Weiss-Blau mit irrer Aufholjagd gegen die TSG 51

Kreisoberliga Frankfurt: Bockenheim steht als Absteiger fest

08. Mai 2017, 00:52 Uhr

Die SG Westend (weiße Trikots) mischt im Kampf um Platz zwei noch mit. Foto: Pedro Acebes.

Tore satt gab es am verregneten Sonntag in der Kreisoberliga Frankfurt. 46 Tore konnten bejubelt werden und traditionell nimmt zum Saisonende nicht nur die Anzahl der Treffer zu, sondern es ist auch die Zeit der kuriosen Ergebnisse. Gerade die Mannschaften im gesicherten Tabellenmittelfeld können sich angesichts nicht mehr vorhandenen Saisonzielen oft nur schwer motivieren. Nachdem der Meister FFV Sportfreunde bereits feststeht, kommt Bewegung im Kampf um Rang zwei. TuS Makkabi zog am FV Hausen vorbei. Die erste Entscheidung ist auch in Sachen Abstieg gefallen. Der VfR Bockenheim muss nach fünf Jahren in die Kreisliga A Nordwest absteigen.

FC Kalbach II - SG Westend 3:4 (3:2)

Die Verbandsliga-Reserve war nach dem sensationellen 8:2-Sieg am Donnerstag gegen den FV Hausen drauf und dran, mit der SG Westend dem nächsten Aufstiegsanwärter ein Bein zu stellen. FCK-Trainer Karol Drynda musste auf seinen Kapitän Lukas Höll verzichten, der für die Verbandsliga-Mannschaft nominiert wurde und bei der herben 1:7-Klatsche gegen Türk Gücü Friedberg den Ehrentreffer markierte. Sonderlich vermisst wurde der Torjäger in der "Zweiten" zunächst nicht. Denn in der ersten halben Stunde knüpften die Nordfrankfurter nahtlos an die Gala-Vorstellung gegen Hausen an. Sadullah Erkmen erzielte die 1:0-Führung aus 16 Metern, Andreas Kremer legte per Kopfball das 2:0 nach. Die Gäste von der Sondershausenstraße schienen zunächst überrumpelt, kamen aber mit einem Flachschuss von Alen Tahirovic auf 2:1 heran. Kremer stellte für den FCK den alten Abstand wieder her. Kurz vor dem Pausenpfiff setzte sich der schnelle Außenbahnspieler der Gäste Petar Sabljic auf der linken Seite durch und verkürzte auf 3:2.

"Wir haben eine ganz starke erste Hälfte gespielt. Später hat uns die Frische gefehlt und uns hat man die Energieleistung vom Donnerstag angesehen", merkte Kalbachs Trainer Karol Drynda an. Westends Vereinspatron Esad Golos befand: "Wir haben 20 Minuten ganz schlecht gespielt und kamen nicht ins Spiel. Hinten standen wir nicht gut". Erst nachdem Mirsen Mehmedovic von der Abwehr ins Mittelfeld wechselte, wurde das Spiel der SG Westend besser. Belmin Dzanovic egalisierte zum 3:3. Und in der Nachspielzeit leisteten sich die Kalbacher einen unkonzentrierten Ballverlust, den Sadedin Kahrovic zum vielumjubelten 4:3-Siegtreffer der Gäste nutzte. "Wir haben die zweite Hälfte nur auf ein Tor gespielt. Der Fußballgott hat uns belohnt. Wenn wir jetzt gegen Makkabi gewinnen, dann ist alles drin", frohlockte Golos. Der Kalbacher Coach bedauerte: "Wir haben Lehrgeld bezahlt. Wir hätten mit dem 3:3 zufrieden sein müssen. So grün wie vor dem 3:4 dürfen wir uns nicht anstellen".

Schiedsrichter: Martin Ivanovic Lamara (Linden).
Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Sadullah Erkmen (13.), 2:0 Andreas Kremer (17.), 2:1 Alen Tahirovic (29.), 3:1 Andreas Kremer (35.), 3:2 Petar Sabljic (45.), 3:3 Belmin Dzanovic (64.), 3:4 Sadedin Kahrovic (90./+3).

SV Viktoria Preußen - FFV Sportfreunde 04 4:4 (2:0)

Siehe Extra-Bericht!

1. FC 02 Rödelheim - Concordia Eschersheim 3:0 (1:0)

Rödelheim machte mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen Concordia Eschersheim einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt. "Das war ein lebensnotwendiger Sieg. Nun können wir die Klasse aus eigener Kraft halten. Auch in der Drangperiode der Eschersheimer kam nichts gefährliches", resümierte RFC-Pressseprecher Volker Flauaus. Niklas Vogt per Flachschuss aus 18 Metern, Nuno Miguel Pires Lopes mit einem Konter und erneut Vogt mit einer Einzelleistung markierten die drei Rödelheimer Tore.

Selbst nach dem Platzverweis gegen RFC-Spieler Abdel El Abbassi wegen Beleidigung eines Gegenspielers konnten die Eschersheimer nichts zählbares inszenieren, "Wir waren einfach schwach und es war von unserer Seite eine peinliche Vorstellung", lautete der knappe Kommentar von Concordias Trainer Roland Stipp.

Schiedsrichter: Maurice Gotta (Rödermark).
Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Niklas Vogt (7.), 2:0 Nuno Pires Lopes (53.), 3:0 Niklas Vogt (90.).
Rote Karte: Abdel El Abbassi (Rödelheim/66.).

BSC SW 19 - FC Posavina 7:1 (4:0)

Siehe Extra-Bericht!

TuS Makkabi - SV 07 Heddernheim 2:1 (2:0)

Bei nach der regnerischen Woche katastrophalen Platzverhältnissen an der Bertramswiese erkämpfte sich Makkabi dank zwei früher Tore einen Zittersieg gegen den SV Heddernheim, der dem Abstieg in die Kreisliga A Nordwest jetzt wohl nur noch durch drei Siege in den letzten Spielen entgehen kann. "Wir haben mit dem 2:0 in der ersten Hälfte gut angefangen, haben dann aber zunehmend abgebaut. Wir konnten unsere Konter zum 3:0 nicht nutzen. So hatten wir Glück, dass die immer stärker werdenden Heddernheimer ihre Möglichkeiten nicht nutzen konnten", konstatierte Makkabis Sportlicher Leiter Maximilian Eilingsfeld nach dem Dreier, der die Elf von Trainer Jorge Huberman auf Rang zwei katapultiert, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West berechtigt. Marko Bracic hätte die Gäste per Kopfball in Führung bringen können. Aber kurze Zeit später gab es auf der Gegenseite nach einem Kontakt zwischen Nikita Mitto und Daniel Sousa Elfmeter für die Gastgeber. Den fälligen Strafstoß verwandelte Simon Lindlar zum 1:0 für Makkabi. Die Hausherren trafen während der gesamten Spielzeit mehrmals das Aluminium, so auch Robel Tsegai in der 18. Minute, dessen Kopfball an der Latte landete. Vier Minuten später traf Tsegai ins kurze Eck und erhöhte auf 2:0 für den Favoriten. Die Gäste gaben sich nicht ihrem Schicksal hin und bei Schmids Kopfball lag der Anschlusstreffer schon in der Luft.

Im zweiten Abschnitt forderten die Heddernheimer Anhänger unter den 75 Zuschauern vehement Elfmeter, als Philipp Emmerichs mit TuS-Torhüter David Simonsohn kollidierte. Schiedsrichter Patrick Nied ahndete aber ein Foulspiel des SVH-Spielers. Auf der anderen Seite ging das Aluminium-Festival der Makkabäer munter weiter. Abbouz und Glamocanin trafen binnen weniger Minuten den Pfosten. Fünf Minuten vor dem Ende traf auch Tsegai mit einem Kopfball die Latte. Trotz vier Aluminiumtreffern musste Makkabi bis zum Schlusspfiff zittern, weil Heddernheim auf dem krummen Platz einfach nicht aufgab. Die sich bietenden Chancen wurden aber nicht genutzt, im Abschluss gesellte sich noch eine gehörige Portion Pech hinzu. Der Anschlusstreffer des eingewechselten Antoni Ojvan, dessen fulminanten Schuss Simonsohn kurz zuvor glänzend parieren konnte, kam zu spät. Makkabi brachte den Sieg in der fünfminütigen Nachspielzeit, in der Heddernheims Nikita Mitto noch Gelb-Rot sah, über die Zeit und kann nun aus eigener Kraft in die Aufstiegsrunde einziehen. "Wir sind leider zu spät aufgewacht und haben erst in der zweiten Halbzeit so gespielt, wie wir es wollten. Läuferisch und kämpferisch haben wir alles gegeben. Die katastrophale Chancenverwertung hat uns einen Punktgewinn gekostet", haderte SVH-Trainer Andreas Berggold. Kein gutes Haar ließ der Coach am Unparteiischen aus: "Der Schiedsrichter war schwach und hat den Ausgang der Partie extrem beeinflusst".

Schiedsrichter: Patrick Nied (Frankfurt).
Zuschauer: 75.
Tore: 1:0 Simon Lindlar (8./Foulelfmeter), 2:0 Robel Tsegai (22.), 2:1 Antoni Ojvan (84.).
Gelb-Rote Karte: Nikita Mitto (Heddernheim/90.+1).

SV Griesheim Tarik - FV 1920 Hausen 2:1 (1:1)

Obwohl bei Griesheim Tarik die Luft zum Saisonende raus ist, präsentierten sich die Marokkaner ihrem eigenen Publikum gegen den bisherigen Tabellenzweiten hochmotiviert. "Die Jungs wollten heute unbedingt gewinnen, denn die Hinspiel-Niederlage hat Spuren hinterlassen und uns damals mächtig gewurmt. Wir haben heute mehr gekämpft als gespielt", berichtete Tariks Multifunktionär Hamza Azaoum. Amin Naghala brachte den Klub von der Griesheimer Lärchenstraße auf Vorarbeit von Oldie Mohamed Zaatan mit 1:0 in Führung. Tolga Kocak glich per Freistoß postwendend für die Lila-Weißen aus. Wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff wurde Zaatan im Strafraum vom Hausener Prikolotin gelegt und es gab Strafstoß, den Ex-Profi Fikri El Haj Ali resolut zum 2:1-Siegtreffer verwandelte.

"Wir haben danach auf Konter gesetzt. Hausen hat keine Lösung gefunden", konstatierte Azaoum. Die Hausener verloren binnen von nur acht Tagen drei Spiele und den zweiten Tabellenplatz an Makkabi. "Wir sind gerade dabei, in nur einer Woche alles zu verspielen, was wir uns im letzten halben Jahr aufgebaut haben", ärgerte sich FVH-Trainer Martin Reyschmidt. Das unfassbare 2:8-Debakel in Kalbach habe in den Köpfen keine Rolle mehr gespielt, so der Coach. "Vielmehr haben wir eine ganz ordentliche erste Halbzeit gespielt. Wir hatten viele Chancen, haben diese aber mit Pech und Unvermögen versiebt. Der Nackenschlag mit dem Elfmeter war schwer zu verkraften. Auch hat der Schiedsrichter alle 50:50-Situationen gegen uns gepfiffen".

Schiedsrichter: Paul Fischer (Mömbris).
Zuschauer: 140.
Tore: 1:0 Amin Naghala (34.), 1:1 Tolga Kocak (35.), 2:1 Fikri El Haj Ali (46./Foulelfmeter).

Spvgg. 03 Fechenheim - FC Tempo 5:2 (2:1)

Der Sieg der Fechenheimer fiel etwas zu hoch aus, das erkannte auch der Sportliche Leiter der 03er Asghar Ali-Jaali an: "Tempo war technisch ebenbürtig. Das Ergebnis ist klarer ausgefallen, als der Spielverlauf war. Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht". Nach Armin Hadzics Führungstor auf Vorlage von Hossain Farman kamen die Serben besser ins Spiel. Djordje Kovacic hatte Pech mit einem Kopfball an die Latte, ansonsten verzweifelte die Balkan-Formation am glänzend aufgelegten Fechenheimer Torwart Alessio Sciortino. Anil Kapoor nutze dann für die Gäste einen Stockfehler von Seyedamin Seidani zum Ausgleich aus. Kurz vor der Halbzeit brachte Tempos neuer Torwart Vladan Grbovic den Fechenheimer Farman zu Fall.

Kamil Yikilmaz verwandelte den Elfmeter zum 2:1. Tempo machte im zweiten Durchgang Druck, ging aber verschwenderisch mit den Möglichkeiten um. So traf Mato Mirkov Papic das leere Tor nicht. Hanachi Achraf sorgte dann per Kopfball nach Farman-Flanke für das beruhigende 3:1. Zehn Minuten vor Spielschluss verschuldete Grbovic einen weiteren Elfmeter an Achraf. Dennis Balzer verwandelte zum 4:1. Auf der anderen Seite verkürzte Borislav Pilipovic auf 4:2, bevor Farmans Lupfer das Torfestival mit dem 5:2 abrundete. Tempos Torhüter Grbovic sah in der Nachspielzeit noch Gelb-Rot. "Tempo hätte einen Punkt verdient gehabt", gab Ali-Jaali zu Protokoll. Tempos Trainer Zoran Marcetic bedauerte: "Wir sind für unsere fahrlässige Chancenverwertung bestraft worden und gnadenlos ausgekontert worden".

Schiedsrichter: Danny Erb (Idstein).
Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Armin Hadzic (15.), 1:1 Anil Kapoor (28.), 2:1 Kamil Yikilmaz (40./Foulelfmeter), 3:1 Hanachi Achraf (73.), 4:1 Dennis Balzer (80./Foulelfmeter), 4:2 Borislav Pilipovic (88.), 5:2 Hossain Farman (90./+1).
Gelb-Rote Karte: Vladan Grbovic (Tempo/90.+2).

SC Weiss-Blau - TSG 51 4:3 (0:3)

Die Gastgeber legten eine irre Aufholjagd an den Tag und drehten einen 0:3-Halbzeitrückstand in einen 4:3-Sieg. Ahrens, Kosok, Maingad, Metzger und Hagemann vergaben in der ersten halben Stunde für die hochüberlegenen Niederräder eine komfortable Führung. "Es sah alles nach einem Spiel in eine Richtung aus", kommentierte WB-Trainer Rene Möbus. Doch mit der ersten Chance gingen die Gäste von der Niedwiesenstraße nach etwas mehr als einer halben Stunde mit einem Freistoß von Kai Hohmann mit 1:0 in Führung. "Das war der Dosenöffner für die TSG 51, die danach zwei weitere Chancen eiskalt ausnutzte", berichtete Möbus. Und das in der angebrochenen Nachspielzeit der ersten Hälfte! Elbert-Neißner schob eine Flanke von Pascal Hubbuch zum 2:0 ein und Benedikt Burger nutzte einen Querpass von Patrick Dorrmann zum 3:0 für die 51er. "In der ersten Halbzeit ist alles für uns gelaufen. Wir haben unverdient 3:0 geführt", gab Spielertrainer Patrick Dorrmann zu. Weiss-Blau wollte sich nicht geschlagen geben und machte nach dem Seitenwechsel enormen Druck infolge einer offensiven Umstellung zur Halbzeit.

Tobias Mini per Foulelfmeter und Oscar Kosok per Freistoß verkürzten schnell auf 2:3. Der zuletzt so erfolgreichen TSG 51 merkte man jetzt die Verunsicherung an. Die Gäste konnten dem Druck des anrennenden Sport-Clubs nicht standhalten. Steffen Hagemann egalisierte per Kopfball zum 3:3 und Jonas Gais gelang tatsächlich noch der Siegtreffer für die Hausherren. Bei den Gästen musste in der 35. Minute Torhüter Mohammed Walid Yousuf gegen den 59-jährigen Methusalem Holger Wenninger ausgetauscht werden. "Wir lagen 3:0 hinten und wussten nicht warum. Ich wollte der Mannschaft in der Halbzeit den Glauben an den Sieg mitgeben, statt auf sie einzuprügeln. Die Mannschaft hat eine tolle Moral und Laufbereitschaft an den Tag gelegt. Somit ist der nervenaufreibende Sieg nicht unverdient. Diese Art von Spielen wird immer in Erinnerung bleiben und ist wichtig für die mentale Stärke", war Möbus stolz auf seine Truppe. Bei den Gästen überwog am Ende der Frust. "Wir sind sehr unzufrieden. Kompliment für den Willen an Weiss-Blau. Sie haben nie aufgegeben und haben sehr kompakt gespielt. Wenn Du 3:0 führst und noch verlierst, dann hast Du den Sieg nicht verdient. Wir lassen uns davon aber nicht umwerfen", sagte Dorrmann.

Schiedsrichter: Kenan Sahin (Frankfurt).
Zuschauer: 80.
Tore: 0:1 Kai Hohmann (33.), 0:2 Julian Elbert-Neißner (45./+3), 0:3 Benedikt Burger (45./+4), 1:3 Tobias Mini (52./Foulelfmeter), 2:2 Oscar Kosok (66.), 3:2 Steffen Hagemann (78.), 4:3 Jonas Gais (88.).

Autor: Pedro Acebes