Sari: "Drei Punkte sind Pflicht"

Verbandsliga Süd: Fehlheim will den Spitzenreiter ärgern

26. April 2017, 16:01 Uhr

Während Peter Hoffmann mit Neu-Isenburg die Tabellenführung verteidigen will, wartet Sascha Huy mit Alsbach weiterhin auf den ersten Sieg des Jahres. Foto: Thomas Zöller

Am Donnerstag will der Tabellenführer aus Neu-Isenburg die Spitzenposition in der Verbandsliga Süd gegen den Abstiegskandidaten aus Fehlheim verteidigen und den Sieg einfahren. Richtig eng zu geht es im Kampf um den Klassenerhalt, in den fast die gesamte Liga verwickelt ist. So liegen die SG Bruchköbel und Vatanspor Bad Homburg mit 41 Punkten auf den Plätzen vier und fünf, haben aber nur fünf Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Germania Großkrotzenburg - SC 1960 Hanau (Donnerstag, 19 Uhr)

"Drei Punkte sind zwar Pflicht, aber es wird kein Selbstläufer", sagt Hanaus Pressesprecher Okan Sari vor der Partie beim Tabellenschlusslicht, die "Derby-Charakter" hat, weil beide Mannschaften "nur eine Luftlinie" voneinander entfernt sind. Dass es keine leichte Aufgabe wird, bewies bereits das Hinspiel. Hanau siegte knapp mit 2:0. "Wenn wir mit der gleichen Einstellung auftreten, wie gegen Vatanspor, bin ich mir sicher, dass wir den nächsten Schritt zu den 45 Punkten machen. Ein Anfang ist schon mal getan", blickt Sari, nach dem 3:0-Heimspielsieg am Sonntag, positiv nach vorne.

Während die Großkrotzenburger schon für die Gruppenliga planen und befreit aufspielen können, benötigen die Hanauer noch jeden Punkt, um nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun zu bekommen. Aktuell sind es nämlich nur zwei Zähler Vorsprung auf den Abstiegsplatz. Trotzdem ist Hanaus Pressesprecher zuversichtlich, auch weil die zuletzt rotgesperrten Kaan Köksal und Max Grammel in den Kader zurückkehren und das Trainerteam aus den Vollen schöpfen kann.

FC Alsbach - FV Bad Vilbel (Donnerstag, 19 Uhr)

Der FC Alsbach muss weiterhin auf den ersten Sieg im Jahr 2017 warten und nun kommt mit dem FV Bad Vilbel auch noch eine Mannschaft, die für Alsbachs Trainer Sascha Huy "eine der besten Mannschaften der Liga" ist. "Wir haben ein schweres Heimspiel vor uns und es wird ein hartes Stück Arbeit, aber es ist in sofern leichter als gegen Geinsheim, weil Bad Vilbel auch angreifen wird", fügt Sascha Huy hinzu. Während seine Mannschaft beim 1:1-Unentschieden gegen Geinsheim noch Ideen finden musste, um vor das gegnerische Tor zu kommen, könnte sich das nun im Heimspiel ändern. Personell können die Alsbacher fast aus den Vollen schöpfen. Lediglich Torwart Malte Naujoks ist derzeit noch fraglich. "Bei Malte bestand schon in der letzten Trainingswoche Verdacht auf Gehirnerschütterung. Nach dem Spiel am Sonntag meinte er, er kann sich an die letzten zehn Minuten nicht erinnern."

Mit einem Sieg könnte Bad Vilbel weiterhin in Reichweite der Aufstiegsränge bleiben. Dessen ist sich auch der FV bewusst und möchte seine Chance nutzen, sollten die Konkurrenten patzen. "Wir wollen zunächst unsere Aufgabe erfüllen und gewinnen, dann sehen wir, ob es reicht oder nicht", sagt Trainer Amir Mustafic zu den Aufstiegschancen. Seine Mannschaft will deshalb offensiv auftreten, weil Mustafic ahnt, dass die Alsbacher auf Konterchancen warten werden. "Doch auch dafür werden wir Lösungen finden", ist sich der Gäste-Trainer sicher, der personell nur auf die gesperrten Ajdin Maksumic und Maximilian Bauscher verzichten muss.

Türk Gücü Friedberg - SG Bruchköbel (Donnerstag, 19.30 Uhr)

Bereits nach dem 6:2-Erfolg gegen Germania Großkrotzenburg sprach Bruchköbels Pressesprecher Martin Kwasniok von einem "wichtigen Sieg, weil jetzt mit Friedberg, Hanau und Bad Vilbel drei starke Gegner warten." Wie eng es in der Liga zugeht, macht macht das Beispiel Bruchköbel deutlich. Derzeit belegt die Mannschaft von Trainer Andreas Arr-You den vierten Platz, der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt aber nur fünf Punkte.

Das Hinspiel ging mit 4:1 deutlich an Türk Gücü Friedberg. Zur Winterpause lag das Team von Mustafa Fil noch auf einem Abstiegsrang, durch acht Punkte aus den letzen vier Spielen ohne Niederlage sind die Friedberger aber mittlerweile auf den neunten Rang geklettert. In der letzten Partie gegen Bad Vilbel lag Türk Gücü bereits mit 0:2 hinten, ehe Masse Bell Bell mit einem Doppelpack und Masih Saighani die Partie drehten. Am Ende stand beim 3:3 ein Punkt, mit dem Fil zufrieden war. Gegen Bruchköbel soll der nächste Schritt Richtung Klassenerhalt folgen.

Spvgg. Neu-Isenburg - VfR Fehlheim (Donnerstag, 19.30 Uhr)

Im Hinspiel ging der Tabellenführer Neu-Isenburg mit 3:1 als Sieger vom Platz. Das soll sich auch wiederholen, wenn die Weinbach-Elf am Donnerstag Abend empfangen wird: "Natürlich werden wir auch nach dem 8:2-Sieg in Kalbach wieder versuchen zu gewinnen. Fehlheim benötigt jeden Punkt gegen den Abstieg, das wissen wir. Aber gerade zu Hause haben wir die Qualität und Stärke, um den ersten Tabellenplatz verteidigen zu können", gibt sich Neu-Isenburgs Coach Peter Hoffmann zurecht optimistisch.

Für die Fehlheimer wird es mittlerweile eng: Mit der knappen 0:1-Niederlage gegen die Spvgg. 05 Oberrad hat der Aufsteiger das vierte Punktspiel in Folge verloren und findet sich damit mitten im Abstiegskampf wieder: "Verloren haben wir das Spiel schon für die meisten, so können wir nur gewinnen. Es wird schwer, aber weil wir punkten müssen, werden wir unser Bestes dafür geben", sagt Fehlheims sportlicher Leiter Björn Babutzka. Selbst wenn dem VFR das Kunststück gelingen würde, drei Punkte bei den Hugenottenstädtern mitzunehmen, blieben die Gäste auf einem Abstiegsplatz: "Mal schauen, wie ernst sie uns nehmen. Ein Punkt wäre gut - drei wären besser", so Babutzka.

Spvgg. 05 Oberrad - FC Kalbach (Donnerstag, 19.30 Uhr)

Durch den 1:0-Auswärtssieg in Fehlheim kann Oberrads Spielertrainer Baldo di Gregorio an seiner Prognose weiterhin nicht nur theoretisch festhalten, dass jedes Spiel bis zum Saisonende für den Klassenerhalt gewonnen werden muss: "Natürlich wäre es unser Traum, die Liga zu halten. Aber dass die in der Winterpause dazugekommene Neuverpflichtungen zwischenzeitlich auch mal in ein Loch fallen, war auch klar", stellt di Gregorio fest. Die Spielvereinigung, die mit elf Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz im neuen Kalenderjahr gestartet ist und den Abstand aktuell bis auf sechs Zähler reduziert hat, schätzt die Stärken der Nordfrankfurter: "Kalbach ist für mich der Favorit. Die sind auf jeder Position gut aufgestellt, und deswegen wird das ganz schwer für uns", äußert sich der Spielertrainer respektvoll.

Die Gäste aus Kalbach erzielten zuletzt gegen Wald-Michelbach zumindest ein 2:2-Teilerfolg. Nach zuvor zwei verlorenen Begegnungen bei 2:11 Toren schöpft die Cirrincione-Elf daraus Hoffnung: "Der Druck liegt bei Oberrad. Nach der 2:8- Niederlage gegen Neu-Isenburg haben wir letzten Sonntag gegen Wald-Michelbach zumindest einen Punkt geholt, und darauf bauen wir auf", sagt Kalbachs Spielausschussvorsitzender Thiemo Ruthenberg. Auf jeden Fall steht dem FC wieder das etatmäßige Stürmerduo Florian KIster (Rote Karte ausgesessen) und Christopher Stein zur Verfügung, die wieder gemeinsam auf Schlagzahl gehen wollen. Dagegen ist Stjepan Jurisic aufgrund der Gelb-Roten Karte aus dem Wald-Michelbach-Spiel gesperrt: "Unterm Strich müssen wir nicht unbedingt gewinnen, den Abstand zu Oberrad wollen wir aber schon wahren", wünscht sich Ruthenberg im Hinblick auf das Derby auf dem kleinen Kunstrasen.

Usinger TSG - FC Bensheim (Donnerstag, 19.45 Uhr)

Nach der 1:5-Niederlage gegen den VfB Ginsheim möchten es die Usinger in ihrem Heimspiel gegen Bensheim wiedergutmachen und weniger Gegentore kassieren als zuletzt. "Wir haben in den letzten beiden Auswärtsspielen zehn Gegentore kassiert, deswegen müssen wir versuchen in der Defensive wieder kompakter zu stehen", sagt Usingens Spieler Adrian Bitiq, der im Hinspiel zwei Treffer beim 4:3-Erfolg seiner Mannschaft erzielte. Der FC hat deshalb noch eine Rechnung mit der TSG offen und will mit einem Sieg in der Tabelle an der Mannschaft von Trainer Marcel Kopp vorbeiziehen, denn aktuell trennt beide Mannschaften nur ein Punkt.

Nach den Niederlagen in Kalbach und Ginsheim hat Usingens Trainer seiner Mannschaft Selbstbewusstsein zu gesprochen. "Wir haben nach dem Ausgleich von Ginsheim die Köpfe hängen gelassen, obwohl noch nichts entschieden war. Deshalb müssen wir nun anders auftreten, um die drei Punkte bei uns zu behalten", so Bitiq, der eine umkämpfte Partie und "Abstiegskampf pur" erwartet. Die Gäste reisen mit Rückenwind nach Usingen. Nach ihrem 3:0-Sieg am Sonntag gegen Ober-Roden will die Mannschaft von Spielertrainer Elton da Costa die Siegesserie weiter ausbauen. "Viel Luft nach unten ist nicht mehr, deswegen werden sie genauso auf die drei Punkte drängen wie wir, auch um sich für die Niederlage zu revanchieren", glaubt Bitiq.

Autoren: cw, db, se