Vom Legat-Hype in die ländliche KOL Mitte

Marcel Vetter spielte unter Thorsten Legat beim FC Remscheid

25. November 2016, 18:00 Uhr

Marcel Vetter trägt künftig das weiß-rote Trikot von FT Fulda. Foto: FT Fulda

Beim 4:1-Erfolg gegen Dipperz/Dirlos am 5. November tauchte bei Mitte-Kreisoberligist FT Fulda erstmals der Name Marcel Vetter im Spielbericht auf. Studienbedingt ist der 27-Jährige nach Fulda gekommen, er macht an der Hochschule seinen Master in Accounting, Finance und Controlling. In der vergangenen Saison kickte der Defensivspieler noch bei seinem langjährigen Verein FC Remscheid - unter der Leitung von Ex-Bundesligaprofi und Dschungelcampbewohner Thorsten Legat.

"Als er gekommen ist, ist ein großer Hype entstanden. Gerade medial", berichtet Vetter. In der gut siebenmonatigen Amtszeit berichtete nämlich nicht nur - wie sonst üblich - die Lokalpresse über den FCR, ganz Deutschland hatte die Aufmerksamkeit auf den niederrheinischen Landesligisten gerichtet. Schließlich machte Legat nicht nur mit dem dritten Platz des RTL-Formates "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" von sich reden, auch zahlreiche Pressekonferenzen machten landesweit die Runde.

In einer besonders legendären PK, in der sich Legat nach einer Niederlage mit kultigen Sprüchen den Frust von der Seele redete, war auch Marcel Vetter Thema. Der Trainer hatte seinen Schützling nach schwacher Leistung damals schon nach gut einer halben Stunde ausgewechselt (ab Minute 3:45 im Video unten). Fast 400.000 Aufrufe hat das Video zum jetzigen Zeitpunkt. "Das war wirklich krass. Es ging durch zahlreiche Medien, und ich wurde von vielen Leuten angeschrieben, was da los ist", erinnert sich Vetter. Mit Legats direkter Kritik konnte er aber umgehen: "Das war für mich kein Problem. Sonst steht es ja auch in einer normalen Zeitung."

Generell will der 27-Jährige nicht die komplette Zeit unter Legat schlechtreden. "Er hat alle richtig gut motiviert, hatte gute Ansprachen. Wenn man in den letzten fünf Spielen vier Siege braucht, kann man ihn anrufen, sozusagen als Feuerwehrmann. Er hat alle heiß gemacht", lobt Vetter. Da Legat aber von September bis Mai als Trainer aktiv war und laut Vetter taktische Defizite offensichtlich wurden, stieg der Verein am Ende der Saison - als Legat bereits zurückgetreten war - aus der sechshöchsten Liga ab.

"Der Abstieg hatte aber mehrere Faktoren. Wir hatten viele Spieler von außerhalb im Team und dadurch kein richtiges Mannschaftsgefüge. Dann war der Trainer in der Wintervorbereitung im Dschungelcamp. Aber auch im Verein gab es Probleme, wir hatten alleine drei Trainer in einer Saison. Die Gesamtsituation war bescheiden", erläutert Vetter, der mit Remscheid auch schon in der Niederrheinliga (fünfthöchste Klasse) gespielt hat.

Seit April studienbedingt in Fulda

Inzwischen ist der Defensivspieler in der doch eher ländlichen Kreisoberliga Mitte aktiv und schnürt für FT Fulda die Schuhe. Sein Studienkollege Marcel Marquardt, der ebenfalls seit ein paar Wochen bei FT spielt, hat ihn zu den Turnern gebracht. Seitdem hat Vetter ein Spiel (4:1 gegen Dipperz/Dirlos) absolviert. Bereits seit April studiert der 27-Jährige in Fulda, zunächst hat er aber die Restrunde bei Remscheid zu Ende gespielt, ehe er in den Semesterferien gar nicht in Osthessen war.

Lange wird Vetter FT Fulda wohl nicht treu bleiben - sicher ist ein Aufenthalt zunächst nur bis August 2017. "Danach steht ein Praxis- oder ein Auslandssemester an. Vielleicht kann ich das in Fulda machen, vielleicht zieht es mich aber auch woanders hin."

Autor: Steffen Kollmann

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