Speuzer trotzen Rot-Weiss ein Remis ab
Testspiel: Viele Erkenntnisse beim 2:2 - Fotos
SG Rot-Weiss Frankfurt - FFV Sportfreunde 04 2:2 (2:0)
Rot-Weiss-Trainer Daniyel Cimen stellte neben fünf gebliebenen Spielern (nur Jeremy Lundy fehlte), noch vier Neuzugänge, einen A-Jugendspieler und einen Gastspieler auf. Insgesamt standen nur 15 Akteure zur Verfügung, von denen mit Josef Sultani und Murat Akcay zwei sogenannte Spieler auf Probe waren. Sportfreundes Coach Mehmet Tunay Somun wartete mit fünf Neuzugängen auf und in seinem Team standen mit Emre Kadimli, Janis Lerch und Ömer Dursun drei Fußballer mit Hessenliga oder Regionalliga-Erfahrung. Im Winter hatten die "Roten" in Testspielen einige Gruppenligisten zweistellig vom Platz gefegt. Das konnte man jetzt nach dem personellen Aderlass natürlich nicht mehr erwarten. Zumal sich mit den Sportfreunden ein ganz starker Gruppenliga-Aufsteiger auf dem Kunstrasenplatz am Brentanobad vorstellte, der die Gastgeber zwischen den Strafräumen beackerte. Bei den "Roten" versuchten die beiden arrivierten Neuzugänge Jan Fiesser und Fulbert Amouzouvi das Spiel zu ordnen, über die linke Seite machte der junge Henok Teklab mächtig Betrieb und im Sturm wirbelte der in Ermangelung anderer Offensivkräfte aus der A-Jugend hochgezogene Justin Matthews. Amouzouvi und Teklab brachten die ersten Abschlüsse auf das Tor der Gäste von der Mainzer Landstraße, die mit einem überraschenden Neuzugang aufwarteten. Der 30-jährige Kofi Deda stand zwischen den Pfosten. Der von Türk Hattersheim gekommene Afrikaner bestach durch seine Reflexe, legte aber zuweilen eine sehr riskante Spielweise an den Tag.
Chancen hüben wie drüben mit leichten Vorteilen für Rot-Weiss, aber ein Tor sollte bis zum Ende der ersten Halbzeit zunächst nicht fallen. Speuzer-Kapitän Francesco Puglisi mit einem Kopfball, Robert Kohns und Zafer Sancak nach Kontern hätten den ambitionierten Gruppenligisten in Führung bringen können, scheiterten aber entweder am neuen Rot-Weiss-Torhüter Marco Kapias oder setzten den Ball neben das Tor. In der Schlussphase der ersten Hälfte war wieder Rot-Weiss im Aufwind und ging nach einem Steilpass von Jan Fiesser durch A-Jugend-Stürmer Justin Matthews mit 1:0 in Führung (37.). Zwar stabilisierten sich die Sportfreunde nach dem Rückstand, vergaben aber die Riesenchance zum Ausgleich. Der emsige Emre Kadimli hatte Aleksandar Matovic in Szene gesetzt und Kapias konnte sich mit einer Glanzparade auszeichnen. Im Gegenzug belohnte sich Teklab mit einer schönen Einzelleistung mit dem Halbzeitpfiff mit dem 2:0 für den Favoriten (45.). "Wir haben viele gute Erkenntnisse sammeln können. Die erste Halbzeit war sehr ordentlich und wir haben uns gut bewegt. Einige Torchancen haben wir uns herausgespielt. Das war eine bunt zusammengewürfelte Mannschaft und es ist klar, dass da vieles noch nicht so passt. Wir haben es da verpasst, das eine oder andere Tor mehr zu machen", resümierte Cimen nach der Partie.
Vielumjubelter Ausgleich durch Emre Kadimli
Nach dem Seitenwechsel rissen die Sportfreunde immer mehr das Spiel an sich und drückten auf das 2:1. Zuvor hätte aber Christian Pospischil das dritte Tor machen können, konnte aber den vorzüglichen Kofi Deda nicht überwinden. Stattdessen waren es die Speuzer, die tatsächlich verkürzten. Ricardo Vallejo de Unas Distanzschuss wurde von Rot-Weiss-Kapitän Anil Mus unglücklich abgefälscht und es stand 2:1 (56.). Die nur auf dem Papier zwei Klassen tiefer spielenden Gäste dominierten den zweiten Abschnitt und kamen folgerichtig durch ein Traumtor von Emre Kadimli aus 18 Metern in den Winkel zum 2:2-Ausgleich (72.). Der vielumjubelte Ausgleich durch die zahlreichen Gästeanhänger beflügelte den vermeintlichen Außenseiter, der durch den eingewechselten Imad Charkaoui fast noch zum Siegtreffer gekommen wäre. Zwar drängte auch Rot-Weiss mit einigen Eckbällen auf den Siegtreffer, der jedoch nicht fiel. "In der zweiten Hälfte haben wir uns nicht mehr so gut bewegt und hatten im Spiel nach vorne viele einfache Ballverluste. So haben wir die Speuzer dadurch stärker gemacht und haben durch den abgefälschten Schuss den Anschlusstreffer bekommen. So kam neuer Mut bei den Speuzern auf und so war es ein relativ offenes Spiel. Wir haben eine unglaublich junge Mannschaft. Am Ende haben drei A-Jugendspieler gespielt plus zwei, die aus der A-Jugend raus sind. Solchen Spielern muss man gewisse Fehler eingestehen. Wir müssen uns aber an der ersten Halbzeit orientieren. Diese Mannschaft von heute wird in Hadamar nicht von Beginn an spielen, deswegen bin ich froh, dass die Spieler da sind. Wir sind auf einem guten Weg nach der ersten intensiven Woche. Die Jugendspieler müssen lernen, wie man der aggressiven Spielweise des Gegners beikommt und sich im Seniorenbereich wehren. Das ist die wichtigste Erkenntnis für die ganz jungen Spieler. Es war ein guter Test, wir hätten natürlich gerne gewonnen, aber der Gegner hat auch eine gehobene Qualität auf den Platz gebracht", analysierte Cimen den ersten Test.
FFV-Trainer Mehmet Tunay Somun gab zu Protokoll: "Für uns war das ein guter Test gegen einen höherklassigen Gegner. Die Mannschaft hat das nach vier Einheiten sehr gut gemacht. Wir haben uns in einer guten Verfassung präsentiert. Wir haben uns hier sehr gut aus der Affäre gezogen. So haben wir eine engagierte Leistung gebracht und es war Feuer drin. Darauf lässt sich in den nächsten Wochen aufbauen. Wir wollen unsere Leistungsstärke und unsere körperliche Verfassung erhöhen".
Die Statistik:
SG Rot-Weiss Frankfurt: Kapias - Topcagic, Mus, Amouzouvi, Pospischil, Teklab (80. Raczek), Matthews, Fiesser, Ouattara, Scholten (64. Özyürek), Sultani (46. Akcay) - Trainer: Daniyel Cimen.
FFV Sportfreunde 04: Deda - Dursun, Osmani (46. El Abbassi), Lerch, Puglisi (46. Kendigül), Sancak, Kadimli, Matovic (46. Onar), Tekin (46. Vallejo de Una), Kohns, Tas (46. Charkaoui) - Trainer: Mehmet Tunay Somun.
Schiedsrichter: Marc Jutzy (Frankfurt).
Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 Justin Matthews (37.), 2:0 Henok Teklab (45.), 2:1 Ricardo Vallejo de Una (56.), 2:2 Emre Kadimli (72.).


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