Sieglos-Serie von Borussia Fulda hält an
Hessenliga: Trägler-Treffer reicht gegen Vellmar nicht
In der Anfangsphase machten die Borussen noch einen guten Eindruck: Sasa Dimitrijevic kurbelte über die rechte Seite viel an, auch Ingmar Merle trat formverbessert auf. Für das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0 zeichnete sich dann Marcel Trägler verantwortlich, der nach einer Flanke, die von Mark Jaksch hereingegeben und von einem Nordhessen unfreiwillig verlängert worden war, am langen Pfosten einköpfte (18.). Vor allem Jaksch tat der Assist gut, saß der Kapitän zuletzt doch zweimal 90 Minuten auf der Bank.
Die so ersehnte Sicherheit brachte die frühe Führung dem SCB aber keineswegs: Wenn der OSC schnell nach vorne kombinierte, fehlte den Borussen hinten ein Stabilisator, einer, der das Zepter in die Hand nahm. Vor allem bei den Standards war Vellmar wesentlich gefährlicher, sodass der Lattenknaller von Christian Brinkmann nach einer Zukorlic-Ecke (40.) nicht von ungefähr kam. Pech für die Borussen, dass Sebastian Ruhl wegen einer Platzwunde am Kopf kurz vor der Pause runtermusste und Matija Poredskis Schuss unmittelbar vor der Halbzeit am rechten Pfosten vorbeistrich.
Verlief die erste Hälfte noch sehr durchwachsen, begann die zweite Halbzeit mit vielen Offensivaktionen auf beiden Seiten. Vellmar verbarrikadierte sich nicht in der Defensive, sondern agierte nun noch mutiger nach vorne, zumal die Borussen im ersten Durchgang zwar mehr vom Spiel hatten, es allerdings beileibe nicht kontrollierten. Nachdem Zukorlic (49., Außennetz) und Meuser, der Tobi Wolf im SCB-Kasten zu einer Glanzparade zwang (50.) gute Einschussgelegenheiten für die Gäste besaßen, hatten die rund 500 Zuschauer in der Johannisau in Minute 52 den Heimtorschrei auf den Lippen: Nach einem langen Abschlag Wolfs leitete Poredski den Ball in den Lauf von Ingmar Merle weiter, der frei vor dem Tor gegen Tobias Orth aber nicht die Nerven für das 2:0 behielt.
"Wie schon gegen Hadamar: Wir brauchen einfach dieses zweite Tor, um mehr Sicherheit, mehr Stabilität in unsere Aktionen zu bekommen. Dazu fehlt einfach ein Ruhepol in unseren Reihen", haderte SCB-Coach Oliver Bunzenthal, der dann mit ansehen musste, wie Vellmar durch ein "Eiertor" (Bunzenthal) das 1:1 gelang. Zukorlic durfte dabei zu leicht flanken, der Ball huschte dazu an Freund und Feind vorbei, ehe SCB-Angreifer Matija Poredski den Ball unglücklich ins eigene Tor lenkte (58.).
In der Folge konnten die Borussen nicht mehr den nötigen Druck entfachen, der für einen Sieg vonnöten gewesen wäre. Dazu gerieten Ecken und Freistöße des SCB stets zu ungenau, sodass das oft erfolgsversprechende Mittel, durch Standards zum Tor zu kommen, völlig verpuffte. Die Vellmarer wurden ihrerseits nur noch gefährlich, wenn die Borussen sie durch Fehlpässe oder schlechte Ballverarbeitung zum Offensivspiel einluden. So stand am Ende ein letztlich leistungsgerechtes 1:1.
Die Durststrecke der Borussen geht also weiter. Bunzenthal merkte an, "dass viele Spieler einfach lange nicht mehr in der Hessenliga gespielt haben beziehungsweise nicht frisch sind. Ein Leon Pomnitz ist noch nicht bei 100 Prozent. Felix Beck hat knapp ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss heute endlich wieder von Beginn an spielen können, aber er kann als anschiebender Außenverteidiger natürlich auch noch nicht so viele Impulse setzen." Immerhin haben die Borussen nun ein spielfreies Wochenende vor der Brust. "Da können wir den Kopf mal frei bekommen", findet Bunzenthal. Dazu dürften auch Ruhl und Jonathan Müller, der mit Knöchelproblemen ausgewechselt werden musste, bis zum Spiel am 2. Oktober gegen Lohfelden wieder fit sein.
Borussia Fulda: Wolf; Dimitrijevic, Milankovic, Ruhl (43. Schad), Beck - Jaksch (77. Schirmer), Pomnitz - Trägler, Merle, J. Müller (63. Jerkovic) - Poredski.
Vellmar: Orth; Siebert, Brinkmann, Matzenmiller, Meuser - Schanze, Ehlert - Zukorlic, Springer (87. Wagener), Wollenhaupt - Salkovic (83. Garcia Hortigosa).
Schiedsrichter. Boris Reisert (Rödermark). Zuschauer: 500. Tore: 1:0 Marcel Trägler (16.), 1:1 Matija Poredski (58., Eigentor).

