RSV erspielt sich Matchbälle
Gruppenliga: Beikirch fliegt, Brzoza nicht
Der Sieg war auch verdient, keine Frage, dennoch war es erneut verwunderlich, wie Petersberg die Sicherheit abging - zumal die Leistung am Freitag in Thalau richtig gut war und auf der imaginären Anzeigetafel schon nach zwölf Minuten ein 2:0 stand. RSV-Coach Goran Gajic konnte das auch nicht verstehen, gab aber zu Protokoll: "Man sieht, wie schwer es ist, Meister zu werden. Trotzdem kann ich das nur schwer verstehen."
Für die schnelle Zwei-Tore-Führung sorgte einzig und allein die "Doppelsechs" des RSV: Patrick Wingenfeld schlug jeweils aus dem rechten Halbfeld präzise Freistoßflanken auf seinen Kollegen Daniel Nüchter, der zweimal ins rechte Eck köpfte. "Keinen Vorwurf: Beide Standards waren super geschossen, beide Kopfbälle absolut stark", zollte Gästetrainer Thomas Reith Respekt, dem allerdings andere Sachen vor der Halbzeit missfielen: "Manche Spieler haben die Zweikämpfe verweigert, erst in der zweiten Halbzeit wurde das besser. Da haben wir dann auch ein gutes Spiel gezeigt."
Und auch Torchancen gehabt: Die besten vergaben Fabian Lehmann (70.) und Antonio Martinez (71.) jeweils frei vor Stefan Labendsch, der überragend den Anschlusstreffer verwehrte. Wer weiß, wie Petersberg auf ein 1:2 reagiert hätte. Labendsch musste ins Tor, weil Christian Beikirch nach einer knappen Stunde vollkommen unnötig und vollkommen zu Recht mit Gelb-Rot vom Platz flog. Schon verwarnt stürmte er aus seinem Kasten und schoss den Ball, der längst im Aus war, unmotiviert volley gegen die Barriere. Das hätte schon eine Gelbe Karte verdient gehabt, als er danach noch den Ball wieder aufnahm und fünf, sechs Meter Richtung des eigenen Tores schleppte, griff dann Schiedsrichter Felix Berger (Herleshausen) ein und schickte ihn vom Feld.
Brzoza hat Glück, dass er nicht fliegt
Berger stand auch schon einmal vor der Pause in der Diskussion: RSV-Kapitän Andreas Brzoza ging völlig übermotiviert mit beiden Beinen voraus in Fabian Lehmann rein, traf ihn dabei am Hals. Reith kommentierte es als "Scherenschlag", verkniff sich jedoch Kritik an Berger. Fest steht: Brzoza hätte sich nie und nimmer über glatt Rot beschweren dürfen, eine Verletzung hatte er billigend in Kauf genommen (41.). Lehmann konnte nach kurzer Behandlungspause glücklicherweise weiterspielen.
Stark bei Petersberg war Boris Aschenbrücker, der zuletzt so glücklose Stürmer rackerte für drei, hatte zunächst allerdings wieder Pech im Abschluss, als er zweimal das 3:0 vergab (56., 61.). Doch diesmal belohnte er sich für den Aufwand doch noch und machte nach starker Vorlage von Julian Wehner den Sack zu (81.). Das 4:0 durch den diesmal nur eingewechselten Kubilay Kücükler bereitete er zudem vor, weil er Großenlüders Abwehrchef Dominic Hohmann den Ball klasse abluchste (89.). "Mit zehn Mann waren stärker als mit elf", befand Gajic abschließend und sprach ein Sonderlob an Labendsch aus: "Das war zweimal sensationell."
Die Statistik:
Petersberg: Beikirch - Kilian, M. Aschenbrücker, Brzoza, Vogt - Wingenfeld (68. Vey), Nüchter - von Pazatka (60. Labendsch), Wehner, Stupp (55. Kücükler) - B. Aschenbrücker.
Großenlüder: Schäfer - Ripka, D. Hohmann, Breshner - Marx, Happel (46. M. Hasenauer), Martinez, J. Hohmann (58. Heil) - Bachmann - Lehmann, Michel (58. Merz).
Schiedsrichter: Felix Berger (Herleshausen).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0, 2:0 Daniel Nüchter (10., 12.), 3:0 Boris Aschenbrücker (81.), 4:0 Kubilay Kücükler (89.).
Gelb-Rote Karte: Christian Beikirch (59., Petersberg).


Bitte melde Dich an, oder registriere Dich, um Kommentare schreiben zu können