Spitzenspiel im Rhönderby

Gruppenliga: Erstes Bergwinkelduell seit 1973/74

03. August 2018, 06:59 Uhr

Zum Spitzenspiel empfangen die Ehrenberger um Spielertrainer Robert Schorstein (rechts) die SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach. Foto: Charlie Rolff

Die Gruppenliga geht in ihre zweite Runde: Das Topspiel steigt am Sonntag in Wüstensachsen. Aber auch die Derbys in Großenlüder, Bronnzell und Bad Soden haben es gewaltig in sich.

SG Festspielstadt – TSV Künzell (Samstag, 17.30 Uhr):

Das erste Spiel der neuen Hersfelder Spielgemeinschaft wird wie alle anderen Spiele der ersten Saison der SG auch in Asbach ausgetragen. Für Künzell geht es nach dem 3:3 in Oberzell erneut zu einem euphorisierten Aufsteiger.

SG Bad Soden – SG Schlüchtern/Elm (Samstag, 18 Uhr):

44 Jahre musste man warten, ehe sich beide Teams an der Bornwiese erstmals wieder bei einem Punktspiel gegenüberstehen. In der Saison 1973/1974 kreuzten sich die Wege beider Clubs letztmals in der damaligen Bezirksklasse, die der heutigen Gruppenliga gleichzustellen ist. Bad Soden, damals mit dem legendären Hugo Noll im Sturm, wurde in dieser Spielzeit Dritter, die SG Schlüchtern (damals noch ohne den ESV Elm) stieg ab. Trainer der Sodener war damals übrigens Utz Dippel.

SG Ehrenberg – SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach (Sonntag, 15 Uhr):

Schon am zweiten Spieltag wird das Rhönderby zum Spitzenspiel: Ehrenberg überzeugte beim 2:0 gegen Rothemann, Elters setzte beim 6:0 in Kerzell eine Duftmarke. „Ich habe mich riesig für Daniel Schirmer gefreut. Unsere Frauen und wir sind sehr gut befreundet und hatten uns am Samstag nach dem Kerzell-Spiel zum Essen verabredet. Beim 4:0-Zwischenstand habe ich ihm geschrieben, dass er schon mal losfahren soll, weil wir Hunger haben“, flachst Ehrenbergs Spielertrainer Robert Schorstein, dessen gute Laune nicht von ungefähr kommt.

„Besonders die erste Halbzeit gegen Rothemann war gut. Leider haben wir aus den vielen Hochkarätern kein Tor gemacht. Warum wir dann nach der Pause, nach unserem 1:0, plötzlich für eine gewisse Zeit den Faden verloren haben, kann ich selbst nicht verstehen“, ergänzt der Coach, der auf Julius Brehl und vielleicht auf Sebastian Bartl zurückgreifen kann, die beide gegen Rothemann gefehlt hatten.

SG Schlitzerland – TSV Rothemann (Sonntag, 15 Uhr):

„Wir haben immer an uns geglaubt, eine ganze Reihe an Rückschlägen weggesteckt. Das war ein Spiel, auf das man während der Saison immer mal wieder zurückblicken kann in Phasen, in denen es vielleicht mal nicht so gut läuft“, beschreibt Schlitzerlands Trainer Simon Grosch den 3:2-Startsieg seiner Elf gegen den RSV Petersberg. Doch Grosch weiß auch, dass es keine Zeit zum Ausruhen gibt.

„Rothemann wird jetzt ein ganz anderes Spiel. Für uns bietet sich die Möglichkeit, den Auftaktsieg zu vergolden. Und das muss auch unser Anspruch sein“, sagt der Schlitzerländer Trainer, dessen Team anschließend gegen Hosenfeld und Thalau eher die Außenseiterrolle innehaben wird. Falk Wahl steht Schlitzerland zur Verfügung. Er hatte wegen des Studiums in der Vorbereitung kaum trainiert, ist aber wieder eine Option. Aljoscha Kurz fehlt gesperrt.

SV Großenlüder – Spvgg. Hosenfeld (Sonntag, 15 Uhr):

„Natürlich gehört Hosenfeld zu den Topfavoriten, aber gerade zu Hause wollen wir auf keinen Fall verlieren“, kündigt Teutonen-Trainer Frank Atzler dem Favoriten schon mal einen ordentlich Fight an. „Wir werden völlig unbefangen an die Aufgabe herangehen und von Anfang an versuchen, Hosenfeld unser Spiel aufzudrücken.“ Verzichten muss Großenlüder dabei auf Antonio Martinez (Hochzeit). Ansonsten sind alle Mann mit dabei.

„Gegen Bronnzell haben wir nach der Umstellung auf zwei Spitzen Zugriff auf das Spiel bekommen. Gut gefallen hat mit die Mentalität, weil wir nie zurückgesteckt haben und sowohl läuferisch als auch spielerisch nach dem Wechsel zugelgt haben. Was aber nicht wieder passieren darf, ist eine Leistung wie in der ersten halben Stunde. Das ging überhaupt nicht“, sagt Atzler.

SG Bronnzell – FT Fulda (Sonntag, 15 Uhr):

Viktoria-Trainer Stefan Dresel hat durchaus Respekt vor dem Neuling: „Ich habe FT gegen Bad Soden beobachtet und muss sagen, dass die Mannschaft super verteidigt hat. Deshalb sind zwei Punkte besonders wichtig: Einerseits müssen wir auf das sehr gute Umschaltspiel mit den beiden Spitzen bei FT aufpassen, damit wir uns nicht auskontern lassen. Andererseits müssen wir gegen den vermutlich wieder tief stehenden Gegner die passenden Lösungen im Spiel nach vorne finden.“

Was die 1:2-Auftaktniederlage in Großenlüder angeht, ist Dresel bis auf das Ergebnis nicht allzu arg enttäuscht: „Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet, hätten das zweite Tor machen können. Hinten müssen wir – auch wenn das Fabian Lehmann bei beiden Toren klasse gemacht hat – einfach besser aufpassen. Er darf niemals so zum Abschluss kommen.“ Personell werden die Sorgen rund um die Heppeau derweil immer größer: Nachdem bereits Moritz Caspar und Patrick Wingenfeld langfristig ausfallen, gab es gestern die nächste Hiobsbotschaft: Kilian Sandners Verletzung in der Schlussphase des Spiels gegen Großenlüder hat sich als Riss des vorderen Kreuzbandes entpuppt. Ein MRT brachte gestern die traurige Gewissheit. „Er ist ein wichtiger Spieler, und wir müssen schauen, wie wir ihn kompensieren können“, sagt Dresel. Angeschlagen sind zudem Jens Keim (Knieprobleme) und Roman Weber (dicker Knöchel).

SG Oberzell/Züntersbach – FSV Thalau (Sonntag, 17 Uhr):

Nach dem 3:3 gegen Künzell zum Auftakt weiß Oberzells Trainer Frank Kühlthau nicht so recht, wie er das Resultat einordnen soll. „Eigentlich bin ich sehr zufrieden, aber wenn du zur Pause 2:0 führst, dann hast du fast zwei Punkte verschenkt“, sagt Kühlthau, der sich freut, „dass die Grundordnung gestimmt hat. Dafür dürfen wir nicht wieder solche Fehler machen, denn auch gegen Thalau wird sich das sofort rächen.“

Personell geht es bei der SGOZ nicht gut los: Patrick Föller hat sich im Training verletzt, dazu plagen Tobias Manz Achillessehnenprobleme, Nico Lingelbach hat Schmerzen im Knie und Nicolai Dorn hat Rückenprobleme. „Dafür haben das die jungen Kerle wie René Eichholz super gemacht. Gruppenliga ist für unsere jungen Kerle gleich eine riesige Herausforderung“, weiß Kühlthau. /kr

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