Spieler im Blickpunkt

Unter ständiger Beobachtung

05. Januar 2021, 09:52 Uhr

Immer da wo es brennt ist Nikolai Förster (rechts) zu finden. Hier klärt er im Spiel bei der SG Hattenhof in höchster Not und verhindert gegen Niklas Matschke ein sicheres Tor. Foto: Kevin Kremer

Nikolai Förster ist beim Süd-Kreisoberligisten SG Magdlos Kapitän und Vorbild in einer Person. Auf dem Platz reißt er die Teamkollegen mit, daneben hat er für jeden Mitspieler immer ein offenes Ohr. „Maschine“, wie er genannt wird, ist vor allem auf dem Platz Programm.

„Seinen Spitznamen hat er nicht zu unrecht: Er gibt der Mannschaft Selbstbewusstsein und Sicherheit. Zudem gibt er dem Team mit seiner Ausstrahlung Qualität. Wenn man jemanden als Führungsspieler bezeichnen kann, dann Nikolai“, macht SGM-Spielertrainer Mario Hartmann deutlich.

Förster selbst bezeichnet sich als sehr ehrgeizigen Spieler. „Aber ich kann während und nach dem Spiel mit jedem über alles reden und bin keinem böse“, so der 25-Jährige, zu dessen Stärken auch das Kopfballspiel gehört. Bei Ecken und Freistößen geht Förster immer mit nach vorne und ist brandgefährlich. Zwar ist er mit 1,78 Meter von normaler Statur, doch seine Sprungkraft macht ihn bei hohen Bällen zu einer Waffe. Zweite Stärke ist die Schnelligkeit. „Ich laufe viel ab. Dafür bin ich kein Trickser. Wenn es in die Dribblings geht, dann zeigen sich die Schwächen“, sagt der am Leimenhof wohnende Allrounder, der viele Jahre für die SG Rückers aktiv war, und schmunzelt. Dort begann Förster im Nachwuchsbereich, unterbrach seine Laufbahn aber bei den B-Junioren für drei Jahre, weil er eine Lehre begann und die Zeit knapp wurde. „Dann hat mich mein Cousin Michael Förster wieder überredet und ich muss sagen, das war genau die richtige Entscheidung. Damals habe ich noch ein bisschen gezweifelt, weil ich mich eher im Fitnessstudio wohlgefühlt habe.“

Im Januar 2015 folgte dann der Wechsel nach Magdlos. „Weil ich dorthin einfach mehr Bezug hatte. Mein gesamter Freundeskreis spielt in Magdlos, dazu ein guter Arbeitskollege. Ich bin auch froh, dass ich den Schritt gemacht habe, wobei ich in Rückers niemandem böse bin und hoffe, dass Rückers den Klassenerhalt noch schafft.“ Einen Wechsel kann sich Förster nur schwer vorstellen. „Ich arbeite ja auch in Magdlos und mein Chef ist immer am Sportplatz. Wenn ich mich da mal verletzten sollte, dann weiß er wenigstens, wo es passiert ist“, sagt der Maler und Lackierer, der höchstens schwach werden könnte, wenn ein Verein von oben anklopft. „Es gab ja schon Anfragen und ich habe mir ein bisschen was angehört. Aber ganz ehrlich: Da müsste dann schon alles passen, wobei ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen kann, denn ich fühle mich pudelwohl in Magdlos.“

Was die SG ausmacht? „Wir kommen über den Willen, sind eine Einheit. Bei uns stimmt es innerhalb der Mannschaft und wenn andere nach 70 Minuten ab und an abbauen, dann legen wir nicht selten noch eine Schippe drauf und ziehen das Ding“, so Förster. Mehr als Kreisoberliga ist aber bei seinem Herzensclub nicht möglich, ist sich der Allrounder sicher, der aktuell in der Innenverteidigung spielt, davor aber auch schon auf der Sechs oder der Zehn eingesetzt wurde. „Die Kreisoberliga Süd ist für die SGM genau die richtige Liga. Wir haben ganz viele Derbys und können im oberen Drittel so um Platz sechs, sieben mitspielen. Das ist absolut okay für uns, denn das Wichtigste ist: Es muss weiterhin Spaß machen.“