Vatanspor schaut nur noch nach vorne
Verbandsliga Süd: Lars Schmidt vor Heimpremiere
Vatanspor-Trainer Jörg Loutchan lässt sich vom Tabellenstand nicht beeindrucken. Foto: Steffen Turban
SV FC Sandzak - Germania Ober-Roden (Sonntag, 15 Uhr)
Nach sechs sieglosen Spielen in Folge ist Sandzak in die Abstiegszone abgerutscht und empfängt nun die formstarke Germania Ober-Roden, die mit dem 4:1-Heimsieg gegen Nidda aufhorchen ließ. Nachdem sich zwischenzeitlich auch SV FC-Trainer Aleksandar Pajic vom Balkan-Klub verabschiedet hat, gerät der Frankfurter Aufsteiger im Kampf um den Klassenerhalt immer mehr in Zugzwang. Mehr Zielstrebigkeit in der Offensive könnte ein Mittel sein, um gegen den Mitaufsteiger aus Rödermark zum dringend benötigten Heimsieg zu kommen.
Denn zuletzt lag das größte Problem der Mannschaft von Interimstrainer Murat Sejdovic darin, ein Spiel zu gestalten und Tore zu erzielen. Beim 0:6-Debakel gegen Türk Gücü Friedberg gingen seine Schützlinge komplett unter. "Wir glauben an unser Team und sind hochmotiviert. Wir müssen nach vorne schauen und zu alter Stärke zurückfinden", fordert Vorstandsmitglied Anwaar Naamnih, der den weiterhin rotgesperrten Sejdovic an der Seitenlinie vertreten wird.
Unterdessen holten die Gäste nach der Winterpause in zwei Spielen drei Punkte. Im Hinblick auf den angepeilten Klassenerhalt ist Rang sechs momentan noch nicht dazu geeignet, sich zurückzulehnen. Denn der Vorsprung auf den möglichen ersten Abstiegsplatz beträgt nur sechs Zähler. "Das Auswärtsspiel bei Sandzak wird eine Herausforderung. Einserseits erscheint die Aufgabe lösbar, da dem Gegner der Auftakt misslang und sie mehr und mehr unter Druck geraten", meint der Sportliche Leiter Daniel Hoffstadt vor der Reise in den Frankfurter Norden.
"Andererseits liegt genau darin die Gefahr. Eigentlich muss Sandzak gewinnen, um in der Tabelle den Anschluss zu halten und sie wollen sicher auch intern eine neue Stimmung schaffen", fügte Hoffstadt hinzu und kündigte an: "Wir fahren gut damit, unsere volle Konzentration auf dieses Spiel zu legen. Wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, haben wir eine gute Chance, das Spiel erfolgreich zu gestalten." Verletzt fehlt nur Torjäger Marco Christophori-Como.
TSV Vatanspor Bad Homburg - Türk Gücü Friedberg (Sonntag, 15 Uhr)
So schnell kann es gehen: Zur Winterpause lag Vatanspor noch auf Rang drei mit 34 Punkten, Mitte März ist das Punktekonto auf 28 Zähler geschrumpft und es heißt für die Kurstädter nun: Willkommen im Abstiegskampf. Denn nach drei Niederlagen in Folge und dem nun vollzogenen Punktabzug in der Causa Emil Yalin gerät der TSV immer mehr in die Bredouille. "Der Tabellenstand beeindruckt mich nicht. Wir gehen da rein und wissen, dass es um drei Punkte geht. Nicht mehr und nicht weniger. Sicher gibt es bessere Voraussetzungen, aber die Mannschaft hat gut trainiert und zuletzt in Alsbach konnte ich dem Team keinen Vorwurf machen", sagt TSV-Trainer Jörg Loutchan vor dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Türk Gücü Friedberg.
Im Hinspiel ging Vatanspor mit 1:6 unter, konnte das Spiel aber lange offen gestalten. "Da hat man den Friedberger Killerinstinkt gesehen. Sie verfügen über eine große individuelle Klasse", weiß Loutchan. "Wir wollen uns auf das wesentliche konzentrieren und der Fall Yalin ist nach dem Urteil für uns Vergangenheit. Wir haben genug Baustellen und Probleme und schauen jetzt nur noch nach vorne", fordert der Übungsleiter volle Konzentration auf das Spiel.
Bei Türk Gücü Friedberg ist die 1:2-Niederlage gegen die Usinger TSG verarbeitet worden: "Wir waren nicht gut drauf und der Gegner war besser. Fußball ist ein Ergebnissport und da zählt nur das Resultat", findet Trainer Mustafa Fil und schaut nun auf das türkisch-türkische Duell am Sonntag: "Für uns ist das ein Spiel wie jedes andere auch. Wir sind fokussiert und wollen unseren Matchplan durchziehen sowie erfolgreich wiederkommen." Dabei hat der Coach erneut die Qual der Wahl und wird den zuletzt in der A-Liga-Reserve mit fünf Toren überzeugenden Neuzugang Serhat Özalp mit in den Kader nehmen.
"Wir wollen das Maximum rausholen und es geht um den Erfolg des Vereins. Persönliche Belange spielen da keine Rolle", betont Fil, dass er nur 18 Spieler mitnehmen kann. "Für uns geht es darum, bis Saisonende Platz zwei abzusichern. Bad Vilbel ist für uns uninteressant", benennt Fil das Ziel Aufstiegsrunde zur Hessenliga.
FC Bensheim - FC Alsbach (Sonntag, 15 Uhr)
Nach vier Punkten aus den ersten beiden Spielen des Jahres musste sich der FC Bensheim zuletzt trotz Überzahl am Ende dem Hanauer SC geschlagen geben. "Wenn man das ganze Spiel betrachtet, geht das Ergebnis schon in Ordnung", so Ludwig Brenner. In der kommenden Partie gegen Alsbach kommt es laut dem Trainer zum "absoluten Derby. Das sind immer hart umkämpfte Spiele." So wie im Hinspiel, dass die Bensheimer mit 2:1 für sich entscheiden konnten. Die Gäste sind sehr gut ins neue Jahr gestartet und konnten bislang sieben Zähler einfahren. "Die kommen mit breiter Brust und haben Selbstvertrauen. Das hat man auch gegen Usingen gesehen", sagt Brenner.
Dennoch zählt er Alsbach zu den Mannschaften, die ähnlich wie sein Team um den Klassenerhalt kämpfen. "Aber die wissen auch, dass wir sie am Wochenende nicht überholen können. Wir sind unter Druck und müssen das Spiel eigentlich gewinnen, um sie nicht zu weit weg zu lassen", macht der Coach deutlich, dem sich für die Partie wieder mehr Möglichkeiten bieten, da einige kranke und verletzte Spieler wieder zur Verfügung stehen. Ob das allerdings auch bei Benedikt Saltzer, der gegen Hanau passen musste, entscheidet sich noch. "Sein Fehlen hat sich bemerkbar gemacht. Er hat in den ersten beiden Spielen jeweils zwei Tore gemacht und würde uns fehlen."
TS Ober-Roden - Hanauer SC (Sonntag, 15 Uhr)
Am vergangenen Wochenende ging es auch für den Hanauer SC endlich wieder los und mit dem 2:1-Sieg gegen Bensheim war der Auftakt ins neue Jahr auch durchaus erfolgreich. "Wir haben das gut gemacht", sagt Okan Sari, dessen Team erst nach dem Platzverweis gegen Kazuki Takahashi noch etwas in Bedrängnis geriet, den Vorsprung aber über die Zeit brachte. Mit dem Japaner wird allerdings "ein ganz wichtiger Spieler" in den nächsten beiden Partien gesperrt zuschauen müssen. Zudem laboriert Güney Günel noch mit Knieschmerzen. Hinter seinem Einsatz gegen die TS Ober-Roden steht noch ein Fragezeichen.
Die Gastgeber schätzt der Sportliche Leiter als eine "junge, taktisch gut geschulte und laufstarke Mannschaft" ein, die mit Cengiz Veisoglu und Feta Suljic zwei starke Offensivkräfte in ihren Reihen hat. Zudem legte die Turnerschaft einen starken Start ins neue Jahr hin. Nach zwei Siegen folgte unter der Woche ein 1:1 gegen das Topteam aus Bad Vilbel. Dennoch wollen die Hanauer auswärts etwas mitnehmen. "Wir haben derzeit 29 Punkte und müssen 45 Punkte holen. Alle Mannschaften schmeißen alles rein, um Punkte zu holen. Es wird noch enger als letzte Saison", vermutet Sari und macht auch darauf aufmerksam, dass "der direkte Vergleich zählt." Da liegt der HSC nach dem 1:2 im Hinspiel hinten.
Hanau 93 - SG Bruchköbel (Sonntag, 15 Uhr)
Nach dem 0:5 gegen den FV Bad Vilbel vor einer Woche sollen für den 1. Hanauer FC im Derby wieder "drei Punkte her. Punkt aus", so die klaren Worte von Giovanni Fallacara, der anmerkte, dass Bruchköbel "als ich angetreten bin, zwei Klassen über uns war. Heute begegnen wir uns mindestens auf Augenhöhe."
Die Gäste sieht der Sportliche Leiter im Vergleich zur Hinrunde gefestigter. "Das liegt am Trainerwechsel. Albert Repp ist ja ein ehemaliger 93er und war früher ein Topspieler in der Region. Das wir ein ganz gefährliches Spiel. Aber nicht nur für uns, sondern für jede Mannschaft", warnt Fallacara davor, den Gegner zu unterschätzen, der zuletzt der TS Ober-Roden mit 0:2 unterlegen war, zuvor aber gegen Urberach den ersten Sasionsieg feiern konnte. Kadertechnisch stehen außer Sascha Ries (Fieber) alle Mann zur Verfügung. Ohne dem Trainer vorgreifen zu wollen, kann sich Fallacara aber vorstellen, dass es in der Aufstellung ein paar Änderungen geben und "die Spieler mit Vergangenheit in Bruchköbel eine Chance bekommen" könnten.
Zudem machte Fallacara auf ein besonderes Highlight aufmerksam. Der Fernsehsender Sat 1 wird am Wochenende bei der Partie anlässlich des 125-jährigen Vereinsjubiläums ebenso vor Ort sein, wie einige ehemalige Zweitligaspieler der 93er. Auch die Traditionsmannschaft des Clubs wird sich die Partie anschauen.
Viktoria Urberach - FV Bad Vilbel (Sonntag, 15 Uhr)
Wenn das Wetter nicht komplett umschlägt, soll Urberachs Trainer Lars Schmidt gegen Tabellenführer FV Bad Vilbel seine richtige Heimpremiere im Waldstadion an der Traminer Straße feiern. Denn seit dem 22. Oktober haben die "Orwischer" kein richtiges Heimspiel mehr absolviert. Zuletzt musste die Viktoria nach Jügesheim und Langen ausweichen, sowie das Heimrecht gegen Bruchköbel drehen. In guter Erinnerung ist den Gastgebern noch der 1:0-Hinspielsieg im September am Niddasportfeld. Denn das war bis dato auch die letzte Niederlage der Brunnenstädter, die seitdem in 13 Partien ungeschlagen blieben und sich trotz des enttäuschenden 1:1 gegen die TS Ober-Roden die Tabellenspitze zurückeroberten.
"Wir dürfen jetzt nicht alles auf das Hinspiel legen. Aber unsere Jungs wissen, wie man einen Tabellenführer schlägt und dieses Gefühl haben sie sicherlich genossen", sagt der Ex-Profi, der an jenem 8. September 2017 noch nicht für die Urberacher verantwortlich war. Die Wetterauer hat der erfahrene Coach beim 5:0-Sieg gegen Hanau 93 unter die Lupe genommen und war beeindruckt: "Sie sind natürlich durch den stetigen Erfolg sehr stabil und machen sich nicht verrückt. Dabei lauern sie auf Fehler des Gegners und nutzen diese aus", hat der Übungsleiter beobachtet.
Von seinem Team fordert Schmidt zunächst" nicht alles spielerisch lösen zu wollen. Wir müssen mit einfachen Mitteln agieren. Gegen so einen guten Gegner muss vieles zusammen kommen, um zu punkten." Personell hofft er auf den Einsatz von Routinier Youssef Mokhtari. "Er hat mittrainiert, aber immer wieder Beschwerden. Ein erfahrener Mann wie Moki hilft uns sicherlich weiter", weiß Schmidt. Für seinen Amtskollegen Amir Mustafic sind Spiele gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte "immer schwierig. Sie kämpfen bis zum Umfallen gegen den Abstieg und wenn wir nicht bis zum Ende konzentriert sind und den letzten Willen vermissen lassen wie beim 1:1 gegen TS Ober-Roden, dann können wir nicht gewinnen."
Dennoch ist der Coach von den Stärken seiner Vilbeler überzeugt, die erst 13 Gegentreffer in 20 Spielen zuließen und auch vorne klasse besetzt sind: "Wenn wir über unsere spielerischen Stärken kommen, wird es für jeden Gegner schwer." Beim Hessenliga-Aspiranten ist die Rückkehr von Defensivspieler Jonas Grüter eine weitere Option. Der Vilbeler Coach ist von den Fähigkeiten seines Amtskollegen, der 2010 sein indirekter Nachfolger bei der TGM/SV Jügesheim war, überzeugt: "Lars Schmidt wird es in Urberach richten. Er ist erfahren genug, um mit diesem Team die Klasse zu halten."
Viktoria Nidda - Rot-Weiß Darmstadt (Sonntag, 15 Uhr)
Die Gastgeber mussten sich am letzten Spieltag trotz Führung mit 1:4 bei Germania Ober-Roden geschlagen geben. "Das war einfach desolat. Wir haben so viele Fehler gemacht und hatten einfach keine Beine an dem Tag", so Carsten Weber, der die Niederlage aber auch nicht dramatisieren will. "So Spiele gibt es. Die Mannschaft kann das richtig einordnen."
Der Fokus in der Trainingsarbeit dieser Woche lag laut dem Coach darauf, "schnellstmöglich wieder Stabilität reinzubekommen." Mit Rot-Weiß Darmstadt hat die Viktoria nun einen Gegner zu Gast, der nach Webers Meinung "unter Wert steht. Die hatte ich vor der Saison ganz vorne auf der Rechnung. Das ist eine Mannschaft mit einer extrem hohen Geschwindigkeit."
Personell sieht es für das Wochenende gut aus. Torjäger Jannik Jung, der in diesem Jahr noch nicht im Einsatz war, ist wieder voll ins Training eingestiegen und wird vermutlich in den Kader zurückkehren. So steht Weber nur der Langzeitverletzte Michael Meinzer nicht zur Verfügung. Die Gäste stecken nach der 0:3-Niederlage gegen Wald-Michelbach weiter mitten im Abstiegskampf und benötigen dringend Punkte. Im Hinspiel trennten sich beide Teams mit einem 1:1. Andreas Klug sorgte in der letzten Minute für den Ausgleich zu Gunsten der Darmstädter.

