Todesstoß nach 66 Minuten - Flieden verliert, Konkurrenz punktet
Hessenliga: Buchonen nun punktgleich mit Schlusslicht Oberrad
Für Flieden um Lukas Heil (Mitte) und Filip Osman (rechts) spitzt sich die Lage im Abstiegskampf zu. Foto: Charlie Rolff
Unmittelbar nach dem Abpfiff sprach Trainer Meik Voll gegenüber seiner Mannschaft das aus, was er kurz darauf in die Notizblöcke der Pressevertreter diktierte: "Die Spieler müssen sich fragen, ob das so wirklich für die Hessenliga reichen soll. Von Dreieich kam lange nichts, aber wir machen sie durch das erste Tor stark. Wir haben jetzt gegen zwei Mannschaften, die absolut schlagbar waren, nur einen Punkt geholt", haderte der Buchonencoach, dem vor allem die Körpersprache seiner Mannen missfiel und der sich von seinen Jokern mehr versprochen hatte.
Hatte Flieden im Heimspiel gegen Vellmar noch mehrere gute Chancen kreiert und ungenutzt gelassen, fehlte die Durchschlagskraft gegen Dreieich über weite Strecken völlig. Fabian Schaub, der sich zwei Tage zuvor am rechten Knie verletzt hatte und nun auf einen zeitigen MRT-Termin hofft, wurde im Offensivspiel schmerzlich vermisst. Nur selten kam Flieden über Kombinationsfußball zu Torchancen, was auch Voll nachher monierte: "Wir wollten keine langen Bälle schlagen, sondern über die Flügel spielen - aber das hat ja gar nicht stattgefunden, weil wir es uns nicht erlaufen haben." So sahen die Zuschauer am Weiher schon in den ersten 45 Minuten magere Kost mit nur einer richtig dicken Tormöglichkeit, bei der Buchonenkeeper Lukas Hohmann im direkten Duell mit Daniele Fiorentino der Sieger blieb (27.).
Dennoch hätte Flieden gegen ersatzgeschwächte Gäste (Trainer Rudi Bommer musste unter anderem auf seine afghanischen Nationalspieler Khaibar Amani und Zubayr Amiri verzichten) das Spiel insbesondere nach dem Seitenwechsel in andere Bahnen lenken können. Der insgesamt glücklose Julian Ankert hatte nach 46 Minuten die größte Chance der Buchonia, scheiterte aus kurzer Distanz jedoch an Dreieichs Keeper Maurice Paul. Fünf Minuten später war es Jan-Niklas Jordan, der per Kopf die Chance zur Führung besaß. Dass die Fliedener ihre Chancen während ihrer besten Phase im Spiel nicht nutzten, bestrafte Dreieich nach 66 Minuten: Flieden ließ sich auf seiner linken Seite abkochen, konnte die Flanke nicht verhindern und so war Ralf Schneider am langen Pfosten mit der Fußspitze zur Stelle.
Das 0:1 bedeutete für Flieden den Todesstoß, auch wenn eigentlich noch genügend Zeit auf der Uhr war. Fortan war Dreieich viel besser im Spiel, hatte zunächst eine weitere Großchance (72., Glanzparade Hohmann) durch Marco Di Maria, ehe sich selbiger in der 81. Minute sein Tor dann nicht mehr nehmen ließ. Für das etwas zu hohe Endergebnis sorgte dann nach 86 Minuten Daniele Fiorentino, der beinahe ungehindert in den Fliedener Strafraum marschieren konnte und mit einem platzierten Schuss das 0:3 nachlegte.
"Jetzt tut das Unentschieden gegen Vellmar natürlich noch mehr weh als am Samstag. Es muss jetzt allen klar sein, dass hier gar nichts von alleine läuft. Die Konkurrenz punktet und wir müssen jetzt auch abliefern", lautete Volls Appell nach Abpfif
Buchonia Flieden: L. Hohmann – Rumpeltes, Fischer, Drews, N. Hohmann – Heil (61. Hack), Leibold – Osman (77. Gies), Jordan, Götze (69. Gaul)– Ankert.
Hessen Dreieich: Paul – Brighache, Brüdigam, Berresheim, Opper – Schumacher, Velemir – Schneider, Pospischil, Di Maria - Lagator (18. Fiorentino)
Schiedsrichter: Ralf Orschulok (Kassel). Zuschauer: 200. Tore: 0:1 Ralf Schneider (66.), 0:2 Marco Di Maria (81.), 0:3 Daniele Fiorentino (86.)


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