VfB Friedberg die Überraschung der Saison

Gruppenliga Frankfurt West: Aufsteiger steht im oberen Drittel

18. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Die Spieler des VfB Friedberg begrüßen die Mannschaft der SG Rot-Weiss II. Foto: Mithat Gürser.

Den Aufsteiger aus der Kreisstadt hatte vor der Saison kaum einer auf der Rechnung. Doch der VfB Friedberg avancierte in der Gruppenliga Frankfurt West zu der Überraschungsmannschaft der Saison und spielte fast durchgängig im oberen Drittel mit. Zur Winterpause ist das Team von Trainer Jürgen Ohl punktgleich mit dem SC Dortelweil und liegt auf dem guten fünften Platz.

Situation vor der Saison:

Der VfB Friedberg wurde am Ende der Saison 2015/16 Vizemeister in der Kreisoberliga Friedberg. Damit qualifizierten sich die Ohl-Schützlinge für die Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West. Durch den glücklichen Umstand, dass aus den höheren Aufstiegsrunden jeweils der Zweite "mitgehen" konnte, kamen auch in diesen Aufstiegsspielen letztlich zwei durch. Damit stand der Aufstieg der Friedberger eigentlich schon nach dem 2:0-Sieg gegen den "Vize" aus der Kreisoberliga Hochtaunus, den FV Stierstadt fest. Da der dritte Teilnehmer der Runde, der SV BKC Bosnien aus der Frankfurter Kreisoberliga, mit 4:1 in Stierstadt gewonnen hatte, standen sowohl Bosnien als auch Friedberg vor dem letzten Spiel als Aufsteiger fest. Letztlich gewannen die Balkan-Kicker das letzte Spiel mit 2:1 und der VfB rückte als Zweiter der Aufstiegsrunde in die Gruppenliga nach. Als Ziel wurde am Burgfeld vor der Saison nichts anderes als der Klassenerhalt ausgegeben.

Saisonverlauf:

Mit einem Stadtderby beim Lokalrivalen FC Olympia Fauerbach startete der VfB in die höhere Spielklasse. Beim Vizemeister der Saison 2014/15 gelang vor sagenhaften 512 Zuschauern ein 2:2-Unentschieden. Nach zwei Heimsiegen gegen Dortelweil (2:0) und Königstein (3:2) folgte mit dem 0:6 beim SV FC Sandzak die erste Niederlage der Saison, der eine Woche später eine weitere Niederlage (0:1) in Seckbach folgte. Zwischen zwei 5:1-Kantersiegen auswärts in Ober-Erlenbach und beim SV BKC Bosnien stand das noch spektakulärere Rückspiel gegen Fauerbach an, das 4:4 ausging. Nach fünf Spielen ohne Niederlage gab es dann eine unerwartete 0:1-Heimniederlage gegen Kellerkind Germania Enkheim. Am Ende wechselten sich zwei Niederlagen mit zwei Siegen ab. Mit dem 2:1-Sieg in Königstein verabschiedeten sich die Schwarz-Weißen auf Rang fünf in die Winterpause.

Torjäger und Tendenzen:

Neun Siege, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen ergeben 32 Punkte gegen den Abstieg. Bei nur sieben Punkten Rückstand auf den zweitplatzierten SV FC Sandzak ist in Friedberg niemand so vermessen, um vom Aufstieg zu sprechen. Zum ersten Abstiegsplatz sind es allerdings auch schon elf Zähler Vorsprung. 40 Tore wurden erzielt, das sind die fünftmeisten der Liga. Die 34 kassierten Tore stellen die siebtwenigsten Gegentreffer der Liga dar. Die Gruppenliga West richtig aufgemischt haben die beiden Torjäger Salih Yasaroglu (14 Tore) und Waldemar Patzwald (13 Tore), die zusammen 27 der 40 Friedberger Tore markiert haben, also weit über 60 Prozent. 23 Spieler setzte Jürgen Ohl insgesamt ein, Benjamin Haase war mit 1707 Einsatzminuten der Dauerbrenner bei den Friedbergern. Drei Auswärtsspiele gewann der VfB deutlich mit vier Toren Differenz.

Gelbe Karten und Platzverweise:

43 Gelbe Karten sahen die Friedberger und sechs Spieler wurden vom Platz gestellt. Drei Akteure wurden mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen, weitere drei Spieler wurde die Rote Karte unter die Nase gehalten.

Ausblick und Perspektiven:

Die Friedberger dürften mit dem Abstieg nichts mehr zu tun bekommen und am Ende einen einstelligen Tabellenplatz belegen. Das Stadion am Burgfeld fasst 5000 Plätze. Der VfB Friedberg kann auf historische Erfolge wie die Meisterschaft in der Amateurliga Hessen 1958 zurückblicken. Weitere Erfolge waren der Gewinn der süddeutschen Meisterschaft und der Aufstieg in die 2. Oberliga Süd, der damals zweithöchsten Spielklasse. Der Traditionsverein hat das Ziel, sich in den kommenden Jahren dauerhaft in der Gruppenliga zu etablieren.

Autor: Pedro Acebes

Kommentieren