch beim FSV Thalau sammeln. Dann soll eigentlich das Karriereende folgen. Eigentlich, denn im Gespräch wird deutlich, dass sich der 37-Jährige noch nicht ganz mit dem Gedanken angefreundet hat. Auch wenn die Gründe nachvollziehbar sind: „Der Nachwuchs ist jetzt 14 Monate alt. Wir trainieren dreimal in der Woche, haben sonntags die Spiele und dann muss ich teilweise samstags arbeiten. Irgendwann sind eben auch mal andere Sachen wichtiger“, macht Rother deutlich. Und schließlich bliebe ihm ja später noch eine Karriere als Trainer: „Das ist natürlich noch zeitaufwändiger. Aber es wird schon irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem ich meine Erfahrung weitergeben kann.“


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