SGF und SGS im Derby
Schwache Nullnummer
Das Derby wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht. Kein Sieger, keine Tore zwischen Schlüchtern (blau) und Freiensteinau (weiß). Foto: Ottmar Schleich
„Unterm Strich war es ein Unentschiedenspiel. Die hatten zwei Riesendinger, wir hatten zwei Riesendinger. Wenn eins davon reingeht, geht das Spiel anders aus, aber so war das schon gerechtfertigt“, musste Schlüchterns Trainer Mike Gaul zugeben. Immerhin: Die Schlüchterner sind damit jetzt schon im achten Spiel in Folge ungeschlagen, Freiensteinau immerhin bereits seit sechs Partien. „Wichtig war, dass die Moral da ist und wir weiterhin ungeschlagen sind. Da kann man auch mit einem Punkt gegen Schlüchtern zufrieden sein“, befand daher auch Aushilfstorwart Sebastian Sill, der seinen Cousin Julian (Fingerbruch) und Ersatzkeeper Thomas Wirsing (Sperre) glänzend vertrat.
Allerdings: Wirklich geprüft wurde der etatmäßige Innenverteidiger auch nur kurz vor der Pause: Gegen einen Distanzschuss von Florian Reichler (39.), aber vor allem bei der Doppelchance von Leon Busch und Noah Berkel (42.) machte Sill seine Sache richtig gut, dazu hielt er einen harmlosen Kopfball von Michael Drews, der freistehend mehr daraus hätte machen müssen (45.). Ohne Lars Jordan (nur Kurzeinsatz nach Krankheit) und mit dem ebenfalls nach Krankheit sichtlich geschwächten Reichler, blieb die Gaul-Elf nach vorne ansonsten harmlos. „Das war zu fehlerbehaftet, zu krampfhaft“, haderte Gaul. Allerdings: Auch die Gastgeber glänzten spielerisch nicht. Nicht nur Trainer Reinhold Jessl waren die Fehlpässe und Fehler bei der Ballannahme auf tiefem Geläuf zu viel. So wirklich auf ihre Kosten kamen die rund 400 Zuschauer, die wegen des Einweihungswochenendes des neuen Kunstrasens mit dabei waren und eine tolle Kulisse bildeten, jedenfalls nicht. Vielmehr gab es in Durchgang zwei keine einzige brenzlige Torraumszene, eher lebte das Spiel von Spannung denn von Klasse.
„Schade, dass es kein Torfestival geworden ist, aber die Kulisse war überragend“, meinte Sill. Wirklich viel zu tun hatte aber auch sein Gegenüber Fabian Zarnack nicht, der SG-Kapitän hätte jedoch beinahe das 1:0 für Freiensteinau mit einem Fehlpass direkt in die Füße von Stefan Stramm eingeleitet – der zögerte jedoch zu lange und wollte dann querlegen anstatt selbst das kurze Eck anzuvisieren (24.). Dazu kratzten die Schlüchterner mit vereinten Kräften einen Schuss des starken Niklas Müller von der Linie (14.), ansonsten musste Zarnack nur noch bei einem Freistoß von Kevin Stribrny eingreifen (50.) – mehr war nicht, aber aber auch nicht auf der Gegenseite Sill blieb in Hälfte zwei komplett beschäftigungslos. „Meine Vorderleute haben das richtig gut gemacht, ich muss der gesamten Mannschaft ein Riesenkompliment machen“, sagte Sill, während Kapitän Sebastian Krieg analysierte: „Wir hatten zwar mehr Körner, aber uns hat einfach der tödliche Pass in die Tiefe gefehlt. Das Unentschieden ist gerecht.“
Die Statistik:
SG Freiensteinau: S. Sill – Papsch, Krieg, Muth, Schenk – R. Lotz (N. Beikirch), Müller – Stramm, Stribrny, Dietz (83. Hausmann) – J. Beikirch.
SG Schlüchtern: Zarnack – Gärtner, Mitrev, Vasilev, Höbeler – Gaye, Trautwein – Busch, Berkel (61. Deuker), Reichler (Yildiz) – Drews (86. Jordan).
Schiedsrichter: Pascal Borck (Stockheim).
Zuschauer: 400.


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