Umfunktionierter Schuschkleb wird zum Torjäger

Gruppenliga Frankfurt Ost: Last-Minute-Sieg Klein-Krotzenburgs

19. Mai 2017, 22:52 Uhr

Sebastian Schuschkleb markiert hier das 1:1 gegen den Bischofsheimer Sven Skupin. Foto: Patrick Scheiber.

In einer vorgezogenen Begegnung des vorletzten Spieltages der Gruppenliga Frankfurt Ost besiegte Germania Klein-Krotzenburg am Freitagabend den FSV Bischofsheim mit 3:2 (1:1) und zog nach Punkten mit den Gästen aus Maintal gleich.

Germania Klein-Krotzenburg - FSV Bischofsheim 3:2 (1:1)

Die Geschichte des Spiels lieferte Sebastian Schuschkleb, den Klein-Krotzenburgs Trainer Wolfgang Kaufmann mangels Alternativen in den Mittelsturm beorderte. "Sebastian ist eigentlich ein torgefährlicher Innenverteidiger. Ich habe ihm gestern mitgeteilt, dass er im Sturm ran muss und er hat seine Sache sehr gut gemacht", konstatierte der Coach der Gastgeber nach dem Heimsieg gegen Bischofsheim, der von den knapp 100 Zuschauern mit Sprechchören und Standing Ovations gewürdigt wurde. In der Tat hatte Schuschkleb die Erwartungen sogar noch weit übertroffen, denn der umfunktionierte Stürmer markierte alle drei Tore für die Hausherren. Den besseren Start in die Partie auf dem regennassen Kunstrasenplatz hatte aber der FSV Bischofsheim, der durch Jonas Gatzka mit 1:0 in Führung gegangen war (17.). Die Mannchaft aus dem Hainburger Stadtteil musste sich erst vom schnellen Rückstand erholen, doch dann waren die Germanen in der Begegnung angekommen. Klein-Krotzenburg erhöhte so langsam den Druck und erspielte sich ein optisches Übergewicht.

Sebastian Schuschkleb sorgte für den ersten Streich und glich aus 16 Metern zum 1:1-Pausenstand aus (35.). Zu Beginn der zweiten Hälfte suchten beide Mannschaften nach ihrem Rhythmus. Immer wieder war es Schuschkleb, der für Gefahr im Bischofsheimer Strafraum sorgte und mit einem Kopfball und einem Direktschuss die Führung verpasste. Wenig später wurde er im Strafraum zu Fall gebracht und behielt die Nerven auch vom Elfmeterpunkt. Sicher verwandelte Schuschkleb zur 2:1-Führung Klein-Krotzenburgs (56.). Obwohl es für beide Teams eigentlich um nichts mehr ging, war ordentlich Pfeffer in der Partie. Insgesamt neun Gelbe Karten musste Schiedsrichter Kevin Lang aus Neu-Anspach verteilen. Bischofsheim, ohne die beiden besten Torschützen Michael Kohnke und Stefano Amore angetreten, war nur noch mit einem Freistoß durch Talha Ercan gefährlich, den Germania-Torhüter Julian Langer entschärfte.

Abdessadki verwandelt Elfmeter lässig

Aber auch bei den Gastgebern fehlten mit Mirko Zakarija und Dennis Protzel wichtige Spieler, sodass sich die Ausfälle auf beiden Seiten die Waage hielten. Zehn Minuten vor Spielschluss deutete der Referee auch auf der anderen Seite auf den Elfmeterpunkt. Christopher Herth war bei einem Klärungsversuch der Ball an den Oberarm gesprungen. FSV-Kapitän Mimoun Attanin, der in den zweiten 45 Minuten die Binde vom ausgewechselten Spielführer Hicham Abdesadki übernommen hatte, transformierte den Strafstoß lässig zum 2:2 und zog sich wegen übertriebenem Torjubel vor der Kurve der Heimfans den Unmut der Klein-Krotzenburger Anhänger zu (80.). In der hektischen Schlussphase ging es munter weiter und es sollte tatsächlich noch ein Tor durch - wer sollte es auch anders sein - Sebastian Schuschkleb fallen.

In der 89. Minute verwertete der Mann des Abends einen Abpraller aus kurzer Distanz zum vielumjubelten 3:2-Siegtreffer. Da nützte es den Gästen auch nichts mehr, dass Torhüter Volkan Öztürk mit nach vorne eilte, als die Bischofsheimer in der Nachspielzeit alles nach vorne warfen. "Obwohl es um nichts mehr ging, gab es viele Zweikämpfe und keiner wollte verlieren. Ich bin mit der Mannschaft heute absolut zufrieden, insbesondere mit dem Engagement von den Spielern, die dieses Jahr nicht so oft zum Einsatz kamen", lautete das Fazit von Germania-Trainer Wolfgang Kaufmann. Damit könnte Klein-Krotzenburg am letzten Spieltag mit einem Punktgewinn bei Kickers Obertshausen die Bischofsheimer in der Abschlusstabelle noch überflügeln, die zum Rundenschluss spielfrei sind. Die Kaufmann-Truppe würde 2016/17 dann als Aufsteiger mindestens auf dem formidablen sechsten Tabellenplatz abschließen.

Die Statistik:

Germania Klein-Krotzenburg: Langer - Herth (57. Menze), Tomic, Arnold, Eckert (71. Doschek), Zeiger, R.Kaufmann, Cofone (66. Losiewicz), T.Kaufmann, Schuschkleb, Biricik - Trainer: Wolfgang Kaufmann.
FSV Bischofsheim: Öztürk - Skupin, Krasniqi (46. Sejdovic), Abdesadki (46. Rosenberger), Attanin, Dzabic, Ercan, Schmidt (82. Miletic), Renner, Gatzka, Uhlein - Trainer: Michael Raudnitzky.

Schiedsrichter: Felix Lang (Neu-Anspach).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Jonas Gatzka (17.), 1:1 und 2:1 Sebastian Schuschkleb (35./56., Foulefmeter), 2:2 Mimoun Attanin (80./Handelfmeter), 3:2 Sebastian Schuschkleb (89.).

Autor: Pedro Acebes

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