Torwart Sen als Sekundenzähler entlarvt

Gruppenliga Frankfurt West: Olympia Fauerbach unterstreicht seine Heimstärke und besiegt Spitzenreiter Rot-Weiss II

18. Oktober 2016, 15:20 Uhr

Fauerbachs Sascha Hartmann (Nr.10) gegen Jong Min Yun von Rot-Weiss. Foto: Mithat Gürser.

Der FC Olympia Fauerbach unterstrich am 12. Spieltag der Gruppenliga Frankfurt West seine Heimstärke und bleibt vor eigenem Publikum weiter ohne Niederlage. Die Mannschaft von Trainer Matthias Tietz zeigte sich gegen Tabellenführer SG Rot-Weiss Frankfurt II eiskalt in der Chancenverwertung und profitierte zudem von einem rabenschwarzen Nachmittag des Gästetorhüters Onay Onur Sen, der beide Gegentore auf kuriose Art verschuldete.

"Das war ein unerwarteter Dreier. Wir haben uns gut hinten reingestellt und uns gegen den starken Gegner auf die Defensive konzentriert. Die beiden Tore hat uns der gegnerische Torhüter geschenkt", freute sich Fauerbachs Trainer Matthias Tietz über den Coup gegen die Reserve des Hessenligisten. Nach einer torlosen ersten Hälfte vor 150 Zuschauern auf dem tiefen Rasenplatz am Elachfeld nahm die Qualität des Spiels etwas zu. Beim 1:0 stand der Keeper der Frankfurter schon im Mittelpunkt, als ihn Marc Witte mit einem Heber überlistete, da Sen viel zu weit vor seinem Tor stand. Schon davor war der Torhüter von Schiedsrichter David Zinngrebe mehrmals ermahnt worden, weil er bei den Abschlägen von FCO-Torhüter Thomas Dietz lautstark die Sekunden zählte. Das rief sogar Rot-Weiss-Präsident Ottmar Klauss auf den Plan, der das Trainerteam um Chefcoach Hicham Tahrioui anwies, den Torwart aufzufordern, dieses Verhalten einzustellen.

Indirekter Freistoß für Fauerbach als Konsequenz

Die Gastgeber, die nach dem 1:0 erst recht noch mehr Beton anrührten, profitierten dann vom kuriosen Verhalten des Rot-Weiss-Schlussmannes. Als der Torwart der Friedberger Vorstädter den Ball in den Händen hielt und sich beim Abschlag Zeit ließ, zählte Sen erneut lautstark die Sekunden, die sein Gegenüber den Ball in den Händen hielt. Der Referee hatte nun genug von diesem Schauspiel und gab indirekten Freistoß vor dem anderen Tor, den Paul Wischtak zum 2:0-Endstand ausnutzte. "Dieses Verhalten ist nicht hinnehmbar. Da muss sich unser Tormann besser unter Kontrolle haben, denn er repräsentiert auch den Verein", kritisierte RW-Coach Hicham Tahrioui und legte nach: "Der Ball war im gegnerischen Strafraum und durch dieses dubiose Verhalten unseres Keepers bekommen wir einen Freistoß gegen uns in unserem Sechzehner. Leichter kann man es dem Gegner nicht machen".

Konsequenzen nicht ausgeschlossen

"Ich habe mich für seine Verpflichtung stark gemacht und nun das", ärgerte sich der Gästecoach über den kurzfristig nach Saisonbeginn engagierten Keeper, der wohl noch diese Woche mit unangenehmen Folgen rechnen muss: "Wir können noch nichts sagen, aber Konsequenzen sind nicht ausgeschlossen", so Tahrioui. "Das Spiel wäre wohl 0:0 ausgegangen und das ist das ärgerliche an der Sache. Nur vier oder fünf Spieler haben gut gespielt und der Rest hatte gedacht, dass es so geht. So wurden wir eines Besseren belehrt", ergänzte der enttäuschte Trainer.

Stenogramm:

FC Olympia Fauerbach: Dietz; Atkinson, Walther, Wischtak (83. Macker), Hartmann, Pohl, Bakanhan (81. Retzloff), Muntean, Witte (87. Hüs), See, Hajdarevic - Trainer: Matthias Tietz
SG Rot-Weiss Frankfurt II: Sen; Scholten (62. Mensah), H.Demir, S.Demir, Toskovic (68. Syed), Suga, Erdogan, Gürser, Yun (45. Nicosia), Chehab, Park - Trainer: Hicham Tahrioui
Tore: 1:0 Marc Witte (47.), 2:0 Paul Wischtak (58.)
Gelb-Rote Karte: Calvin Rufino (90./Rot-Weiss II)
Schiedsrichter: David Zinngrebe (Darmstadt). Zuschauer: 150

Autor: Redaktion TGRM

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