Stephan Fröhlich genießt seine neu gewonnene Freiheit
"Was macht eigentlich?": Ex-Gläserzell-Coach hat jetzt andere Ziele
Fast zwei Jahre lang trainierte Fröhlich die Frauenmannschaft des SV Gläserzell. Und zwar überaus erfolgreich. Schon in seiner ersten Saison (2014/15) führte er sein Team, das er erst im September übernommen hatte, zur Hessenliga-Meisterschaft. Da im Sommer allerdings ein personeller Umbruch bevorstand, verzichtete der SVG auf den Aufstieg in die Regionalliga. "Man fragt sich natürlich immer: Was wäre wenn? Uns war aber bewusst, dass es schwer gewesen wäre, konkurrenzfähig zu sein", so Fröhlich. "Im Nachhinein haben alle Parteien gemeinsam eine vernünftige Entscheidung getroffen."
So ging Gläserzell auch in der kommenden Spielzeit in der Hessenliga an den Start. Lange Zeit sah es danach aus, dass der Titel verteidigt werden und dieses Mal sogar den Sprung in die Regionalliga riskieren würde, am Ende verspielte der Verein aber noch den Aufstieg und landete auf Rang drei. "Eigentlich hätten wir auch da Meister werden müssen", erinnert sich der 38-Jährige, der seine Zeit in Gläserzell somit nicht mit einem Happy End krönen konnte. Nach zwei Jahren Frauen und einiger Zeit im B-Juniorinnen-Bereich kehrte er dem Verein im Sommer 2016 nämlich den Rücken.
"Vermisse das Trainerdasein nicht"
"In den zwei Jahren hat mein Privatleben aufgrund des großen zeitlichen Aufwands gelitten, sodass ich mich dazu entschieden habe, mein Amt niederzulegen", erklärte Fröhlich damals. Und heute? "Ich habe genau die richtige Entscheidung getroffen." Beruflich ist er als Personaldisponent bei der Spedition Zufall stark eingebunden, dazu ist der ehemalige Trainer auch im privaten Bereich aktiv unterwegs. Als Schiedsrichter ist er bis zur Gruppenliga im Einsatz, als Assistent gar bis zur Hessenliga. "Durch die Schiedsrichterei bin ich oft genug am Sportplatz. Und einige Vereine sind sicherlich froh, wenn sie sich mal nicht sehen", meint Fröhlich schmunzelnd.
Dazu ist der 38-Jährige selbst sportlich äußerst aktiv. Neben Trainingseinheiten im Fitnessbereich arbeitet der gebürtige Steinhäuser daraufhin, zunächst einen Halbmarathon und in naher Zukunft einen kompletten Marathon zu laufen. "Ich genieße die Freiheit, die ich jetzt habe. Ich habe mir selbst einige Ziele gesteckt, die ich erreichen möchte, stehe mit mir selbst im Austausch. Was ich aktuell mache, macht mir Spaß."
Sofern es die Zeit zulässt, ist Fröhlich auch noch als Zuschauer auf den Sportplätzen zu finden, unter anderem bei Ex-Club Gläserzell. Ausschließen will er es nicht, in Zukunft noch einmal auf der Trainerbank Platz zu nehmen. "Ich war jetzt 15, 20 Jahre dauerhaft im Geschäft tätig, bin aber auch erst 38. Vermissen tue ich das Trainerdasein nicht, zu einem späteren Zeitpunkt kann ich mir aber durchaus vorstellen, noch einmal eine Mannschaft zu übernehmen. In welche Richtung es dann gehen soll, da bin ich relativ offen."

