torgranate-Analyse: SG Oberliederbach

Verbandsliga Mitte: "Neun Punkte aus ersten vier Spielen"

09. Februar 2018, 09:58 Uhr

Steffen Janke ist nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder voll im Training. Foto: Jörg Schulz

Die Winterpause bietet Zeit zum Reflektieren. Auch bei uns: Wir haben uns die Verbandsligisten aus dem Rhein-Main-Gebiet und Umgebung für eine kleine Analyse zur Brust genommen. Heute ist der Mitte-Verbandsligist SG Oberliederbach an der Reihe.

So lief die bisherige Runde:

Bis dato hat die SG Oberliederbach gerade einmal zwölf Punkte - so viele wie nach den ersten vier Spieltagen in der letzten Saison - geholt, und das nach 19 Partien. "Im Sommer hatten wir einen ordentlichen Umbruch, der von der Menge her aufgefangen werden konnte, nicht aber von der Qualität. Es ging aber trotzdem für uns garnicht so schlecht los. Sieben Punkte aus den ersten fünf Spielen. Dann hatte sich Marvin Strenger das Kreuzband gerissen, und den Ausfall konnten wir in der Offensive nicht kompensieren. Das hat der Mannschaft auch irgendwie einen Knacks gegeben", macht Oberliederbachs sportlicher Leiter Tobias Merz die Gründe für die bescheidene Bilanz dingfest.

Die magere Punktausbeute beschert der SG momentan den vorletzten Tabellenplatz bei einer Tordifferenz von 25:49. Ob der Misere gaben am 9. November Trainer Asad Ahmad und Co-Trainer Bülent Öztürk ihren Rücktritt bekannt. Thomas Schlierbach und Maico Rivera, die die SG übernahmen, konnten in den vier verbliebenen Spielen vor der Winterpause aber auch keinen Punkt mehr holen: "Das ist eher ein mentales Problem. Sobald ein Ding in die falsche Richtung läuft, bricht der Laden zusammen", stellte Merz vor der Winterpause fest, und betont gleichzeitig, dass "wir in den vier Spielen zur Halbzeit zweimal geführt hatten und es einmal unentschieden stand. Das zeigt, dass wir körperlich und mental nicht in Schuss waren."

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

Von den drei Neuzugängen vom Wiesbadener Gruppenligisten Germania Weilbach kam Maurizio Sanfratello nicht zum Einsatz, die Brüder Nick und Aaron Schlotterer hingegen 14 und 16 Mal. "Beide haben die Klasse, in der Verbandsliga Fuß zu fassen. Die Situation bei der Mannschaft war bis jetzt leider nicht sehr förderlich für sie", sagt Merz. Vom Wiesbadener Gruppenligisten SV Niedernhausen holte die SG Steve Wagner, der 18 mal zwischen den Pfosten stand. Dabei hat er ordentliche Spiele gemacht, aber auch hier oder da gepatzt. Oliver Jörss (11 Einsätze) vom Kreisoberligisten TuS Hornau kehrte zu seinem Stammverein zurück, der laut Merz wegen seiner Technik, Schnelligkeit und Zweikampfstärke absolut in die Liga gehört.

Leon Ruhland (12) aus der A-Jugend von der JSG Kelkheim und Nils Pitas vom SV Heftrich (16 Spiele/2 Tore) haben bis jetzt teilweise gute Spiele gemacht. Die Verantwortlichen erhoffen sich von beiden aber in der Rückrunde noch mehr. Wie schon vor der Winterpause hat sich Kahsai Ghebrezghi vom West-Gruppenligisten SC Dortelweil erst kürzlich wieder am Knie verletzt. Niklas Wagner vom FSV Fernwald hat alleine unter den neuen Übungsleitern schon dreimal getroffen, und "das soll auch so weitergehen", hofft Merz.

Reaktiviert wurden über die Winterpause Daniel Koch, Johannes Drescher und Max Walentowitz, der beruflich bedingt aber erst Ende Februar zur Mannschaft stoßen wird. Die drei besitzen laut Merz die notwendigen Charakterzüge, um der Mannschaft mental weiterzuhelfen. Mit Neuzugängen hat sich die SGO über den Winter zurückgehalten, aber ein koreanischer Spieler wird es jetzt doch noch sein, dessen Pass gerade beantragt wird.

In Erinnerung bleibt:

Die Worte von Ex-Trainer Asad Ahmad, die er bei seiner Amtsaufgabe Anfang November an seine Mannschaft richtete, waren ergreifend: "Wir sind der Meinung, dass da was Neues her muss. Wir wollen einfach nicht im Weg stehen. Mir fehlen die Jungs jetzt schon. Aber das sind Entscheidungen, die trifft man nun einmal im Leben", sprach er auch im Namen seines Co-Trainers Bülent Öztürk.

"Mir persönlich tat es sehr weh, dass Asad dem Verein als Trainer nicht mehr zur Verfügung steht. Nach dem 2:3 in Bicken hatte er schon erstmals darüber nachgedacht aufzuhören, aber da konnten wir ihn noch davon überzeugen weiterzumachen. Nach der Niederlage gegen Kinzenbach war es dann letzten Endes soweit. Dass Thomas Schlierbach und Maico Rivera irgendwann übernehmen würden, stand früher oder später eh zur Disposition. Die Frage stellte sich nur nach dem wann, und mit Asad und Bülent hätten wir sehr gerne weitergemacht", bedauert Oberliederbachs sportlicher Leiter den finalen Schlussstrich seines Ex-Trainergespanns zum damaligen Zeitpunkt.

Ausblick:

Für die Oberliederbacher steht am 25. Februar mit dem ersten Punktspiel schon ein "Kleines Endspiel" auf dem Programm. Der FC Dorndorf belegt mit 17 Zählern den ersten Abstiegsplatz. Unbedingt müssen drei Punkte her, sonst dürfte das Unterfangen Nichtabstieg schon in fast unerreichbare Ferne zu geraten. "Am besten gewinnen wir das Spiel, damit wir einen Lauf bekommen. Wir sind positiv und die Jungs werden sich hoffentlich was einfallen lassen. Danach spielen wir gegen Schwanheim, Zeilsheim und dann in Braunfels. Die sind momentan Tabellenletzter. Wenn wir aus den ersten vier Spielen neun Punkte holen würden, dann wäre das sehr gut", kalkuliert Merz.

Gut für den Tabellenvorletzten, dass Steffen Janke, der immerhin schon zehn Tore erzielte, nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder voll mittrainieren kann. Auch Kapitän Sebastian Hirschle ist wieder an Bord. Ende Oktober zog er sich einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu: "Von da an habe ich drei Wochen komplett ausgesetzt und es dann wieder probiert, das hat aber nicht funktioniert. Jetzt in der Vorbereitung bin ich wieder langsam eingestiegen", so Hirschle. Bis zum rettenden Ufer sind es für die Oberliederbacher zwar derzeit elf Punkte, aber Chancen auf den Klassenerhalt sind noch nicht vom Tisch.

Autor: Christoph Weß

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