Topspiel in Rosbach
Germania Ober-Roden gegen Urberach fällt aus
Chefcoach Mustafa Fil (links) und Co-Trainer Gültekin Cagritekin hatten mit Türk Gücü Friedberg eine gute Vorbereitung. Foto: Jörg Schulz
Türk Gücü Friedberg - Viktoria Nidda (Sonntag, 14.30 Uhr)
Der Tabellenzweite Türk Gücü Friedberg hat seit der 1:3-Heimniederlage gegen den SC 1960 Hanau, die vom 24. September 2017 datiert, einen Riesenlauf hingelegt und aus den folgenden zehn Punktspielen bis zur Winterpause 28 Punkte geholt. Das Hinspiel musste die Fil-Elf bei der heimstarken Viktoria mit 0:1 so wie nur zwei weitere Saisonniederlagen abgeben, und nach dem jüngsten 5:0-Testspielsieg gegen den Hessenligisten Rot-Weiss Frankfurt stehen die Zeichen auf Angriff: "Wir haben eine gute Vorbereitung gehabt. Wo wir stehen, werden wir am Sonntag sehen. Man muss nur auf die Tabelle schauen, um zu sehen, wie stark Nidda ist. Das sagt alles aus, aber wir sind gut gewappnet", zeigt sich Türk Gücü Friedbergs Co-Trainer Gültekin Cagritekin zurecht optimistisch. Konkrete Ausfälle hat TGF aktuell nicht zu beziffern, das heutige Abschlusstraining wird finale Erkenntnisse liefern.
Kurz vor der Winterpause holte sich Nidda beim SC 1960 Hanau seinen ersten Auswärtssieg (4:3) und steht als Aufsteiger mit Rang drei hervorragend da. Obwohl nur einen Tabellenplatz von Türk Gücü Friedberg getrennt, sieht Carsten Weber schon deutliche Unterschiede: "Das Hinspiel haben wir unter anderen Voraussetzungen gewonnen. Damals wurden wir noch von vielen unterschätzt, haben fast alles richtig gemacht, und Türk Gücü hatte viel Pech. Es ist Wahnsinn, wie stark die vor allem zu Hause sind. Gegen Rot-Weiss Frankfurt habe ich sie beobachten lassen, und sie hätten auch 7:0 gewinnen können. Ihre Heimspiele haben sie bis auf Hanau nicht nur gewonnen, sondern dominiert. Für uns ist es überragend, gegen so eine Mannschaft spielen zu dürfen, die auf allen Positionen Hessenliga-Format hat." Dennoch fährt Weber mit seinem Team nicht zum Spaß zum Tabellenzweiten, sondern hofft, dass was drin sein könnte, "wenn wir uns an taktische Strukturen halten und diszipliniert spielen. Wir brauchen den Glauben an uns und Mut. Wir müssen einen unglaublichen Aufwand betreiben. Auf mich macht meine Mannschaft jedenfalls den Eindruck, dass sie von dem überzeugt ist, was sie kann."
Rot-Weiß Darmstadt - 1. Hanauer FC (Sonntag, 14.30 Uhr)
Der Darmstädter 5:0-Auswärtserfolg im Hinspiel ist beiden Seiten noch gut in Erinnerung geblieben, weshalb die Hanauer vor der Rückrunden-Partie noch eine Rechnung mit den Rot-Weißen offen haben. "Wir haben damals Lehrgeld bezahlt und sind nun umso überraschter, wo Darmstadt mit ihrer Qualität jetzt in der Tabelle steht. Trotzdem werden wir dort nicht ins offene Messer laufen. Ein 1:0-Sieg ist schließlich genau so viel wert", äußerte sich der Sportliche Leiter der 93er, Giovanni Fallacara, vor dem ersten Pflichtspiel im neuen Jahr und erwartet dabei eine zerfahrene Begegnung, da sich "die Mechanismen und Automatismen erst noch finden müssen."
Während sich der Aufsteiger in der Hinrunde ziemlich schnell von dieser Niederlage erholte und mittlerweile auf dem fünften Tabellenplatz steht, hat die Lohrer-Elf Rang 12 inne mit 22 Zählern, punktgleich mit den Mannschaften auf den Abstiegsplätzen. Deshalb sprach der Trainer des Hessenliga-Absteigers von einer "richtungsweisenden Partie" zum Jahresbeginn. "Jeder Punkt zählt", machte Dominik Lohrer deutlich, worum es in der Restrunde für seine Mannschaft gehen wird. Dabei hofft Darmstadts Trainer, dass seine Spieler ihre gute Seite zeigen. "In der Vorbereitung gab es Licht und Schatten und man hat gesehen, wozu die Mannschaft fähig ist, leider auch im negativen Sinne. Am Sonntag werden sie hoffentlich das Schlechte abstellen", so Lohrer, der damit auf die Gegentore seines Teams anspielt, die viel zu leicht kassiert wurden. Das soll sich gegen Hanau verbessern.
Eines haben beide Mannschaften nach dieser Vorbereitung aber gemeinsam. Die Grippewelle sorgte für viele Ausfälle in der Vorbereitung. Auf Seiten der 93er sind nun wieder fast alle fit. Wer ausfallen könnte, wollte Fallacara nicht sagen, um sich nicht in die Karten schauen zu lassen. Auf Seiten der Darmstädter werden Lars Geschka (Schleimbeutelentzündung) und 1960-Neuzugang Ibrahim Aslan (noch zwei Spiele gesperrt) ausfallen. Ein Einsatz von Mario Barusic (Trainingsrückstand) ist fraglich.
FC Bensheim - Vatanspor Bad Homburg (Sonntag, 14.30 Uhr)
Für die Bensheimer wäre es wichtig, mit einem Erfolgserlebnis - gerade bei einem Heimspiel - in die Runde zu starten, um möglichst schnell von den Abstiegsplätzen wegzukommen. "Ich hoffe, dass die Mannschaft verstanden hat, worum es geht", sieht Bensheims Coach Ludwig Brenner den Ernst der Lage, und weiter: "Vatanspor hat zwar sein erstes Spiel am Sonntag verloren, aber sie stehen im oberen Tabellendrittel. Wenn wir bestehen wollen, dann müssen wir alles abrufen." In der Abwehr wird der erfahrene Trainer umstellen müssen, da den rechten Innenverteidiger Janis Wiesener eine Schleimbeutelentzündung im Knie plagt. Verzichten muss Brenner auch auf Luca Blüm (Muskelfaserriss), Tim Rettig, dem eine Schulter-Operation bevorsteht, und Philipp Pfeifer, der noch rotgesperrt ist.
So einen Auftritt wie bei der 0:3-Niederlage gegen die in Unterzahl spielenden Urberacher braucht beim TSV Vatanspor Bad Homburg kein Mensch mehr: "Das war schrecklich. Inklusive unserer Kreisoberliga-Zeiten habe ich so einen katastrophalen Auftritt meiner Mannschaft inklusive der Einwechselspieler außer unserem Torwart noch nie gesehen. Bei manchen Spielern war das unbegreiflich, die bis dahin eine überragende Saison gespielt hatten", ist Sportmanager Hüseyin Güven immernoch etwas ratlos. Nachdem Mittelfeldspieler Furkan Usta heute am Knie operiert worden ist, wird auch Maximilian Waas den Kurstädtern nicht zur Verfügung stehen, der wegen einer Muskelverletzung mehrere Wochen ausfallen wird.
"Wir wollen in Bensheim auf jeden Fall zeigen, dass wir es besser können. Das wird aber sauschwer. Die können auch gegen jeden gewinnen. Mit der Leistung vom letzten Sonntag bräuchten wir erst gar nicht dorthin zu fahren, aber ich weiß um die Stärke und Qualität meiner Mannschaft. Auswärts ist ein Punkt immer gut, aber drei Punkte wären besser", äußert sich Güven diplomatisch.
FC Alsbach - SV FC Sandzak (Sonntag, 14.30 Uhr)
"Jedes Spiel ist ein Endspiel und jeder Punkt ist Gold wert", sagte Alexander Pajic kürzlich in der Analyse für unser Portal. Genau mit dieser Devise wird der Frankfurter Aufsteiger am Sonntag auch nach Alsbach reisen. Für Sandzak spricht dabei die gute Auswärtsbilanz. In zehn Partien verbuchte die Pajic-Elf vier Siege sowie vier Unentschieden und musste nur zwei Niederlagen hinnehmen. Durch den Punktabzug von sechs Zählern sind die Frankfurter allerdings in die Nähe der Abstiegsränge gerückt und nun punktgleich mit dem kommenden Gegner von der Bergstraße (23 Punkte).
Der FCA weiß, dass es dennoch keine leichte Aufgabe wird, die dringend benötigten drei Zähler daheim zu behalten. Alsbachs Pressesprecher, Andreas Rothermel, erwartet eine enge und zweikampfbetonte Partie, in der es nicht viele Tore geben könnte, wie im Hinspiel beim 1:1-Unentschieden. Das liegt auch daran, dass auf Seiten der Gastgeber die Offensive nicht fit ist. Nach dem Abgang von Philipp Ehmig (wir haben berichtet) fehlten Marcel Daniel sowie die Gencer-Brüder Cengiz und Talha in der Vorbereitung häufig krankheitsbedingt. Alle drei werden am Sonntag auf der Bank Platz nehmen, wer aber von ihnen von Beginn an auflaufen wird, wird nach dem Abschlusstraining entschieden.
Für beide Mannschaften könnte es nach dieser Partie bereits eine Standortbestimmung geben, um auch zu sehen, wie die restliche Saison verläuft. "Nach den Testspielen weiß man noch nicht, wo man steht", bestätigt Rothermel, der darauf hofft, dass die dünn besetzte Offensive wieder rechtzeitig fit wird. Ausfallen wird bei den Alsbachern hingegen Joachim Fricker (Knieprobleme). Ein Einsatz von Manga Mbou (Trainingsrückstand) ist aktuell ebenso fraglich.

