Verbandsliga: Kallée gegen die Vergangenheit

HSV könnte Schützenhilfe von Fulda und Lehnerz II erhalten

09. April 2015, 16:00 Uhr

Gewohnte Pose von Fabian Kallée (rechts) im Hünfelder Trikot. Hier bejubelte er gemeinsam mit dem heutigen HSV-Torwarttrainer Christian Ruck den Führungstreffer gegen Urberach im April 2010. Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Auf ein Derby, zwei Topspiele und eine Pflichtaufgabe dürfen die osthessischen Verbandsligisten am Wochenende schauen: Das Derby geht in Asbach über die Bühne, der Hünfelder SV kommt. Eine Pflichtaufgabe hat Steinbach gegen Dörnberg zu erledigen. Außerdem stehen Lehnerz II (in Eschwege) und Borussia Fulda (in Sand) vor hohen Auswärtshürden.

SVA Bad Hersfeld - Hünfelder SV (Samstag, 15 Uhr)

Eigentlich jedes Verbandsliga-Derby weiß gefühlt unzählige personelle Randgeschichten zu erzählen, beim Duell zwischen dem SVA und dem HSV sind es nicht wirklich viele, dafür ganz besondere: So spielte Fabian Kallée drei Jahre in der Haunestadt und pflegt bis heute ein tolles Verhältnis zum Ex-Verein. Kein Wunder, denn in Hünfeld überstand er die eigene fast unendliche Leidenszeit, als er ans Karriereende denken musste, bevor überhaupt das erste Pflichtspiel bestreiten konnte. Danach war er neben Sturmrivale Roberto Kowalski so etwas wie der Publikumsliebling, der mit toller Torquote glänzte und sich darüberhinaus nie zu schade war, auch einmal in der zweiten Mannschaft auszuhelfen. Deswegen sagt er auch voller Inbrunst: "Die Vorfreude auf die Spiele gegen Hünfeld sind immer sehr groß." Und durch die letzten Ergebnisse, als es sieben Punkte aus drei Spielen gab, kann der SVA das Spiel etwas entspannter angehen: "Wir sind aber nach wie vor mehr als gewarnt. Zwar beträgt der Vorsprung neun Punkte, wenn allerdings Willingen oder BC Sport alle Nachholspiele gewinnen würde, wären wir auf einem direkten Abstiegsplatz."

Bei Hünfeld war übrigens einzig Robert Simon auch schon für die Gegenseite aktiv. Der Mittelstürmer kam 2009 aus Eiterfeld nach Asbach und schoss drei Jahre lang Tor um Tor, bis es für den heute 28-Jährigen in die Kreisliga A zum Heimatverein SG Rosa-Roßdorf ging. Seit dieser Saison trifft Simon nun für den HSV, auch beim lockeren 4:0-Hinspielsieg war er zweimal erfolgreich. Aber nicht nur vor ihm ist Kallée gewarnt: "Hünfeld hat vier, fünf von dieser Sorte. Das zeigt schon den Unterschied." Namentlich seien dies beispielsweise Nici Rehm oder Kevin Krieger. Deswegen wäre ein Remis im "Bonusspiel" gegen den Ex-Verein schon ein großer Erfolg für Kallée und seine Mannen.

SV Steinbach - FSV Dörnberg (Sonntag, 16 Uhr)

"Die Quittung gab es schon im Hinspiel", erinnert sich SVS-Trainer Kalle Müller äußerst ungern an die unnötige 0:2-Pleite beim Vorletzten. Und da sein Team Müllers Dünken nach mittlerweile genügend Punkte gegen die vermeintlich Schwachen der Liga liegen ließ, soll Dörnberg tunlichst ernst genommen werden. Denn, wie Müller, betont: "Wir können uns diese Großzügigkeit nicht mehr erlauben." Und auch Sturmführer Florian Münkel weiß: "Wenn wir Dörnberg nicht schlagen, dann ist der Sieg in Sand nichts wert." Dort lieferte Steinbach am Montag ein klasse Spiel ab, ließ wenig bis gar nichts zu und zeigte sich selbst durch Münkels individuelle Klasse eiskalt. Und zudem topfit, schließlich steckte da noch das schwere Spiel in Melsungen vom Samstag in den Knochen. "Man merkt, dass wir fit sind", freut sich Müller deswegen und will jetzt endlich in Rhythmus kommen: "Alleine von den Abläufen her, hat man einen großen Unterschied zwischen Samstag und Montag gesehen. Wir brauchen den Rhythmus jetzt unbedingt."

SV 07 Eschwege - TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr)

"Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass Eschwege neben Borussia Fulda und Hünfeld das Top-Team der Liga ist. Und ich wurde bestätigt", erklärt TSV-Trainer Marco Lohsse, der die Nullsiebener "völlig zu Recht auf dem dritten Platz" sieht. Allerdings können die Lehnerzer mit einem Sieg wieder an Eschwege vorbeiziehen und die osthessische Vormachtstellung in der Verbandsliga neuerlich untermauern - und damit gleichzeitig Schützenhilfe leisten: "Wir wollen Hünfeld helfen, wissen aber, dass es unglaublich schwierig wird", sagt Lohsse, der auf den rotgesperrten Osman Özlük verzichten muss.

SSV Sand - Borussia Fulda (Sonntag, 15 Uhr)

Sand ist das einzig verbliebene Team der Verbandsliga, das Borussia Fulda in Hin- und Rückspiel Punkte abknöpfen könnte. Denn gegen Eschwege, Weidenhausen und Hünfeld, in denen Fulda ebenfalls Punkte ließ, wurde zumindest ein Spiel gewonnen. Im Hinspiel trennten sich beide Teams in der Johannisau torlos. Die aktuelle Stimmungskurve spricht indes deutlich für Fulda, denn Sand schwächelt nach der Winterpause etwas, Fulda gewinnt Spiel um Spiel. Und gewinnen die Borussen auch am Sonntag, dann dürfte Sand auch nur noch ganz schwerlich um Platz zwei mitreden können.

Autor: Johannes Götze