Steinbach zahlt viel Lehrgeld
Hessenliga: Deutliche Pleite in Hadamar
Zu wenige Ideen, zu viele Fehlpässe, kein gewohnt starkes Kombinationsspiel: Hatte der SVS im Hinspiel noch einen 0:2-Rückstand egalisiert, konnten die Rot-Weißen die Partie diesmal locker zu Ende spielen. Nichts lief gerade im zweiten Abschnitt beim SVS zusammen. Schmerzlich vermisst wurde Mittelfeldspieler Michael Wiegand (gesperrt), dessen Fehlen auf der "Sechs" deutlich spürbar war. Offensiv fehlten über weite Strecken der Partie die Impulse. Keiner der Steinbacher konnte an die gute Leistung aus der ersten Hälfte gegen Ederbergland anknüpfen.
Dabei waren die Gastgeber nicht einmal überzeugend. Vielmehr erzielte Hadamar seine Tore genau zum richtigen Zeitpunkt und zog Steinbach früh den Zahn. So war das 1:0 nach 13 Minuten ein gut getretener Freistoß von Jonas Herdering ins rechte obere Eck. Paliatka hatte den Freistoß aus guter Position durch ein Foul an Steffen Rücker verursacht, Julian Rohde zuvor den Ball gespielt, der Trainer Kalle Müller richtig ärgerte: "Wir spiele den Ball blind zentral nach hinten, wodurch das Foul nötig geworden ist." Ansonsten haderte Müller damit, "dass wir heute einfach oft die falschen Entscheidungen getroffen haben."
Die beste Ausgleichschance vergab Steinbach nach 33 Minuten, als sich Hanslik mal über die linke Seite durchsetzen konnte und von der Grundlinie aus zurücklegte. Dort verpasste zunächst Cino Schwab den Abschluss, dann war der Versuch von Petr Kvaca zu schwach. Zuvor hatte Münkel nach 24 Minuten knapp rechts vorbeigeschossen. Allerdings hatte Steinbach auch Glück, dass Rücker aus spitzem Winkel nach einer halben Stunde nur den Pfosten traf.
Obwohl in Hälfte zwei nur ein 0:1-Rückstand gedreht werden musste, fehlte bei den Gästen das Aufbäumen gegen die drohende Niederlage. Nur in einer Situation lag der Ausgleich in der Luft, als Petr Kvaca einen verunglückten Kopfball eines Gegenspielers erlief, den Ball dann aber nicht richtig aufs Tor brachte. So machten die Rot-Weißen nach 60 Minuten den Sack zu, als sie einen Steinbacher Ballverlust im Mittelfeld nutzten, Baris Özdemir auf links durchstartete und der eingewechselte Jurij Gros nur noch den Fuß hinhalten musste. "In den letzten 20 Minuten haben wir uns dann völlig aufgegeben", ärgerte sich der SVS-Coach.
"In der zweiten Halbzeit haben wir deutlich besser gespielt, als noch in Steinbach. So wie im Hinspiel wollten wir uns das heute nicht mehr geben und ich denke, dass wir in der zweiten Hälfte auch nicht eine richtige Chance mehr zugelassen haben", bilanzierte Hadamars Trainer Florian Dempewolf, der von einer geschlossen guten Mannschaftsleistung sprach.
"Das war wieder Lehrgeld, das wir bezahlt haben. Wir müssen jetzt schnellstmöglich die Kurve kriegen und die Fehler abstellen. Jetzt kommen erst die richtigen Brocken", warnt Müller.
Hadamar: Hasselbach; Horz, Schraut, Böcher, Özdemir (85. Zey), Kretschmer, Schmitz (57. Gros), Rücker (78. Heene), Rademacher, Herdering, Haubrich.
Steinbach: Motzkus - Petrasch, Bott, Trabert, Schwab - T. Wiegand (60. Dimitrijevic), Paliatka - Hanslik, Rohde (70. van Leeuwen), Kvaca (75. Schleinig) - Münkel.
Schiedsrichter: Boris Reisert (Rödermark). Zuschauer; 320.
Tore: 1:0 Jonas Herdering (13.), 2:0 Jurij Gros (60.), 3:0 Benjamin Kretschmer (81.), 4:0 Jerome Zey (88.)

