Erst Tabellenspitze, dann Partymekka stürmen
Verbandsliga: Topspiel im Upland, "große Aufgabe" für RSV
Wo ließe sich die Tabellenführung besser feiern als in Willingen? Zunächst müssen die Fliedener aber auf dem Platz alles geben. Foto: Charlie Rolff
RSV Petersberg - SV 07 Eschwege (Samstag, 16 Uhr).
Der erste Auftritt unter Rolf Gollin mündete gleich in den erhofften Erfolg, allerdings zeigte der RSV beim 2:0-Sieg gegen arg dezimierte Lehnerzer, dass die Verunsicherung nach den Negativerlebnissen noch deutlich vernehmbar ist. "Deswegen dürfen wir den Erfolg auch nicht zu hoch hängen und uns jetzt hinstellen, dass alles andere als ein Sieg gegen Eschwege eine Enttäuschung wäre. Das wird eine große Aufgabe", sagt Gollin und weiß, dass die Nullsiebener gerade nach dem Erfolg gegen Tabellenführer Sand (2:0) ins Rollen kommen. "Das Ergebnis hat mich überhaupt nicht überrascht. Schon bei den Spielen gegen Bad Soden oder Hünfeld hätten sie das Ergbenis in eine andere Richtung lenken können und mittlerweile können sie auch wieder aus dem Vollen schöpfen." Schmerzlich vermisst wurde in Eschwege allen voran Jan Kaufmann, der sich gegen Sand standesgemäß mit einem Treffer zurückmeldete.
SC Willingen - SV Buchonia Flieden (Samstag, 17 Uhr).
Wird der reine Punkteschnitt zu Rate gezogen, schneidet Willingen mit 23 Zählern aus 11 Spielen gar knapp besser als Flieden mit 29 Punkten aus 14 Partien ab. Buchonen-Coach Meik Voll ist nicht nur deswegen vor dem Tabellenvierten gewarnt: „Plonka, Bott und die Butterweck-Brüder sind die Namen, die man kennen muss. Wir dürfen aber nicht anfangen, unser Spiel zu verändern und uns auf den Gegner konzentrieren. Wir müssen unser Spiel durchbringen“, unterstreicht Voll die selbstbewusste Herangehensweise. Kein Wunder: Zehn Siege in Serie feierten die Buchonen zuletzt. Da auch Imal Schersadeh nach Rotsperre zurückkehrt, kann Voll im Sauerland auf einen großen Kader zurückgreifen, nur die Langzeitverletzten Gabriel Müller, Sebastian Dinov und Stefan Dietz fallen noch aus. Weil Spitzenreiter SSV Sand erst am Sonntag gegen Bosporus Kassel gefordert ist, würde die Voll-Elf schon bei einem Punktgewinn die Tabellenführung zumindest für eine – dann wohl auch krachende – Nacht übernehmen. Der Bus und seine Insassen würden den Heimweg dementsprechend spät antreten.
Hünfelder SV - Melsunger FV (Sonntag, 15 Uhr).
Nachdem der HSV zuletzt gegen Angstgegner Rothwesten das fast schon erwartete Remis einstrich, kommt nun ein Gegner, der den Haunestädtern deutlich besser liegt, schließlich wurden aus den vergangenen sechs Spielen 16 Punkte geholt. Und nun ist der fünfte Sieg in Serie gegen die Braun-Städter das große Ziel, um entspannt in das spielfreie Wochenende gehen zu können. "Alles mobilisieren, um nachher die Wunden zu lecken", heißt daher das Motto Dominik Webers, der den Gegner jedoch keineswegs unterschätzt: "Melsungen ist mittlerweile seit Jahren in der Verbandsliga, gut gestartet und hat gerade nach vorne Qualität. Wir wollen aber natürlich zuhause drei Punkte." Der Hünfelder Trainer kann wieder auf Robert Simon zurückgreifen, bangt aber noch um den Einsatz Christoph Neidhardts (Schulterverletzung). Klar ist schon jetzt: Im Gegensatz zum Spiel in Rothwesten, vertraut Weber wieder auf das angestammte System mit Viererkette.
SG Bad Soden - TSV Rothwesten (Sonntag, 15 Uhr).
Zehn Eckbälle in Hünfeld, neun bei Bosporus Kassel. Die SG Bad Soden spielt sich derzeit viele Aktionen nach vorne heraus, allerdings passen Aufwand und Ertrag schlichtweg nicht zusammen. In beiden Spielen ließ sich das Team von Coach Sead Mehic letztlich durch Gegentore zurückwerfen. "Wir müssen die Konzentration hochhalten und dürfen einfach nicht solch gravierende Fehler machen, die zu den Gegentoren führen", sagt Mehic, der daher den Spielern Lockerheit vermitteln und die Verkrampfheit nehmen will. Gelingt dies, soll es gegen Rothwesten wieder mit einem Heimsieg klappen. Tim Mulfinger ist wieder spielberechtigt, droht aber wegen einer Knieverletzung auszufallen. Auch Anil Albayrak und Kamil Niewmierzycki sind grippebedingt angeschlagen. "Trotzdem werden wir eine schlagkräftige Truppe zusammenbekommen", betont Mehic.
1. FC Schwalmstadt - TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).
Kürzlich haderte Steinbachs Coach "Kalle" Müller nach zwei unnötigen Gelb-Roten Karten gegen Vellmar, dass sein Team ob der daraus resultierenden Sperren vielleicht gleich zwei Spiele an einem Tag verloren habe. Er behielt Recht: 0:4 gegen Kelsterbach ohne Michael Wiegand und Petr Kvaca. Nun dürfte sich Sedat Gören ähnliches denken, denn bei Lehnerz II ließen sich zuletzt Osman Özlük, Maximilian Vilmar und Leon Wittke gegen Petersberg (0:2) vom Platz stellen und fehlen nun im Spiel beim Schlusslicht gesperrt. Ist die Personalsituation auch noch so angespannt, sollte in der Schwalm dennoch etwas möglich sein, schließlich holte der Vorjahreszweite aus den vergangenen sieben Spielen nur einen mickrigen Punkt (1:1 bei Hessen Kassel II) und ist vor heimischem Publikum noch ohne Sieg.


Bitte melde Dich an, oder registriere Dich, um Kommentare schreiben zu können