Witz-Rot überschattet rassiges Rhönderby

Gruppenliga: SG EES näher am Sieg

10. November 2018, 15:50 Uhr

Jonah Haas wird von den Ehrenbergern Felix Beck (links) und Robert Schorstein beobachtet. Foto: Julian Belz

Das Derby hielt vielleicht nicht fußballerisch das, was es versprach, und dennoch kamen die 550 Zuschauer auf ihre Kosten. Denn in Eckweisbach entwickelte sich ein Kampfspiel, in dem die SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach dem Sieg trotz 60-minütiger Unterzahl näher als die SG Ehrenberg schien. Einen Sieger gab es beim 1:1 (1:1) nicht.

Über eine Szene sprachen nachher alle – und gerieten nicht einmal in Streitereien, denn die Rote Karte gegen EES-Spielmacher Maximilian Grösch war schlichtweg überzogen. Bevor ein Einwurf ausgeführt wurde, stieg Ehrenbergs Verteidiger Felix Beck Grösch auf den Fuß, Grösch zog Beck daraufhin kurz am Hals weg. Schiedsrichter-Assistent Julian Rohrbach nahm das als Tätlichkeit wahr und informierte seinen Chef Mario Czieslick, der daraufhin Rot zeigte. "Vielleicht haben die beiden sich für heute Abend verabreden wollen und deswegen kurz in den Arm genommen", sagte EES-Spielertrainer Daniel Schirmer süffisant, während sein Gegenüber Robert Schorstein nach Sichtung der Videobilder feststellte, "dass ich schon im Spiel dachte, das Rot zu viel sei und jetzt sagen muss, dass das nie Rot ist".

Dass der Gastgeber deswegen eine Stunde in Unterzahl agieren musste, merkte aber nur der, der auch vom Platzverweis Kenntnis nahm. Am Spielfeld hingegen gab es keinerlei Unterschiede. Vielmehr war Schirmers Elf gerade in Durchgang zwei näher am Siegtreffer. So traf der wieder einmal starke Moritz Reinhard direkt nach Wiederanpfiff per Kopfball nur den Außenpfosten (46.) oder fand mit einem Gewaltschuss aus spitzem Winkel nicht mehr die minimale Lücke zwischen Pfosten und Torwart Simon Voll (61.). Ehrenberg verzeichnete hingegen erst in der Nachspielzeit den einzigen Torschuss – Felix Beck hatte es aus 35 Metern versucht.

Ehrenberg spielerisch zu schwach

Durchgang eins war ebenfalls rassig und umkämpft. Mit dem besseren Start für den Gast, der sofort präsent war, aber doch mit der ersten Standard gegen sich in Rückstand geriet: Innenverteidiger Marius Hohmann nahm sich aus 18 Metern ein Herz und traf in den Torgiebel (6.). Jonah Haas hätte kurz später gar erhöhen können, nutzte eine Schläfrigkeit in Ehrenbergs Hintermannschaft nur um Zentimeter nicht (13.). Doch schon vor der Roten Karte kam Ehrenberg besser ins Spiel und verdiente sich den Ausgleich kurz vor der Pause, als Marius Bublitz klasse für Torschütze Leon Bau durchsteckte (45.).

Das war allerdings einer der ganz wenigen Momente, in denen Ehrenberg versuchte dem Spiel auch fußballerisch den Stempel aufzudrücken, was Schorstein hörbar nervte, der immer wieder zum Direktspiel aufforderte, seine Worte gegen leidenschaftliche Gastgeber aber nicht erhört wurden. Und so musste Schorstein konstatieren, "dass der Punkt trotz der Überzahl eher ein Gewinn für uns darstellt". Gefeiert haben aber die Gastgeber, die im Nachholspiel am kommenden Sonntag gegen Oberzell/Züntersbach noch an Ehrenberg vorbeiziehen und auf Platz zwei überwintern könnten.

Die Statistik:

SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach: Conrad – Möller, M. Weber, Hohmann, K. Kümpel – R. Hahner (71. Langgut), J. Reinhard – Haas (67. Zehner), Grösch, Farnung – M. Reinhard.
SG Ehrenberg: Voll – Marius Schäfer, Dinkel, Beck – Geier, Schorstein – Diel (64. Keidel), Bau, van Leeuwen – Bublitz (73. Bleuel), Brehl.
Schiedsrichter: Mario Czieslick (JFV Bad Hersfeld)
Zuschauer: 550.
Tore: 1:0 Marius Hohmann (6.), 1:1 Leon Bau (45.).
Rote Karte: Maximilian Grösch (SG EES) wegen Tätlichkeit (33.).

Autor: Johannes Götze

Kommentieren
Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften