Salih Yasaroglu: "Der Verein hat mehr verdient"
Gruppenliga Frankfurt West: Friedbergs Top-Stürmer im Interview
Salih, wie ist Dein Kontakt zum VfB Friedberg im vorletzten Jahr entstanden?
Salih Yasaroglu: Der erste Kontakt entstand in der Sommervorbereitung zur Saison 2015/16. Ich war vereinslos und hielt mich auf dem Burgfeld in Friedberg fit. Jürgen Ohl, Friedbergs damaliger Trainer, hat mich angesprochen. Ich habe dann eine Woche mit der Mannschaft trainiert und schnell gemerkt, dass ich willkommen bin. Die Mannschaft hat mich sehr positiv aufgenommen, so dass ich anschließend unterschrieben habe.
Du hast bei sehr vielen Vereinen gespielt. Bei welchen Stationen hattest Du Deine schönsten Erinnerungen und wer war Dein bester Trainer?
Yasaroglu: Angefangen habe ich in der F-Jugend von Groß-Karben. Ich bin dann sehr früh zum KSV Klein-Karben gewechselt und habe es dort bis zur ersten Mannschaft in die Hessenliga geschafft. Anschließend habe ich kurz bei Rot-Weiss Frankfurt gekickt, beim VfB Unterliederbach in der Verbandsliga Mitte, Vatanspor Bad Homburg ( Gruppenliga Frankfurt West) und Türk Gücü Friedberg ( Kreisoberliga und Verbandsliga). Mit dem VfB Friedberg bin ich im ersten Jahr aufgestiegen von der Kreisoberliga in die Gruppenliga und mit 54 Treffern Torschützenkönig geworden. 2016/17 habe ich 14 Spiele nicht gespielt, weil ich beruflich verhindert und rot-gesperrt war. Da habe ich 23 Tore gemacht. Jetzt bin ich bei 15 Toren. Wir haben noch viele Spiele, mal schauen, was noch drin ist."
Ich habe viele Trainer gehabt, die sehr anstrengend waren. Nur ein Trainer hat mich verstanden und mir alle Freiheiten gegeben, die ein Spieler überhaupt bekommen kann. Er hat mich beruhigt und so motiviert, dass man in zwei Jahren 77 Tore macht. Das heißt sehr viel. Es ist Jürgen Ohl. Ihm verdanke ich sehr viel. Es ist nicht immer leicht zwischen Trainer und Spieler, aber zwischen uns beiden ist auch eine sehr starke Freundschaft entstanden. Das verbindet und gibt Vertrauen. Man spielt viel lockerer Fussball. Meine schönsten Erinnerungen hatte ich in Istanbul, denn da hatte ich auch mal gespielt. Ansonsten in Klein-Karben und beim VfB Friedberg.
Worauf führst Du Deinen Erfolg zurück?
Yasaroglu: Warum ich so erfolgreich war und bin zeigt, dass ich mich wohl fühle beim VfB Friedberg. Natürlich verdanke ich alles meiner Mannschaft, dem Trainer und dem Vorstand. Auch wenn wir nicht immer voll besetzt sind, kann ich aber sonntags auf meine Mannschaft zählen. Ich danke jedem einzelnen.
Wie gefällt Dir das Umfeld und das Klima im Verein und in der Mannschaft?
Yasaroglu: Klima und Umfeld im Verein sind super, sehr familiär. Man kann auf alle zählen. Ich wohne 300 Meter Luftlinie vom Burgfeld entfernt. Ich arbeite und lebe in Friedberg. Es macht mir alles leichter und gemütlicher. Die Mannschaft ist sehr klug, witzig, vertrauensvoll und respektvoll. Wir gehen oft zusammen weg und machen jeden Donnerstag Abend eine Sitzung mit Essen und Trinken, das verbindet.
Wie beschreibst Du die Trainingsmethoden von Andreas Pelka und seinen Umgang mit der Mannschaft?
Yasaroglu: Die Trainingsmethoden unseres neuen Trainers sind sehr vielfältig. Nur leider sind die meisten beruflich gebunden oder studieren, so dass es nicht möglich ist, dass 100 Prozent zusammen trainieren. Ich wünsche mir, dass sich viel mehr reinhängen, denn wir können noch mehr als bisher. Andreas Pelka ist ein sehr netter Mensch und ein guter Trainer. Man merkt, dass er Bock hat. Und er und wir wissen, dass wir noch viel lernen und viel trainieren müssen.
Welche Ziele hast Du noch mit dem VFB Friedberg?
Yasaroglu: Erst einmal den Verbleib in der Gruppenliga. Alles weitere wird sich zeigen. Es ist schade, dass der VfB Friedberg die beste Sportanlage im Wetteraukreis hat und nur in der Gruppenliga Frankfurt West Fußball spielt. Der Verein hat viel mehr verdient. Ich hoffe und wünsche mir, dass große Sponsoren in Friedberg vielleicht auch den VfB unterstützen.

