"So wären wir nie Meister geworden"

Goran Gajic hadert

31. August 2016, 06:45 Uhr

Hinein ins Glück! Die Szene des Hinspiels: Joker Robert Simon erzielt mit seinem ersten Ballkontakt den Siegtreffer. Foto: Siggi Larbig

Gleich zwei Verbandsliga-Derbys stehen heute Abend (18.15 Uhr) auf dem Programm. Die Hinspiele vor wenigen Wochen gewannen der Hünfelder SV (1:0) gegen Petersberg und die SG Bad Soden (2:0) in Flieden.

RSV Petersberg – Hünfelder SV (heute, 18.15 Uhr).

Weiterhin mit null Punkten am Tabellenende taumelt Aufsteiger Petersberg, der Woche für Woche mit neuen Personalproblemen zu kämpfen hat, weswegen die Tabellensituation fürTrainer Goran Gajic hausgemacht ist: „Die ganze Situation ist doppelt bitter. Einersetits das extrem schwere Auftaktprogramm, andererseits die Verletzten und dann sind wir natrürlich auch selbst dran schuld, wenn die halbe Mannschaft im August in den Urlaub fährt“, erklärt der Trainer, der klar sagt: „Uns war vorher klar, dass wir Ende August mit null Punkten dastehen könnten, schade, dass es auch so gekommen ist. Für uns geht die Saison erst am 1. September los, wenn die Mannschaft einigermaßen vollzählig ist.“ Vor dem Derby hofft er nun, dass seine Mannen einen überragenden Tag und der Gegner einen schwachen Tag erwischt. Dennoch stellt er klar: „So wie die Situation aktuell ist, wären wir niemals Greuppenliga-Meister geworden.“ Heute fehlt unter anderem Julian Wehner, der sich in Flitterwochen befindet.

Beim HSV fehlt derweil Lukas Budenz, dafür ist Ferhat Yildiz wieder dabei, zudem haben Niclas Rehm sowie Johannes Helmke beim jüngsten Erfolg bei Hessen Kassel II (3:2) unter Beweis gestellt, wie wertvoll sie sind: „Genauso wie in Kassel müssen wir das Spiel angehen. Größte Aufgabe für mich ist, dass die Mannschaft Petersberg nicht unterschätzt“, sagt HSV-Coach Dominik Weber, der nachschiebt: „Deswegen wäre mir auch wohler, wenn Petersberg schon ein paar Punkte hätte.“

Interessant: Auf die Vorverlegung drängte Petersberg, wollte dann, nachdem klar war, dass Wehner fehlen würde, wieder einen Rückzieher machen. Da spielte der HSV allerdings nicht mit.

SG Bad Soden – SV Buchonia Flieden (heute, 18.15 Uhr).

Just gegen Bad Soden begann für die Buchonen die Saison, die in den ersten drei Wochen wenig Positives auf Lager hatte. Mittlerweile konnte die Voll-Elf den Bock umstoßen, sieben Punkte aus drei Spielen holen und hat nun die Möglichkeit bis auf einen Punkt an die „Sprudelkicker“ ranzurücken: „Auf die Tabelle schaue ich noch gar nicht, das mache ich immer erst nach acht, neun Spielen“, will Buchonen-Trainer Meik Voll davon allerdings wenig wissen, vielmehr freut er sich, dass sein Team die Kurve bekommen hat: „Und wenn wir das, was wir die vergangenen drei Spiele auf den Platz bekommen haben, auch in Bad Soden hinbekommen, dann könnte das Spiel durchaus positiv für uns ausgehen.“ Personell stehen hinter Imal Schersadeh (Zerrung) und Marc Götze (Sommergrippe) Fragezeichen, dafür kehrt Sebastian Dinov nach Urlaub zurück in den Kader. Sicher fehlen wird neben den drei Langzeitverletzten Dennis Fischer.

Die SG Bad Soden will natürlich noch mehr Punkte zwischen sich und Flieden bringen, den Derbycharakter allerdings nicht zu hoch hängen: "In dem Spiel geht es auch nur um drei Punkte. Nicht mehr und nicht weniger. Aber natürlich wollen wir die haben", sagt der Sportliche Leiter Wladimir Römmich, der mit dem Saisonstart äußerst zufrieden ist: "Vor allem damit, wie schnell sich die Mannschaft gefunden hat. Aber wir wussten bei der Kaderzusammenstellung schon, dass es charakterlich passt, der Rest war fast nur Formsache."

Autor: Johannes Götze