Was darf ein gesperrter Trainer? „Geht die Presse gar nichts an“

10. Juni 2024, 14:42 Uhr

Was hätte Ermin Melunovic, der wegen unsportlichen Verhaltens gesperrt war, im Spiel gegen die SG Bad Soden gedurft, und was nicht? © Memento36

Ein Thema beschäftigte die Bad Sodener am Samstag in Griesheim ganz besonders: Was darf der wegen unsportlichen Verhaltens gesperrte Griesheimer Trainer Ermin Melunovic und was darf er nicht?

Muss der Übungsleiter sich bloß von Innenraum und Trainerbank fernhalten und genießt er ansonsten sämtliche Freiheiten, auf seine Spieler und das Geschehen einzuwirken? Fast schien es so. Wie schon beim Hinspiel an der Bornwiese wohnte der anscheinend ebenso streitbare wie streitlustige Melunovic der Begegnung als Zaungast hinter der Barriere bei .

Melunovic trotz Sperre aktiv? Hessenliga-Klassenleiter schweigt

Dass er sich dabei gegenüber Bad Sodens Vorsitzendem Martin Berg im Ton vergriffen haben soll und einem Bad Sodener Zuschauer, wie dieser aufgeregt berichtete, Schläge angedroht habe, waren aus Sicht der Gäste vernachlässigenswerte Petitessen im Vergleich zu dem Umstand, dass Melunovic womöglich aktiv eingriff; so wie etwa vor dem 1:0 der Viktoria, als er dem über den Flügel stürmenden Nenad Stanojevic etwas (in allerdings ausländischer Sprache) zurief und der Spieler nach erfolgreichem Vollzug und Führungstreffer schnurstracks dankend auf seinen Coach zusteuerte; auch wurde man auf Bad Sodener Seite den Eindruck nicht los, Melunovic würde via Mobiltelefon Anweisungen in den Innenraum senden.

Eine Nachfrage der Sportredaktion der Kinzigtal Nachrichten bei Verbandsfußballwart und Klassenleiter Robert Neubauer, der das Spiel von der Tribüne aus beobachtete, brachte erstaunlicherweise keinen Aufschluss: „Das geht die Presse gar nichts an“, blaffte der „Vorsitzende des Verbandsausschusses für Spielbetrieb und Fußballentwicklung“ und stellte im gleichen Atemzug ganz grundsätzlich infrage, dass Medienschaffende im Zuge der Berichterstattung inhaltliche Kenntnis von Sportgerichtsurteilen erhalten dürften.

Neben einem eigentümlichen Demokratieverständnis ließ Neubauer, sofern man der Darstellung eines Bad Sodener Offiziellen Glauben schenkt, auch noch Defizite fachlicher Natur erkennen. Zunächst, so hieß es, habe Neubauer erklärt, Griesheim-Coach Melunovic dürfe alles, außer den Innenraum betreten; später habe Neubauer dann von einem strikten Coachingverbot – und damit quasi vom Gegenteil seiner ursprünglichen Aussage – gesprochen.

Sei’s drum: Melunovics Coachingversuche, so sie denn überhaupt stattgefunden haben, blieben ohne nachhaltig negative Auswirkungen für die SG Bad Soden , die nicht zuletzt aus diesem Grund von einem zwischenzeitlich ernsthaft ins Auge gefassten Protest gegen eine Spielwertung am Samstagabend noch vor Ort Abstand nahm.

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