"Wir müssen kleinere Brötchen backen"
Vebandsliga: Derbys in Asbach und Bad Soden
SV Neuhof – SG Bad Soden (Samstag, 16 Uhr).
Sead Mehic weiß: „Wir hatten sechs Punkte Vorsprung und drei Spiele weniger. Das haben wir komplett verspielt. Wir müssen jetzt kleinere Brötchen backen“, sagt der Sodener Trainer im Hinblick auf Rang zwei. Mehic hat zuletzt keinerlei Hinweise darauf erhalten, „dass die Mannschaft jetzt plötzlich den Schalter umlegt und anfängt die Spiele wieder zu gewinnen.“ Der Trainer musste auch beim 1:4 in Sand erkennen, „dass einigen Spielern aktuell die Grundtugenden wie Zweikampfführung, Körpersprache oder unbedingter Wille abgehen“. In Neuhof, sagt Mehic sei „das Ergebnis zweitrangig, die größere Rolle spielt das Auftreten“. Positiv: Kevin Paulowitsch und Halil Kutlu kehren nach ihren Sperren zurück.
Gegner und Mitaufsteiger SV Neuhof hatte in der Hinrunde Schwierigkeiten, sich an die Verbandsliga zu gewöhnen, holte in der Rückrunde allerdings schon sechs Punkte mehr als die SG Bad Soden und entledigte sich jeglicher Abstiegssorgen. Auch Neuhofs Sportlicher Leiter Alexander Bär weiß, dass sein SVN mittlerweile befreit aufspielen kann. Dem Soden-Spiel steht er allerdings nach unguten Erfahrungen in den jüngsten Duell argwöhnisch gegenüber: „Meine Spieler sind einfach zu brav. Sie verwechseln Freundschaft mit Sport.“ In Prag hatten beide Mannschaften gemeinsam den Aufstieg gefeiert.
Bär findet, seine mit Ex-Sodenern gespickte Mannschaft sei gegen die „Sprudelkicker“ „immer etwas eingeschüchtert. Wir haben es gegen die SG selten bis nie hinbekommen, unser Leistungsvermögen abzurufen.“ Und nun drohen auch noch beide Torjäger auszufallen: Mario Martinez ist krank, Spielertrainer Radek Görner am Fuß verletzt. „Mit einem Punkt wäre ich hochzufrieden“, sagt Bär denn auch und hofft, dass seine Mannen endlich einmal die Bremse gegen Bad Soden lösen können.
SVA Bad Hersfeld – SV Steinbach (Sonntag, 15 Uhr).
Bei Tabellenführer Steinbach stellte sich am Mittwoch beim 4:2 in Rothwesten die Systemfrage: Trainer Karl-Josef Müller warf das 4-2-3-1 über Bord, stellte um auf 4-3-3. Müller wollte Alex Terentew, der aus beruflichen Gründen nur die ersten 45 Minuten spielen konnte, einbauen, allerdings in der Pause die Viererkette nicht zerstückeln. Entscheidenden Einfluss hatte die Maßnahme auf den Spielverlauf nicht, vielmehr stimmte wieder die Einstellung zu 100 Prozent. „In den vergangenen Wochen gab es ein bisschen viel Lob. Wir gewinnen aber nur, wenn wir ans Limit gehen“, betont Müller auch im Hinblick auf das Derby in Asbach: „Wir müssen da weitermachen, wo wir in Rothwesten aufgehört haben. Asbach wird hochmotiviert sein und hat nicht umsonst in Soden und Willingen jeweils einen Punkt geholt.“ Während Marcel Ludwig und Sebastian Bott (beide Oberschenkelprobleme) sicher ausfallen, steht hinter Petr Kvaca (Knieprobleme) ein Fragezeichen.
KSV Hessen Kassel II - TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).
Die extremen Personalprobleme im Kader der ersten Mannschaften, bereiten zwangsläufig auch den Reserven Probleme. Doch gerade die Kassler konnten dies zuletzt beim 4:2-Sieg in Steinbach komplett ausblenden, selbst das Fehlen von Rolf Sattorov und Marco Dawid - beide waren ins Regionalligateam abgeordnet worden - machte sich kaum bemerkbar und die Kassler wittern plötzlich wieder Morgenluft im Kampf um Platz zwei: „Den haben wir noch nicht aufgegeben. Es ist aber natürlich noch ein langer Weg“, sagt Trainer Thorsten Hirdes.

