Verbandsliga: Müller will nicht in Träumereien verfallen
Steinbach in Sand gefordert / Weber hat „vollstes Vertrauen“ in den Kader
TSV Korbach - SG Bad Soden (Samstag, 15.30 Uhr)
Bad Sodens Trainer Sead Mehic erwaretet eine Korbacher Elf, „die uns keinen offenen Schlagabtausch anbieten wird. Da müssen wir Geduld beweisen.“ Zwar steht Mehic immer noch unter dem Eindruck der Aufholjagd gegen den SSV Sand, der nach 0:2-Rückstand 4:3 bezwungen wurde. „Da hat die Mannschaft gezeigt, was sie kann.“ Doch warnt der Trainer: „Wir dürfen uns nie zu sicher fühlen und müssen viel aggressiver ins Spiel kommen.“ / oi
Hünfelder SV - 1. FC Schwalmstadt (Samstag, 15.30 Uhr)
Dreimal musste der Hünfelder SV zuletzt auswärts antreten, nun dürfen die Mannen von Trainer Dominik Weber endlich wieder auf der heimischen Rhönkampfbahn auflaufen. "Schwalmstadt ist top in die Runde gestartet, das wird eine ganz schwere Aufgabe. Dennoch wollen wir unsere Heimspiele immer gewinnen. Wir freuen uns auf einen Gegner, der sich sicherlich nicht hinten einigeln möchte, sondern mitspielen wird", sagt HSV-Coach Dominik Weber, der definitiv auf Robert Simon (Grippe) und Johannes Helmke (Flitterwochen) sowie möglicherweise auf Sebastian Gensler (Schlag auf den rechten Knöchel) und Tarek Belaarbi (Oberschenkelprobleme) verzichten muss.
Indes fordert Weber von seinem Team, sich weniger Gedanken zu machen. "Ich habe zurzeit das Gefühl, dass sich einige Spieler selbst zu sehr unter Druck setzen. Mit vielen Gespräche möchte ich die Jungs wieder aufrichten, sodass sie zu ihrer alten Stärke zurückfinden. Ich habe vollstes Vertrauen in meinen Kader", betont Weber vor dem Schwalmstadt-Spiel, bei dem Neu-Trainer Hans Schweigert sein Liga-Debüt an der Seitenlinie des Hessenliga-Absteigers feiern wird. Der 62-Jährige wurde in dieser Woche als Nachfolger des zurückgetretenen Carlos Serrano präsentiert.
SVA Bad Hersfeld - SG Schauenburg (Samstag, 16.30 Uhr)
Nach nur drei Punkten aus sechs Spielen und dem daraus resultierenden letzten Tabellenplatz steht der SVA Bad Hersfeld vor dem Heimspiel am Samstag (16.30 Uhr) gegen die SG Schauenburg unter Druck. Der Aufsteiger scheint langsam in der Liga anzukommen. Zuletzt trotzten die Nordhessen der zweiten Mannschaft des KSV Hessen Kassel ein 2:2-Unentschieden ab.
SSV Sand - SV Steinbach (Sonntag, 15 Uhr)
Auch als Tabellenführer schläft es sich gut, das weiß Steinbach-Coach "Kalle" Müller spätestens seit dieser Woche, auch wenn der 53-Jährige weit davon entfernt ist, in Träumereien zu verfallen. "Das ist eine sehr schöne Momentaufnahme, mehr aber auch nicht. Selbst zur 40-Punkte-Marke fehlen uns noch einige Zähler", sagt Müller mit einem breiten Grinsen. Doch jenes Grinsen hat sich der SVS in den vergangenen Wochen redlich verdient. "Die Leistung stimmt, die Jungs ziehen gut mit", freut sich der Coach, der von einem breiteren Kader als in der Vorsaison profitiert, aber auch sagt: "16 Feldspieler - mehr stehen uns ja auch nicht zur Verfügung. Diese Breite haben auch andere Verbandsligisten. Es ist gewiss nicht so, dass wir unseren Kader auf 24 Mann mit lauter Regionalliga-Spielern aufgestockt haben", betont Müller.
In Sand erwarte er eine schwere Aufgabe. "Ich habe mir Sand in Bad Soden angeschaut und muss sagen: Sie gehören zurecht zum Favoritenkreis. Gerade in der ersten Halbzeit waren sie klar überlegen und haben alles im Griff gehabt. Allerdings haben sie es verpasst, den Sack rechtzeitig zuzumachen. Wie sie das Spiel trotz 2:0-Führung dann mit 2:4 aus der Hand geben konnten, das wissen sie wahrscheinlich selbst nicht einmal", rätselt Müller. Fehlen wird Steinbach Toptorjäger Petr Kvaca. Beim 25-jährigen Angreifer, der sich vergangene Woche im Spiel gegen Lehnerz II am Oberschenkel verletzte, steht noch immer eine genaue Diagnose aus. Sein Coach Kalle Müller rechnet derzeit mit "einer Pause von drei Wochen".
TSV Lehnerz II - TSV Rothwesten (Sonntag, 15 Uhr)
"Wir wollen daheim gewinnen - Feierabend", macht der Lehnerzer Übungsleiter Marco Lohsse klar, der von einem richtungsweisenden Spiel gegen Rothwesten spricht. "Auch wenn die Tabelle zurzeit noch sehr verzerrt ist, für uns ist das eine ganz wichtige Begegnung. Gewinnen wir, können wir uns ganz oben festsetzen. Verlieren wir, rutschen wir ins Mittelfeld ab", erklärt Lohsse. Doch gegen Rothwesten erwartet der TSV-Coach eine schwere Aufgabe. "In Steinbach haben sie sehr stark aufgespielt. Wir sollten den Gegner keinesfalls unterschätzen", warnt Lohsse seine Schützlinge. Verzichten muss er auf Torwart André Ditzel, der sich wegen seines Studiums für ein halbes Jahr ins Ausland verabschiedet hat. Für ihn wird Christoph Grösch zwischen die Pfosten rücken. Außerdem wird auch gegen Rothwesten "der eine oder andere Spieler" aus dem Hessenliga-Kader aushelfen.
SV Neuhof - SC Willingen (Sonntag, 15 Uhr)
Alexander Bär, Sportlicher Leiter des SV Neuhof, kann der 0:1-Pleite gegen Hünfeld, bei der gleich drei Spieler des SVN vorzeitig zum Duschen geschickt wurden, auch einiges Positives abgewinnen. "Wir haben aufopferungsvoll gekämpft und waren einem Unentschieden sehr nahe. Auch die Stimmung im Team ist weiter positiv. Wir sind noch motivierter, das Spiel gegen Willingen für uns zu entscheiden", erklärt Bär, der aus einem alten Sprichwort Mut schöpft. "'Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch zu etwas gut sein könnte'. Dementsprechend bin überzeugt, dass die Spieler aus dem zweiten Glied sich am Sonntag aufdrängen werden", hofft Bär. Auch bei Gegner Willingen ist die sportliche und personelle Situation alles andere als rosig. Die Sauerländer, die erst drei Punkte aus den ersten fünf Begegnungen holten, müssen beim Gastspiel in der Kaligemeinde mit Daniel Butterweck sowie den Ullbrich-Brüdern Max und Philipp auf gleich drei Leistungsträger verzichten.

