Urberach siegt dank Kalzus Doppelpack
Verbandsliga Süd: Germania Ober-Roden kassiert erste Niederlage
Tim Kalzu hatte nach seinen beiden Treffern für Urberach im Rödermark-Derby gut lachen. Foto: Pedro Acebes
FC Viktoria Urberach - Germania Ober-Roden 2:1 (1:1)
Die noch sieglose Viktoria begann druckvoll und arbeitete sich früh vor das Tor der Ober-Rodener Germanen, allerdings ohne richtig gefährlich zu werden. Die einzige Möglichkeit zu Beginn resultierte aus einem Zufallsprodukt. Ein Rückpass von Germanias Daniel Souto geriet zu kurz, Urberachs Patryk Czerwinski spritzte dazwischen. Letztlich konnte Gästetorhüter Christoph Kahl die Situation bereinigen. Beide Mannschaften beackerten sich intensiv, aber Torchancen bekamen die Zuschauer im ersten Durchgang kaum zu sehen. Die Gäste hatten mit nur vier Kilometern eine sehr kurze Anreise zu bewältigen, dementsprechend brachten sie auch viele Anhänger mit. Es war jedoch kein hochklassiges Spiel, sondern es wurde dürftiges Verbandsliga-Niveau geboten. Und das obwohl mit Youssef Mokhtari bei Urberach und Fabian Bäcker bei Germania Ober-Roden zwei ehemalige Bundesligaspieler auf dem Rasen standen.
Die beiden Tore in der ersten Hälfte fielen dann nach etwas mehr als einer halben Stunde und im Drei-Minuten-Takt. Beide Treffer lösten aber vehemente Proteste aus, weil der Gegner den jeweiligen Torschützen im Abseits wähnte. Das war bei Tim Kalzus 1:0 so (32.), als Germanias Trainer Adeniyi Akinwale und Teammanager Daniel Hoffstadt eine Absteitsstellung reklamierten. Drei Minuten danach das gleiche Bild auf der anderen Seite. Diesmal glich Mohammed Hakimi für die in orange-schwarz angetretenen Besucher aus (35.). Hinterher beschwerte sich Urberachs Co-Trainer Marco Saul, der die Verantwortung für den unabkömmlichen Chefcoach Jochen Dewitz übernommen hatte, über eine Abseitsposition von Germanias Fabian Bäcker. Doch die Proteste brachten nichts ein. Beide Treffer fanden bei Schiedsrichter Vincent Schandry aus Königstein die Anerkennung und somit ging es mit einem leistungsgerechten 1:1 in die Pause. Die zweite Hälfte begann weniger intensiv.
Norbert Rink: "Wir sind am Ende bestraft worden"
Lange Zeit passierte wenig, auch wenn die lokale Formation den Druck etwas verstärkte. Auch als dann in der 68. Minute Germanias Fabian Friess mit der Gelb-Roten Karte das Spielfeld verlassen musste, blieb die große Schlussoffensive der Gastgeber weitestgehend aus. Die Gäste hätten in Unterzahl sogar gewinnen müssen, als Bäcker sich vor Urberachs Torwart Dennis Weinreich die Ecke aussuchen konnte, aber stattdessen ziemlich ungenau quer legte (86.). Dass sich diese schlampig ausgelassene Chance rächen sollte, hatte Germanias Präsident Norbert Rink auf der Tribüne bereits geahnt: "Da muss Bäcker das 2:1 machen. Ich habe zu meinem ehemaligen Präsidenten-Kollegen von Urberach gesagt, dass sich das rächen könnte und so kam es dann auch. Wir sind am Ende bestraft worden. Ein Remis wäre in diesem schwachen Spiel gerecht gewesen. Es war unser schwächster Auftritt in dieser Saison", resümierte der Gäste-Präsident, der die vier Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegte und von vielen Besuchern erkannt und begrüßt wurde.
So schlug Tim Kalzu in der Nachspielzeit noch einmal zu. Der von der SG Egelsbach aus der Kreisoberliga Offenbach gekommene Torjäger ließ die Urberacher mit seinem späten 2:1 jubeln (90./+3). Urberachs Trainer Marco Saul war über den Sieg glücklich: "Wir wissen aber auch, dass wir wenige Minuten vorher auch gegen zehn Mann hätten verlieren können. Das muss für uns nun der Turnaround sein, dass wir uns das Glück erarbeitet haben. Wir dürfen uns aber nicht beschweren, wenn wir am Ende verlieren. Wir hätten mit dem Unentschieden leben müssen. So fällt bei uns mal der letzte Ball vorne rein. Wir hatten schon in der Hessenliga nie Glück, jetzt haben wir uns das erarbeitet", befand Saul, der über Kalzus Doppelpack erfreut war: "Er hat in zwei Spielen vier Tore gemacht und kommt aus der Kreisoberliga und macht einfach mit dem Toreschießen weiter. Der Junge hat Qualität und er hat es sich verdient, hier zu spielen", zeigte sich der Coach über den Youngster begeistert.
Die Statistik:
FC Viktoria Urberach: Weinreich - Schneider, Toprak, Serra, Kalzu, Czerwinski, Benhima (79. Hamed), Scheel, Mokhtari, Sariano, Gecili - Trainer: Marco Saul.
Germania Ober-Roden: Kahl - Friess, Marweg, Christophori-Como, Hakimi (88. Firat), Bäcker, Souto (67. Gruber), Lehnert, Palacios Hernandez, Özgün (83. Mensinger) - Trainer: Adeniyi Akinwale.
Schiedsrichter: Vicent Schandry (Königstein).
Zuschauer: 460.
Tore: 1:0 Tim Kalzu (32.), 1:1 Mohammed Hakimi (35.), 2:1 Tim Kalzu (90./+3).
Gelb-Rote Karte: Fabian Friess (Germania Ober-Roden/68.).


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