Steinbach klopfte mal bei Schaaf an
Hessenliga: Rassiges Derby erwartet
Darf Patrick Schaaf am Samstag auch im Mühlengrund jubeln? Aktuell hat kein Lehnerzer mehr Torbeteiligungen vorzuweisen. Foto: Charlie Rolff
Jedoch ist der Respekt beim Gast durchaus groß: „Ich habe zu Verbandsliga-Zeiten ein Spiel in Steinbach erlebt, da haben wir unentschieden gespielt. Das ist die Wundertüte der Hessenliga, die gegen Mannschaften gewinnt, gegen die man denkt, da verlieren sie und andersherum genauso. Woran das liegt, kann ich nicht sagen, ich bin mir aber sicher, dass sie alles in die Waagschale werfen werden, um uns zu schlagen“, sagt Patrick Schaaf, der sich auf ein echtes Kumpelduell freuen darf, denn mit Steinbachs Spielmacher Julian Rohde pflegt der Lehnerzer Kapitän mittlerweile ein prächtiges freundschaftliches Verhältnis. Und zwangsläufig werden sich auch beide am Platz öfters über den Weg laufen.
Schaaf ist sich ebenfalls sicher, dass das Spiel auf dem tiefen Naturgeläuf ein Vorteil für den Gastgeber ist und fordert deswegen von sich und seinen Mannen, „dass wir über den Kampf ins Spiel finden, dann können wir vielleicht auch unsere leichten fußballerischen Vorteile ausnutzen“. Interessant: Als Schaaf in der Saison 10/11 bei Buchonia Flieden spielte, lebte er in Steinbach und saß mit Hugo Kochanski und Berthold Helmke auch am Verhandlungstisch: „Das ist ja fast zwangsläufig, dass sich der Verein da um dich bemüht. Ich bin dann aber von Flieden zur Eintracht gewechselt, die Entscheidung gegen Steinbach hatte rein sportliche Gründe“, erklärt Schaaf, der sich an offene, ehrliche Gespräche erinnert und sich auf das Wiedersehen mit dem einen oder anderen Steinbacher Zuschauer freut.
"Über die Qualität müssen wir uns nicht unterhalten"
Ein paar Mal gemeinsam spielte Schaaf in Lehnerz in der Zentrale gemeinsam mit Michael Wiegand, der sich beim SVS längst zum Führungsspieler mausern konnte - und mit der Entwicklung des Teams zufrieden ist: "Wir werden einigermaßen selbstbewusst ins Derby gehen können, weil man bei uns im gesamten Defensivbereich einen Prozess sieht und die Siege gegen Griesheim und Darmstadt gutgetan haben." Und auch von der jüngsten Niederlage in Lohfelden habe man sich keineswegs umwerfen lassen, weil auch beim FSC viel gepasst habe.
Um Lehnerz am Samstag wirklich gefährlich zu werden, müsse allerdings einiges passen: "Über die Qualität brauchen wir uns gar nicht unterhalten. Wir müssen einen guten Tag erwischen und Schlüsselspieler wie Schaaf oder Reith stoppen, das können wir allerdings nur als Team schaffen." Darüber hinaus müsse sein Team die Chancen, die sich das Team Woche für Woche herausspielt, diesmal auch konsequent nutzen.
Fragezeichen hinter Mistretta, Reith wohl im Kader
Die Personalsituation in Steinbach entspannt sich wieder ein kleinwenig: Cino Schwab kehrt nach auskurierter Grippe zurück und bekommt gegen seinen Ex-Verein von Müller eine Einsatzgarantie auf der „Doppelsechs“ ausgestellt. Tom Wiegand konnte zumindest wieder ins Lauftraining einsteigen und auch Mittelstürmer Florian Münkel ist wieder ein paar Einheiten weiter, allerdings noch keine Alternative für die erste Elf. Gar nicht zur Verfügung stehen Petr Kvaca, Alex Terentew und Fabian Wiegand.
Und auch beim Gast lichtet sich das Verletztenlager: Kemal Sarvan ist wieder fit und spielte bereits 90 Minuten im Verbandsliga-Team, Alexander Reith sollte zumindest in den Kader zurückkehren, offen ist noch der Einsatz vom grippegeschwächten Pierre Mistretta. Nur Niklas Breunung und Jan-Niklas Jordan fehlen Trainer Marco Lohsse somit sicher.

