Spieler im Blickpunkt

Schwarzenborn, Thalau, Stockhausen/Blankenau

16. Dezember 2020, 08:16 Uhr

Christian Schäfer (rechts, gegen Steinbachs Fabian Wiegand) spielt seit Anfang 2015 für Stockhausen/Blankenau. Foto: Kevin Kremer

Oft werden die Leistungsträger einer Mannschaft auf die Topscorer im Team beschränkt. Was aber ist mit den Spielern, die keinen auffälligen Spielstil haben, einen hohen Stellenwert besitzen oder in der Kabine immens wichtig sind? Wir schauen auf die oft vergessenen Helden in der Mannschaft. Heute im Fokus: Christian Schäfer vom A-Ligisten SG Stockhausen/Blankenau.

Viele Kilometer schrubbt Christian Schäfer nicht nur auf dem Spielfeld. Der gebürtige Schlitzer wohnt seit Februar des vergangenen Jahres mit seiner Freundin in Thalau, ist in Schwarzenborn bei der Bundeswehr stationiert und nimmt so 160 Kilometer Strecke berufsbedingt auf sich. Gut 60 Kilometer hin und zurück sind es dann noch bis zum Training in Stockhausen respektive Blankenau. "Es ist oft ziemlich stressig. Meistens bin ich um 17.30 Uhr zu Hause, packe meine Tasche, ziehe mich um, esse kurz was und fahre schon wieder los", erklärt der 30-Jährige, der ab Fulda immerhin eine Fahrgemeinschaft mit Teamkollege Tom Münker bildet.

Einen solchen Aufwand nimmt trotzdem nicht jeder A-Liga-Kicker auf sich - Schäfer aber gerne. "Weil mir der Verein und die Jungs ans Herz gewachsen sind. Das familiäre Klima ist mir wichtig", betont der defensive Mittelfeldspieler, der trotz des vollen Terminplans kaum ein Training verpasst. "Ich spiele Fußball, seit ich drei oder vier Jahre alt bin. Es macht mir einfach Spaß zu trainieren. Deshalb muss es mir schon wirklich schlecht gehen, um ein Training ausfallen zu lassen." Umso schwerer fällt die momentane Fußballpause, auch aufgrund des fehlenden sozialen Kontakts, wenngleich sich die Spieler zweimal wöchentlich über Zoom-Meetings virtuell zu Kräftigungsübungen treffen - das Bierchen danach gibt es selbstverständlich auch.

Zur Spielgemeinschaft kam der Soldat übrigens über den ehemaligen Spielertrainer Denis Masic im Jahr 2013. In der darauffolgenden Saison wechselte Schäfer, der in der Jugend in Schlitz und anschließend drei Jahre in Asbach spielte, für ein halbes Jahr nach Haimbach, kehrte aber bereits im Januar 2015 zurück. Unter Spielertrainer Christopher Erb, der seinen Schützling als "total ehrgeizig und absolutes Vorbild" bezeichnet, arbeitete sich der Mittelfeldspieler zum Vizekapitän hoch. "Ich kann einfach überhaupt nicht verlieren. Egal ob es ein Trainingsspiel, ein Spiel mit der Freundin oder eine FIFA-Partie ist", erzählt Schäfer über sich.

Kein Wunder also, dass die bisherige Saison nicht nach dem Geschmack des 30-Jährigen verlief. Mit zehn Punkten aus acht Spielen steht Stockhausen/Blankenau nur im Mittelfeld der A-Liga Fulda/Lauterbach. "Die letzten Spiele sind bescheiden gelaufen. Mein Bruder Timo ist nach Haunetal gewechselt, mit Chrisso Erb und Jakob Christen haben sich wichtige Spieler schwer verletzt. Aber wenn es weitergeht, wollen wir auf jeden Fall nochmal oben angreifen." Denn eine Liga höher würde Schäfer schon noch einmal gerne mit seinem Verein spielen, ein paar Angebote lehnte er zuletzt dafür ab. Solange es die Knochen mitmachen, möchte "Chris" noch gegen den Ball treten - und wenn nicht mehr für die SG Stockhausen/Blankenau, dann nur für den FSV Thalau. Schließlich wohnt er gerade einmal 500 Meter entfernt vom Sportplatz.

Steckbrief

Name: Christian Schäfer
Spitzname im Verein: Chris
Geburtsdatum: 28. Mai 1990
Vereinsmitglied seit: Januar 2015
Position: Defensives Mittelfeld
Rückennummer: 7

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