Urberach mit fünftem Auswärtsspiel in Folge
Verbandsliga Süd: TGF mit nächstem "türkischen Derby"
Führt mit zehn Toren die Torjägerliste der Verbandsliga Süd an: Germania Ober-Rodens Torjäger Marco Christophori-Como. Foto: Oliver Müller
SG Bruchköbel - Eintracht Wald-Michelbach (Samstag, 16 Uhr)
Seit sieben Ligapartien wartet die SG Bruchköbel mittlerweile auf einen Dreier und hat sich mit dem einen gewonnenen Punkt im Gastspiel beim FC Alsbach (1:1) schon fest im Tabellenkerker eingenistet. Mit einem Sieg konnte sich die Mannschaft von Trainer Carsten Keller bislang nicht belohnen, zu allem Überfluss fiel das Gastspiel bei Viktoria Urberach am vergangenen Sonntag buchstäblich ins Wasser. Zu oft standen die Main-Kinzig-Kicker in der ersten Saisonphase mit leeren Händen da, sodass der Abstand zum rettenden Ufer schon jetzt satte acht Punkte beträgt. Wenige Ideen im Offensivspiel führten bislang nur zu drei eigenen Treffern. Eine äußerst magere und dürftige Bilanz, die als Konsequenz das momentane Abonnement des letzten Tabellenplatzes mit sich bringt. Unter dem Strich braucht Bruchköbel dringend ein Erfolgserlebnis, um die Negativspirale zu durchbrechen. Gelegenheit besteht dazu im Heimspiel gegen die Odenwälder von Eintracht Wald-Michelbach, die auswärts mit nur einem Zähler auch noch keine Bäume ausgerissen haben.
Mit zwei Niederlagen in Folge sind auch die Südhessen mit ihren sieben Punkten in die Abstiegszone gerutscht und brauchen ebenfalls dringend Punkte. Nur auf ihre Heimstärke kann und will sich die Eintracht nicht verlassen, zumal es gegen Tabellenführer FV Bad Vilbel auch schon die erste Heimniederlage setzte. Für Bruchköbels Medienvertreter Michael Kwasniok ist klar: "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis und das nötige Glück. Hoffen wir mal auf den Turnaround. Die Abwehr hat sich stabilisiert und vorne muss das Runde mal ins Eckige". Aufgrund freundschaftlicher Verhältnisse zwischen beiden Dauerbrennern der Liga sind die Gäste zum Bruchköbeler Oktoberfest eingeladen, von daher auch die Vorverlegung auf Samstag. Im Sturm kann Bruchköbel auf die Neuzugänge Mohamed Aalaoui, Samet Ünal und Kaan Ceribas zurückgreifen. "Wir haben nun in der Offensive mehr Optionen. Gerade Ceribas soll ein sehr guter Spieler sein", hofft Kwasniok auf das Ende der Torflaute. (pa)
TSV Vatanspor Bad Homburg - Germania Ober-Roden (Samstag, 17 Uhr)
Die Fans vom TSV Vatanspor Bad Homburg dürften gespannt sein, wie sich die Mannschaft morgen gegen Germania Ober-Roden präsentieren wird. Nach dem Traumstart mit 13 Punkten aus den ersten fünf Partien setzte es zuletzt zwei Niederlagen, bevor der spielfreie Tag auf der Agenda stand: "Auf jeden Fall wollen wir selbstbewusst in das Spiel gehen. Zum Glück hatten wir nach dem 1:6 in Friedberg ein Pokalspiel, das wir gewonnen haben. Die Jungs haben gut trainiert und die letzten zwei Niederlagen sind für uns kein Beinbruch, weil wir vorher auch hier oder da Spielglück gehabt haben", sagt TSV-Coach Jörg Loutchan. Bei der Frage nach einer möglichen Sonderbewachung für Ober-Rodens Top-Torjäger Marco Christophori-Como lässt Loutchan keinen Zweifel aufkommen: "Jede Mannschaft hat Spieler, die hervorstechen. Wenn wir uns danach richten würden, dann schränken wir uns bei unseren eigenen Möglichkeiten ein."
Top in der Offensive, aber auch anfällig in der Defensive. So lässt sich die Situation bei Germania Ober-Roden trefflich beschreiben. Jedenfalls kommen die Zuschauer tortechnisch durchschnittlich immer auf ihre Kosten. Der Aufsteiger tritt morgen bereits zu seinem sechsten Auswärtsspiel an und der Terminkalender sieht es vor, dass die Elf von Adi Akinwale auch die darauf folgenden beiden Punktspiele zu Gast auf anderen Plätzen ist. Ein Nachteil muss das aber nicht sein, schließlich hat die Germania sieben ihrer neun Punkte auswärts eingestrichen. (cw)
SG Rot-Weiss Frankfurt II - SV FC Sandzak (Sonntag, 14 Uhr)
Frankfurter Derby in der Verbandsliga Süd! Nachdem die Spvgg. 05 Oberrad und der FC Kalbach nach der letzten Saison in die Gruppenliga West abgestiegen waren, nahmen der SV FC Sandzak und Rot-Weiss II das "Frankfurter Kontingent" ein und treffen nach dem gemeinsamen Aufstieg nun auf hohem Niveau wieder aufeinander. Duelle beider Teams gab es schon in der Saison 2014/15 in der Kreisoberliga Frankfurt sowie 2016/17 in der Gruppenliga West. "Ein Stück Brisanz steckt da schon drin", erinnert sich Rot-Weiss-Trainer Hicham Tahrioui an den Zweikampf in der letzten Saison um die ersten beiden Plätze. Im Duell mit den Balkan-Kickern will seine "Schülermannschaft" wie in den vergangenen beiden Heimspielen "vieles richtig machen und befreit aufspielen", wie Tahrioui anmerkt. Der Coach befand sich unter der Woche auf einer Fortbildungsreise und bekam von daher nicht viel vom Trainerwechsel bei der Hessenliga-Mannschaft mit. Ohnehin lässt sich Tahrioui durch solche Dinge kaum aus der Ruhe bringen, sondern strahlt stets eine gewisse Souveränität aus, die sich auch auf das Spiel seines Teams überträgt. Der Übungsleiter sieht Sandzak als "technisch gute und spielstarke Mannschaft" an. Fehlen werden ihm am Sonntag der gelb-rot-gesperrte Gurkaraman Singh und der verletzte Routinier Abdelhalim Chehab. Sandzak muss auch im Gastspiel auf dem Kunstrasenplatz am Brentanobad auf Neuerwerbung Shelby Printemps verzichten.
Neben dem Haitianer wird auch Mario Ljubicic beim SV FC fehlen. Sandzaks Trainer Aleksandar Pajic wiederholt unterdessen gebetsmühlenartig sein Saisonmotto: "Die Lage ist bei uns unverändert geblieben. Wir kämpfen um jeden Punkt und versuchen auswärts einen Punkt zu ergattern. Denn bis zum Saisonende ist jeder Punkt für uns Gold wert". Der serbische Coach, der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, hat genau im Kopf, dass von den elf geholten Punkten am Saisonende sechs wegen der fehlenden Jugendabteilung flöten gehen. Dennoch will Pajic weiter mit attraktivem Fußball dieses Handicap ausgleichen: "Wir brauchen diese Liga und die Liga braucht uns. Wir wollen immer etwas anbieten", sagt der routinierte Übungsleiter und zollt dem Gegner seinen Respekt: "Beide spielen einen gepflegten Fußball und es geht um eine Frankfurter Rivalität. Ich sehe Rot-Weiss trotz der jungen Mannschaft als Favoriten an. Wir wollen uns mit ihnen messen und wollen überall punkten", bekräftigt Pajic. Über die Ausfälle von Printemps und Ljubicic macht sich Pajic wenig Gedanken: "Heute ist Abschlusstraining. Wir haben genügend Alternativen", gibt sich der SV FC-Trainer gelassen. Eine Option für die Startelf ist Stürmer Almir Derdemez. Der Ex-Cottbusser glänzte nach seiner Einwechslung beim 3:1-Sieg gegen Rot-Weiß Darmstadt und markierte den wichtigen Zwischenstand zum 2:0. (pa)
Türk Gücü Friedberg - SC 1960 Hanau (Sonntag, 15 Uhr)
Türk Gücü Friedberg ist zu Hause eine Macht. Vier Siege und 18:4 Tore sprechen eine eindeutige Sprache. Das Derby gegen Hanau hat aber vielleicht seine eigenen Gesetze: Das letzte Aufeinandertreffen der beiden türkischen Clubs hat wohl jeder noch auf dem Schirm, das die Friedberger mit 2:0 für sich entschieden hatten, dafür zwei Handelfmeter benötigten und drei Hanauer mit Roten Karten vom Platz flogen. "Das was da passiert ist, gibt es einmal im Jahrhundert. Es war sehr kurios und wird kein Maßstab sein. Am Sonntag wird es sehr schwer, weil 1960 Hanau einen sehr starken Kader hat und ich sie zu den drei besten Mannschaften in der Liga zähle", ist sich Türk Gücü Friedbergs Trainer Mustafa Fil der Schwere der Aufgabe bewusst. Der 41-Jährige hofft auf ein "super gutes und interessantes Spiel für die Zuschauer, weil beide Mannschaften gute Spieler stellen. Beide Vereine haben einen guten Draht zueinander, so dass es auch friedlich ablaufen sollte." Beim Tabellenzweiten ist der Kader bis auf Kevin Effiong vollzählig, der eine Gelb-Rote Karte aussitzen muss.
Die Gäste haben letzte Woche ihr erstes Heimspiel gegen den FC Alsbach gewonnen. Interimstrainer und Pressesprecher Okan Sari hofft, dass dieser Impuls auch mit nach Ober- Rosbach genommen wird: "Die Einstellung und die Mentalität haben da von Anfang an gestimmt. Über Qualität brauchen wir nicht zu reden, die ist bei uns da. Wenn uns Mustafa zu den ersten drei der Liga zählt, dann wollen wir das auch unter Beweis stellen", möchte Sari bei den Friedbergern auf jeden Fall nicht mit leeren Händen nach dem Spiel dastehen, und weiter: "Beide Vereine verstehen sich, und wir haben gegenseitig Ex-Spieler in den eigenen Reihen. Auf dem Platz gibt jeder Spieler für seinen Verein Gas, das ist ja das Schöne am Fußball. Ich hoffe, dass wir ein faires und gutes Spiel sehen, ohne Verletzte und ohne Rote Karten wie beim letzten Mal." (cw)
1. Hanauer FC - Viktoria Urberach (Sonntag, 15 Uhr)
Als bester Aufsteiger steht der 1. Hanauer FC derzeit auf dem vierten Tabellenplatz mit vierzehn Zählern. Auffallend dabei ist, dass der 1. FC noch keines seiner drei Heimspiele gewinnen konnte: "Wir arbeiten schwer daran, sind aber bis jetzt absolut zufrieden. Der Mannschaft ist überhaupt kein Vorwurf bezüglich unserer Heimbilanz zu machen, im Gegenteil. Wir haben gegen drei richtig gute Mannschaften zwei Punkte geholt", sagt Hanaus sportlicher Leiter Giovanni Fallacara. Gegen Urberach erwartet Fallacara einen "offenen Schlagabtausch, weil wir unbedingt gewinnen wollen, aber Urberach ist eine tickende Zeitbombe ist, bei denen früher oder später der Knoten platzen wird." Beim Aufsteiger sind die drei Ex-Profis Ervin Skela, Michael Fink und Daniyel Cimen an Bord, und im Anschluss an das Spiel werden die Hanauer im Rahmen ihrer Pressekonferenz den neuen Trikotsponsor vorstellen.
Dem Hessenliga-Absteiger Viktoria Urberach dürfte der Auswärtssieg zuletzt bei Tabellenführer FV Bad Vilbel ordentlich Selbstbewusstsein gegeben haben. Auf jeden Fall möchte der FC gerne an diese Leistung anknüpfen: "Schade, dass das Spiel zu Hause gegen Bruchköbel nach unserem Erfolg in Bad Vilbel abgesagt wurde. Auf dieser Leistung können wir aufbauen und unsere Tendenz zeigt auf jeden Fall nach oben. Der Vorteil ist, dass unsere angeschlagenen Spieler mehr Zeit hatten, sich zu regenerieren", nimmt Urberachs Co-Trainer Marco Saul den positiven Effekt aus der zweiwöchigen Zwangspause mit. Ähnlich wie Fallacara erwartet Saul mit seinen Urberachern, die mittlerweile zum fünften Mal in Folge den Gang auf den fremden Rasen antreten, einen "offenen Schlagabtausch, lieber wäre uns aber, dass wir hinten sicher stehen. Hanau ist offensiv sehr stark, aber wir haben auch ein bis zwei Schwächen ausgemacht, auf die wir Antworten haben werden. Wir wollen auch Lösungen finden, um gefährlich zu sein und was Zählbares mitnehmen." (cw)
Rot-Weiß Darmstadt - Usinger TSG (Sonntag, 15 Uhr)
Darmstadts Trainer wollte vor der Partie gegen den Tabellenzweiten aus Usingen nicht von einem Spitzenspiel sprechen, was wohl auch daran liegt, dass der Tabellensechste in den letzten drei Spielen nicht gewinnen konnte und nun "in der Bringschuld" ist, wie Dominik Lohrer erklärte und dann noch hinzufügte: "Unsere Jungs wissen, dass sie mehr investieren müssen, um im Heimspiel etwas Zählbares mitzunehmen." In den letzten drei Partien hat dies nicht funktioniert und so mussten die Darmstädter zweimal als Verlierer vom Platz gehen. Das sorgte gleichzeitig für einen Rückstand in der Tabelle, nachdem die Mannschaft sehr gut in die Verbandsliga-Saison gestartet war. Trotzdem erwartet Lohrer ein Spiel auf Augenhöhe gegen einen selbstbewussten Gegner. "Ich denke, es wird eine körperbetonte Partie, in der beide Teams kompakt stehen werden. Wir wissen was auf uns zu kommt und wollen die Tore dieses Mal machen", lautet die Devise vom Rot-Weiß Trainer. Dabei muss Lohrer aber weiterhin die Ausfälle von Christopher Nguyen, Martin Schwarz und Gordon Häder verkraften. Zudem sind Alvano Kröh und Marvin Deusser fraglich.
Mit vier Siegen in Folge gelang den Usingern der Sprung auf den dritten Tabellenplatz in der Verbandsliga Süd. Aus diesem Grund tritt die UTSG das Auswärtsspiel mit breiter Brust an. "Die Vorbereitung lief gut, die Jungs ziehen alle mit und die Qualität ist vorhanden, deshalb schwimmen wir gerade aus dieser Welle. Wir haben einen Lauf", erklärte Usingens Torwart Jan-Eric Dreikausen die momentane Euphorie, die in Usingen herrscht. Auch der Torhüter und Kapitän der Mannschaft von Marcel Kopp erwartet eine hart umkämpfte Partie, in der die Usinger wieder alles in die Waagschale werfen möchten. "Unser aktueller Lauf könnte ein Vorteil sein, denn wir wissen, dass wir mithalten können. Trotzdem dürfen wir uns aber auch nicht auf dem Erfolg ausruhen", sagte Dreikausen, der sich auf die Partie in Darmstadt freut, um die nächsten Punkte holen zu können. Dabei erwartet der Usinger Keeper keine leichte Aufgabe, hofft aber, weiterhin an der Tabellenspitze mitmischen zu können. (se)


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