Verbandsliga mit Eichenzell? "Nicht unser angestrebtes Ziel"

Britannias künftiger Spielertrainer Heiko Rützel im Interview

23. Dezember 2015, 07:00 Uhr

Das Trikot der SG Kerzell gehört bald der Vergangenheit an. In der kommenden Saison wird Heiko Rützel den Spielertrainer bei Britannia Eichenzell geben.

Nach zwei Jahren als Spielertrainer in Kerzell wechselt Heiko Rützel im Sommer zum FC Britannia Eichenzell, um dort die Nachfolge von Dominik Möller anzutreten. Wir haben mit dem 32-Jährigen über den Wechsel gesprochen und ihn zu seinen Zielen mit dem jetzigen und zukünftigen Verein befragt.

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass du im Sommer Spielertrainer in Eichenzell wirst. Wie kam es dazu?

Das war eine sehr kurzfristige Entscheidung. Nach den zwei Jahren in Kerzell hätte ich ohne Bedenken noch ein Jahr dran hängen können. Es hat sich jetzt aber so ergeben, dass Dominik (Möller, aktueller Spielertrainer der Britannia, Anm. d. Red.) im Sommer aus privaten Gründen aufhören möchte. So ist Eichenzell dann auf mich zugekommen.

Was hat dich letztlich dazu bewogen, Kerzell zu verlassen und zu Eichenzell zu gehen? Was hat Eichenzell mehr zu bieten?

Es sind vor allem sportliche Gründe, ich möchte für mich persönlich einen Schritt nach vorne machen. Ich bin jetzt 32, will aber nicht wie mein Vorgänger Zlatko Radic noch mit 41 Fußball spielen. So war es mein Ziel, noch eins, zwei Jahre Gruppenliga zu spielen, das kann ich als Spielertrainer in Eichenzell. Dazu kommt, dass Eichenzell ein besonderer Verein für mich ist, ich habe fünf Jahre dort gespielt und wohne mittlerweile auch in Eichenzell. Ich kenne auch einige Spieler, viele sind schon jetzt in meinem Freundeskreis verankert.

Wie schwer fällt dennoch der Abschied von Kerzell?

Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich habe mit dem Vorsitzenden Claus Heiner und dem Sportlichen Leiter Joachim Witzel ein sehr gutes Verhältnis, dazu ist die ganze Mannschaft super intakt. Kerzell ist ein sehr gut geführter Verein, ich habe mich immer sehr wohlgefühlt.

Ein halbes Jahr bleibt dir noch in Kerzell, aktuell steht ihr auf Platz zwei. Wie lautet dein Ziel für die Restsaison?

Wir können noch einiges erreichen, uns ist bewusst, dass wir theoretisch noch aufsteigen können. Schließlich haben wir nur vier Punkte Rückstand auf Hosenfeld. Unser Ziel ist es, mindestens Platz zwei zu verteidigen, um zumindest Relegation zu spielen.

Solltet ihr den Aufstieg wahrnehmen können, würdest du im kommenden Jahr mit deinem künftigen Club Eichenzell auf deinen jetzigen Verein Kerzell treffen. Ist das ein zusätzlicher Ansporn für die Restrunde?

Das habe ich gar nicht so im Kopf. Die anderthalb Jahre in Kerzell waren sehr gut, diese Zeit möchte ich positiv abschließen. Ich denke noch nicht an das, was in der nächsten Saison passieren könnte.

Im Sommer folgt dann also die Rückkehr nach Eichenzell. Was möchtest du mit der Britannia erreichen?

Wir müssen jetzt erstmal sehen, wie sich die Kaderzusammenstellung entwickelt. Meine Ambition sowie die des Vereins ist es, eine gute Rolle in der Gruppenliga spielen zu wollen, wie das Eichenzell in den Vorjahren schon gemacht hat.

Während deiner fünfjährigen Zeit als Spieler in Eichenzell hast du zwei Jahre Verbandsliga gespielt. Willst du als Spielertrainer mit Eichenzell dorthin zurück?

Natürlich will man immer erfolgreich sein und so hoch wie möglich spielen. Das angestrebte Ziel ist die Verbandsliga aber nicht. Man sieht ja, wie attraktiv die Gruppenliga ist und wie attraktiv die Verbandsliga. Eichenzell spielt sehr gerne in der Gruppenliga, keine Frage.

Du hast dich zunächst auf ein einjähriges Engagement geeinigt. Willst du noch darüber hinaus als Spielertrainer arbeiten oder irgendwann nur noch an der Seitenlinie stehen?

Solange die Knochen halten möchte ich noch Spielertrainer sein. So zwei bis drei Jahre kann ich mir vorstellen. Danach möchte ich nur noch im Trainergeschäft tätig sein.

Autor: Steffen Kollmann