"Wir brauchen uns vor niemanden zu verstecken"

Verbandsliga Mitte: Oberliederbachs Steffen Janke im Interview

12. April 2017, 09:54 Uhr

Der dreifache Torschütze vom vergangenen Wochenende war früher Linksverteidiger. Foto: Jörg Schulz

Am vergangenen Sonntag feierte Mitte-Verbandsligist SG Oberliederbach seinen ersten Dreier im Jahr 2017. Beim 5:2-Erfolg besonders ins Auge stach natürlich Dreierpacker Steffen Janke, der die ersten drei Buden für die SGO markierte. Im Winter der Saison 2015/16 war der 24-Jährige Frankfurter, der als Selbstständiger im Bereich Wirtschaftsoptimierung arbeitet, vom VfB Unterliederbach zu den Schwarz-Gelben gewechselt.

Letztes Jahr kamst Du insgesamt auf drei Tore bei 13 Einsätzen, diese Runde sind es schon zwölf Buden bei 26 Auftritten. Bis Du zufrieden mit Deiner momentanen Leistung?

Steffen Janke: Momentan bin ich absolut zufrieden, gerade weil es auch durch die ganzen Unentschieden und der Niederlage gegen Breidenbach für die Mannschaft hätte besser laufen können. Bei mir persönlich läuft es sehr, sehr gut. Das habe ich allerdings vor allem dem Marvin Strenger zu verdanken, er ist meines Erachtens nach unser wichtigster Spieler. Jetzt am Wochenende hat er alle drei Treffer von mir vorbereitet und von meinen zwölf Saisontoren hat er sieben oder acht vorbereitet.

Wie hast du den 5:2-Sieg gegen Bicken erlebt? Gleich drei Treffer in einem Spiel waren bezogen auf die laufende Runde ja ein Novum für Dich?

Janke: Das war für mich sogar insgesamt in der Verbandsliga neu, weil ich ursprünglich Linksverteidiger war. Und nun von Linksverteidiger zum Stürmer, das passt wohl ganz gut für mich. Was uns gegen Bicken zu Gute kam, das war der frühe Elfmeter. Das 1:0 hat uns dann Kraft gegeben. Es war in der ersten Halbzeit aber schon ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. In der zweiten Halbzeit ging es dann richtig rund.

Unmittelbar nach der Winterpause kam die SGO fünfmal in Folge nicht über ein Unentschieden hinaus. Was ging Dir dabei durch den Kopf?

Janke: Wir haben schon viel Aufwand betrieben, hatten aber immer damit zu kämpfen, dass der Kader immer schmaler wurde. Wir haben auch oft die Gegentore in den letzten fünf Minuten kassiert. Vielleicht war da einfach der Druck zu groß oder uns hat die Erfahrung gefehlt - wir haben ja eine sehr, sehr junge Mannschaft. Auf der anderen Seite haben wir in manchen Spielen, wie gegen Zeilsheim, auch Charakter beweisen, da lagen wir 0:2 hinten. Das ist auch der Grund, weshalb ich noch in Oberliederbach bin: Weil man sich da insgesamt einfach wohl fühlt.

40 Punkte, Verbandsliga-Rang fünf – bislang ein guter Zwischenstand in Deinen Augen? Wo sollte die SGO nach dem letzten Spieltag stehen?

Janke: Wenn man die letzten Jahre beobachtet hat, dann sieht man, dass Oberliederbach immer konstanter geworden ist. Letztes Jahr haben wir sogar die beste Saison in der Vereinsgeschichte absolviert. Ich denke, das kann man dieses Jahr vielleicht noch toppen. Insgesamt bin ich mit der Saison bislang durchaus zufrieden.

Am Montag geht es beim Dritten Marburg weiter – was erwartest Du für ein Spiel?

Janke: Wenn ich mir das Hinspiel betrachte, dann war das ein Spiel auf Augenhöhe. Ich habe im Hinspiel getroffen, das würde ich im Rückspiel auch gerne machen. Der letzte Sieg gibt uns Kraft, denke ich, und wir haben immer gegen Mannschaften von oben gut ausgesehen. Ich denke, die Chancen liegen bei 50:50. Wir brauchen uns vor niemanden zu verstecken.

Abschlussfrage: Wie verbringst Du die Osterfeiertage und hast Du schon Dir schon gute Osterei-Verstecke ausgedacht?

Janke (lacht): Verstecke habe ich mir schon sehr, sehr gute ausgedacht. Wenn man selbstständig ist, hat man leider nie so richtig frei. Ich will aber die Zeit nutzen, um klar Schiff machen. Und am Samstag werde ich mir das Spiel Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt anschauen - im Stadion, da ich ja Dortmund-Fan bin.

(cn)