SG macht es der Helvetia leicht
Gruppenliga: Kerzell kontert bei 3:0-Sieg stark
Schlüchtern/Elms Torjäger Florian Reichler (am Ball) verschoss gegen Helvetia Kerzell (rechts Raphael Witzel, 14) einen Foulelfmeter. Foto: Ralf Hofacker
Während die SG Schlüchtern/Elm nach dem 1:1 gegen FT Fulda auch im zweiten von drei Heimspielen in Folge enttäuschte und damit eine gute Ausgangsposition für das Derby gegen Tabellenführer SG Bad Soden verpasste, drehen die Kerzeller zum Ende des Fußballjahres richtig auf. Im dritten von vier Auswärtsspielen nacheinander gab es nach den Erfolgen in Rothemann und Bronnzell den dritten Sieg, und sollte zum Kehraus auch das vierte Spiel auf Gegners Platz in Petersberg gewonnen werden, dann hat sich die Mannschaft die von Trainer Michael Jäger ausgelobte Getränkeprämie redlich verdient.
Kerzell trat 90 Minuten lang entschlossener, einsatzfreudiger und flinker auf, konterte vortrefflich – und profitierte von groben Schnitzern einer Schlüchterner Elf, der es zum Jahresabschluss einer bislang so hervorragend verlaufenen Runde an Saft, Kraft und Konzentration, vielleicht aber auch an Wille und rechter Einstellung mangelt.
Das 0:1 legte Mladen Puric mit einem Fehlpass in die Füße des starken Mikael Avanesian auf. Der Ex-Fliedener hatte freie Bahn, spielte quer auf den Wallrother Nico Bensing, der keine Mühe hatte, seinen ersten Saisontreffer zu markieren (21.). War das erste Gegentor noch einer individuellen Fehlleistung zuzuschreiben, so pennte beim 0:2 die gesamte Schlüchterner Hintermannschaft, als Avanesian im linken Halbfeld einen Freistoß blitzschnell auf den rechten Flügel zu Aron Loui Jahn ausführte, der nach kraftvollem Antritt gegen die überrumpelte SG-Defensive als Linksfuß mit rechts ins lange Eck traf (39.).
Die dicksten Möglichkeiten, dem Spiel eine Wende zu verleihen, besaß Schlüchtern/Elms in dieser Saison bester Torschütze, Florian Reichler. Symptomatisch für den andauernden Mangel an Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen war die Art und Weise, wie Reichler scheiterte: Erst trat er einen von Raphael Witzel an Puric verursachten Strafstoß an den Pfosten (32.), dann brachte er nach Arapi-Freistoß und Lenz-Kopfball einen von Kerzells Keeper notdürftig abgewehrten Ball aus vier Metern Torentfernung nicht im Kasten unter (45.), ehe er nach gut einer Stunde am langen Pfosten eine Hereingabe verpasste und sich dabei auch noch verletzte.
Kerzell blieb auch in der zweiten Halbzeit seiner Linie treu, wartete auf Ballverluste, die es nicht einmal erzwingen musste, konterte rasend schnell und zielsicher. Ohne nennenswerte Gegenwehr fiel schließlich das 0:3, als Benedikt Bleuel auf dem linken Flügel Mikael Avanesian schickte, der mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck seine starke Vorstellung krönte (78.).
„Schade. Wir haben es heute verpasst, mit einem Sieg für ein echtes Spitzenspiel gegen Bad Soden zu sorgen. Aber Kerzell war heute einfach besser“, urteilte Schlüchterns Abteilungsleiter Michael Hohmann.
Die Statistik
SG Schlüchtern/Elm: Zarnach; Qmr, Hrkic, Schulz – Slowinski (59. Gayé) – Arapi, Puric, Scholz, Lenz – Reichler, Konstadinov.
SG Helvetia Kerzell: Hohmann; Reith, Depta, Hilfenhaus, Witzel – Jahn, Bensing, Günther, Bleuel – Avanesian, Corumlu (76. Haxhiu).
Schiedsrichter: Oleg Karaliov (Altenstadt).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Nico Bensing (21.), 0:2 Aron Loui Jahn (39.), 0:3 Mikael Avanesian (78.).
Besonderes Vorkommnis: Florian Reichler (Schlüchtern/Elm) schießt Foulelfmeter an den Pfosten (32.). / oi

