Verbandsliga: Neuhof "erstmals im Plus"

HSV will Heimstärke gerecht werden

17. September 2015, 18:04 Uhr

Neuhofs Schlussmann Dogus Albayrak muss sich gegen Weidenhausen auf Arbeit gefasst machen.

Wie schon letzte Woche, sind auch am Samstag und Sonntag wieder in sechs von acht Verbandsliga-Spielen osthessische Vertreter dabei. Und in keiner Partie ist rein von der Papierform her nichts drin, ganz im Gegenteil: Asbach empfängt das Schlusslicht, Hünfeld ebenfalls ein Kellerkind, Steinbach ist aktuell fast überall Favorit, zudem hat Neuhof einen kleinen Lauf und Bad Soden spielt als Aufsteiger ohnehin eine ordentliche Rolle.

Melsunger FV - SG Bad Soden (Samstag, 15.30 Uhr).

Richtig angefressen war Sead Mehic nach dem 2:2 vor Wochenfrist gegen Eschwege, als die Leistung seiner Sodener nach der Pause nichts mit Verbandsliga-Fußball gemein gehabt habe. Ansetzen müsse man in mehreren Bereichen, so nehme sich die Mannschaft noch zu oft Auszeiten, die in aller Regelmäßigkeit abgestraft würden, außerdem fehle es noch an Ruhe, genügend Ordnung und Spielkontrolle. „Gerade an den Gegentoren kann man ablesen, dass noch Luft nach oben ist“, verdeutlicht Mehic, der gewiss nichts schlechter machen will, als es aktuell ist: „Als Aufsteiger können wir mit Platz fünf absolut zufrieden sein, aber ich weiß, dass meine Mannschaft besser Fußball spielen kann.“ In Melsungen fordere er nun eine bessere Einstellung, um gegen den disziplinierten Gastgeber nicht unbedingt in schnelle Konter zu laufen. Melsungen steht aktuell auf Rang drei und ist somit das Überraschungsteam der Liga.

Hünfelder SV - SG Schauenburg (Sonntag, 15.30 Uhr).

Drei Punkte sind das erklärte Ziel für das Heimspiel am Sonntag, so wie eigentlich immer: Seit dem Hessenliga-Abstieg im Mai 2013 wurden von 19 Liga-Auftritten in der Rhönkampfbahn 15 gewonnen und kein einziges verloren: „Es ist aber nunmal so, dass wir die Hälfte der Spiele auswärts bestreiten. Dort sind wir vom Kopf her irgendwo gehandicapt, daran müssen wir arbeiten“, weiß auch Dominik Weber. Der Übungsleiter des Hünfelder SV hat trotz allem Respekt vorm Gegner, bei dem er zumindest schon mal Trainer Jurek Förster ganz gut kennt: „Wir haben uns vor 14 Tagen in Grünberg kennengelernt. Er hat mir erzählt, dass sein Team vor allem über den Teamgeist kommt und in jedem Spiel versuchen will, etwas mitzunehmen.“ Weber weilte zum Eignungstest in Bezug auf die B-Lizenz in Grünberg. Die will er nun erwerben.

SV Neuhof - Adler Weidenhausen (Sonntag, 15 Uhr).

„Zwischen Schauenburg und Weidenhausen wird sicherlich ein erheblicher Leistungsunterschied sein“, schätzt Alex Bär, Co-Trainer des SV Neuhof, die Gemengelage zwischen dem letzten und dem kommenden Gegner ein. Bei der SG Schauenburg gelang ein relativ problemloser 4:0-Sieg und damit der zweite Dreier in Serie: „Das gibt uns ein gewisses Selbstvertrauen. Wir sind jetzt erstmals in dieser Saison im Plus. Das heißt, wir haben mehr Punkte als Spiele.“ Um den September zu „vergolden“, benötige es gegen Weidenhausen zumindest einen Punkt, um nachher noch einen Sieg bei Baunatals U 23 einzufahren. Wie das gegen das offensivstarke Weidenhausen funktionieren soll, ist sich Bär noch unschlüssig: „Klar ist nur, dass wir nicht ins offene Messer laufen wollen.“

SV 07 Eschwege - SV Steinbach (Sonntag, 15 Uhr).

Zum vielleicht undankbarsten Gegner muss der SVS reisen, schließlich hat der letztjährige Dritte immer noch eine starke erste Elf, aber erst sieben Pünktchen ergattert. Fünf davon gegen Teams aus Osthessen: „Mit Kaufmann haben sie einen der besten Zehner der Liga, mit Minne und Huhn zwei super Sechser. In Bad Soden waren sie am Samstag in der zweiten Halbzeit klar besser und hatten sich den Punkt mehr als verdient“, urteilt SVS-Coach „Kalle“ Müller, der auf Kapitän und Innenverteidiger Steffen Trabert verzichten muss, weil der sich einen Gips an die Hand hat anlegen lassen müssen. „Er wird uns vor allem aufgrund seiner Kopfballstärke und seiner Spieleröffnung fehlen.“ Die erste Alternative heißt Fabian Wiegand, der die Rolle auch schon ausfüllte, als Traberts Partner Alex Terentew fehlte. Wieder dabei sein wird Petr Kvaca, der schon beim glatten 3:0-Sieg gegen Korbach im Kader stand.

TSV Korbach - TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).

Drei Punkte hatte Marco Lohsse als erklärtes Ziel vor den beiden letzten Heimspielen ausgegeben. Gegen Rothwesten und Sand wurden es letztlich deren sechs. Mitnichten ein Grund sich in Korbach zurückzulegen: „Wir müssen versuchen, jetzt dranzubleiben. Wir wollen auf jeden Fall einen Punkt mitnehmen, dann haben wir nächsten Mittwoch gegen Bad Soden ein absolutes Spitzenspiel“, erklärt Coach Lohsse, der mit seiner Mannschaft über die Maßen zufrieden ist: „Klar ist aber auch, dass bei diesem jungen Team Formschwankungen kommen werden. Darauf müssen wir uns einstellen, hoffen aber einfach, dass sie nicht zu früh kommen.“

SVA Bad Hersfeld - KSV Baunatal U 23 (Sonntag, 16 Uhr).

Die "Sechs-Punkte-Tage" begannen äußerst erfolgreich für den SVA, der Willingen gestern mit 5:2 besiegen konnte. Und das ohne den Zielspieler schlechthin, denn Kapitän Sebastian Schuch musste aus beruflichen Gründen passen. Am Sonntag ist er wieder mit dabei, dafür fällt Andreas Pannek ob der gegen Willingen gesehenen Gelb-Roten-Karte aus. Baunatals U 23 ist wie schon vor Jahresfrist ganz schwach gestartet: Noch kein Sieg steht nach acht Spielen zu Buche, immerhin drei Unentschieden konnten eingefahren werden.

Autor: Johannes Götze