Seligenstadt zieht zurück, Steinbach wohl gerettet

Hessenliga: Für den SVS sieht's sehr gut aus

14. Mai 2017, 22:57 Uhr

Jetzt darf der SV Steinbach wohl jubeln, der Klassenerhalt scheint schon vor dem letzten Spieltag in trockenen Tüchern. Foto: Charlie Rolff

Glück ist ein komisches Wort; im Deutschen hat es gleich zwei Bedeutungen: für den seelischen Zustand, und für den günstigen Zufall. Und auf den SV Steinbach trifft heute beides zu, denn die Sportfreunde Seligenstadt haben überraschenderweise doch noch den "freiwilligen Abstieg“ aus der Hessenliga erklärt und somit ist dem SVS der Ligaerhalt nicht mehr zu nehmen - vorausgesetzt der Hessische Fußball-Verband bestätigt Seligenstadts Entscheid morgen offiziell, denn die Zeit drängt.

Was war das nur für eine Hängepartie: Am Samstag noch glaubte man im Umfeld, dass die Seligenstädter eher die zweite Mannschaft aus der Gruppen- in die A-Liga zurückziehen würden, aber die erste in der Hessenliga bei deutlich geringerem Etat halten. Am Sonntagmittag machte dann die Nachricht die Runde, dass doch die erste Mannschaft dran glauben müsse und in die Gruppenliga geht, offizielles ließ der Verein aber nicht verlauten, vielmehr waren die entscheidenden Leute um Sven Kittler zunächst nicht erreichbar.

Erst am späten Abend wurden erste Fakten geschaffen, Kittler bestätigte exklusiv gegenüber Torgranate-Rhein-Main: "Es ist ein ganz, ganz schwerer Schritt, den wir gehen, aber wir mussten eine vernünftige Lösung für den Verein finden", gab Kittler an und fügte hinzu: "Unsere Fans sind zwiegespalten." Mit dem Rückzug der Seligenstädter in die Gruppenliga wird die Reserve wieder in der Kreisliga A im Kreis Offenbach starten. Die dritte Mannschaft Seligenstadts wird aufgelöst.

Letztlich ist es aber noch immer ein Rennen gegen die Zeit für Steinbach, denn morgen ist der im HFV schon sagenumwobene 15. Mai, der wie ein Damoklesschwert über Auf- und Abstiegsfragen hängt: Denn wird der "freiwillige Abstieg" nach Paragraf 44 der Spielordnung bis zum 15. Mai offiziell eingereicht, wird das Team - in diesem Falle Seligenstadt - ans Tabellenende gesetzt und steht als erster Absteiger fest. Erfolgt die Entscheidung erst danach, profitiert ein weiteres Team in der Aufstiegsrunde zur Hessenliga. Was nun wohl gut für Steinbach sein wird, könnte im schlechtesten Falle bitter für Buchonia Flieden enden.

Der SV Steinbach kann sein Glück noch gar nicht richtig fassen und will logischerweise abwarten, bis der HFV diese Entscheidung offiziell bestätigt: "Das wäre für uns aber natürlich wie ein Sechser im Lotto, der absolute Hammer und der i-Punkt auf unsere tolle Saison", sagt Hugo Kochanski aus dem Führungsteam und fügt an: "Natürlich ist die Situation für Seligenstadt schade, aber letztlich nur sportlich fair, wenn sie die Frist einhalten."

Autor: Johannes Götze