Müs vor Derby gegen Teutonia

„Wollen sie weghauen“

04. September 2020, 08:30 Uhr

Die Mannschaft vom SV Müs erwartet Großenlüder zum Derby. Foto: Torgranate

Die Namen Bronnzell, FT Fulda und Eiterfeld/ Leimbach werden immer wieder in den Favoritenkreis um den Meistertitel gehoben. Nachdem die Viktoria vergangene Woche patzte, bitten nun die Turner und Eiterfeld/Leimbach zum heißen Tanz. Zudem kommt es in Müs zum Derby.

Dass die Mannen vom Hain um den Titel mitspielen können, verneint Trainer Ante Markesic allerdings vehement. „Ich sehe uns nicht als Favorit. Uns ist viel Erfahrung weggebrochen und wir haben eine junge Mannschaft.“ In puncto weggebrochene Erfahrung spricht der 50-Jährige natürlich von Kemal Sarvan und David Wollny, die sich Ligarivalen Petersberg angeschlossen haben. „Es hat einfach nicht mehr gepasst. Es war eine Trennung, der niemand nachtrauert.“

Dass die Mannschaft die Qualität des Duos auffangen kann, zeigten die jüngsten Testspielergebnisse. Gegen Hessenligist Steinbach spielten die Blau-Weißen Remis, gegen Verbandsligist Johannesberg gewannen sie sogar. Markesic ist allerdings lang genug im Geschäft, um zu wissen, dass eine Vorbereitung nur so gut wie das erste Spiel ist. „Es zählt nur der Sonntag. Dann wissen wir, wo wir stehen.“

Als Favoriten auf den Titel nennt der Kroate FT Fulda und Bronnzell. „Sie spielen einen soliden Fußball und haben sehr viel Erfahrung dazugewonnen. Das kann in einer solch langen Spielzeit von Vorteil sein“, betont er. In der Vorbereitung hat Markesic FT Fulda bereits beobachtet und festgestellt, dass die Turner das System gewechselt haben. In Testspielen setzte Trainer Romeo Andrijasevic vermehrt auf eine offensivere Dreierkette. Kein Wunder: Die Neuzugänge Jan-Henrik Wolf, Paul Hohmann, Louis Winkow, David Bettendorf und Benedikt Müller bringen reichlich Power für die Offensive mit. Nichtsdestotrotz geht Markesic mit breiter Brust in das Auswärtsspiel (Sonntag, 15 Uhr). „Wir sind gut aufgestellt und versuchen, unser Spiel durchzuziehen.“

Um alles oder nichts geht es indes in Müs. Am Sonntag empfängt die Germania um 15 Uhr Nachbar Großenlüder. „Alle sind heiß und wissen, welche Bedeutung dieses Derby hat“, betont der Müser Konstantin Gerk. Bereits in der Vorbereitung sprachen Zuschauer und Vorstände ausschließlich über den reizvollen Saisonauftakt. „Und so wird es auch nach den 90 Minuten sein. Es ist ein Spiel, über das noch nach mehreren Wochen gesprochen wird.“ Schließlich geht es nach zwei Unentschieden in der vergangenen Saison um die Vorherrschaft in der Gemeinde Großenlüder.

Welche Bedeutung das Spiel hat, zeigt die Tatsache, dass die Tickets für die Begegnung seit über einer Woche ausverkauft sind. „Ich selbst kann mich an keinen Sieg gegen die Teutonen erinnern. Wir wollen sie endlich mal weghauen“, zeigt sich der zweite Kapitän kämpferisch.
Zwar sind beide Mannschaften technisch veranlagt, die jüngsten Duelle zeigten aber, dass es auf andere Tugenden ankommt. „Schönwetterfußball wird uns nicht weiterbringen. Das Spiel wird über den Kampf entschieden“, ergänzt der 20-Jährige.

Und eine Besonderheit kommt beim Nachbarschaftsduell hinzu: Noch nie gab es das Gruppenligaderby in zwei aufeinander folgenden Jahren. Grund: Müs ist immer im ersten Gruppenligajahr nach dem Aufstieg wieder abgestiegen. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Germania erst einmal kleine Brötchen backen möchte und sich den Klassenerhalt als Ziel setzt. „Im Großen und Ganzen war die Vorbereitung gut. Jetzt gilt es zu kämpfen, um auch im dritten Jahr Gruppenliga spielen zu können“, sagt Gerk.

Die SG Kressenbach/Ulmbach und die SG Schlüchtern befinden sich weiterhin in Quarantäne, weshalb besagte Teams nicht am Wochenende starten können.