"Wir wollen nicht aufsteigen"

B-Liga Rhön: Schersadeh fühlt sich in neuer Rolle wohl

20. Oktober 2017, 18:00 Uhr

Die Frohnatur Imal Schersadeh verabschiedete sich im Sommer aus Flieden mit dem Aufstieg in die Hessenliga. Foto: Charlie Rolff

Seit Sommer geht Imal Schersadeh als Spielertrainer neue Wege: Zwar war der 32-Jährige bereits bei Borussia Fulda II Interims- sowie beim Haimbacher SV Juniorentrainer, nun hat der Angreifer beim Rhöner B-Ligisten SV Welkers erstmals im Seniorenbereich das Sagen – und das mit Erfolg.

Nach 13 Spieltagen steht der Absteiger mit 32 Punkten auf Platz eins, kann vom SV Hofbieber II (31) aber aus eigener Kraft verdrängt werden, weil die Kreisoberliga-Reserve noch eine Partie in der Hinterhand hat. „Unser Ziel war ein einstelliger Tabellenplatz, dementsprechend sind wir hochzufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf“, übt sich Schersadeh in Zurückhaltung, der sich in puncto Saisonziel ganz bewusst zurückhalt. „Weil wir inklusive mir nur vier Neuzugänge haben und uns einfach die Breite fehlt, um auf Dauer dort oben mitzuspielen. Daher wollen wir auch gar nicht aufsteigen, noch sind wir nicht so weit.“

Mittelfristig verfolge der Verein aber andere Ziele. „In zwei bis drei Jahren wollen wir wieder A-Liga spielen. Wenn alles nach Plan verläuft, in vier oder fünf Jahren sogar Kreisoberliga. Noch ist das aber Zukunftsmusik“, so Schersadeh, der mit seinem Team am Sonntag (15 Uhr) den SV Hofbieber II zum Topspiel empfängt. „Mit einem Punkt wäre ich absolut zufrieden. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe, würde die Favoritenrolle aber eher nach Hofbieber schieben. Sie haben eine starke Mannschaft und einen ausgeglichenen Kader.“

Verstecken muss sich Welkers aber keineswegs, stehen nach 13 Partien bereits überragende 79 Treffer zu Buche. Neben Schersadeh (25) glänzt auch Peres Bruno Dongueguim mit 16 Toren. „Peres hat sich überragend entwickelt. Vor einem halben Jahr ist er – etwas überspitzt gesagt – fast über das Feld gestolpert, inzwischen haben alle seine Aktionen Hand und Fuß“, lobt der Coach. Doch nicht nur Dongueguim, sondern die ganze Mannschaft entwickele sich Woche für Woche weiter. „Wir machen große Fortschritte und sind viel weiter, als noch vor acht bis zwölf Wochen.“ Zurückführt Schersadeh das vor allem auf die starke Trainingsbeteiligung, die immer bei 18 bis 25 Spielern für beide Mannschaften liege.

„Mir macht die neue Aufgabe daher großen Spaß, auch wenn es für mich natürlich eine riesige Umstellung war“, so der Ex-Borusse und -Fliedener, der lange Jahre in Hessen- und Verbandsliga zuhause war. „In der B-Liga steht der Spaß im Vordergrund, Fußball ist Ausgleich anderer Dinge. Man darf die Dinge nicht so verbissen sehen“, hat Schersadeh gelernt. Gut, dass beim 32-Jährigen der Spaß noch nie zu kurz gekommen ist.

Autor: Max Lesser