"Zwei Meter Bier und ´ne Runde Aha"
KOL Nord: Prämie in Soisdorf ist spartanisch, aber trotzdem wirksam
Und gerade die Art und Weise wie Wildeck am Wochenende geschlagen wurde, lässt den SCS mehr denn je auf den Klassenerhalt hoffen - auch wenn dieser nicht im Ansatz eingeplant ist: "Jedes Jahr Kreisoberliga ist für uns ein Bonusjahr", erzählt SCS-Vorstand Angelo Jost, der dies auch am Sonntag wieder feststellen durfte: "Die Zuschauer sehen das ganz genauso. Das sieht man dann nach dem Spiel, wenn im neuen Clubhaus noch lange zusammen gefeiert wird." Und dabei auch gleich die "Prämie" an die Spieler ausgeschenkt wird: "Zwei Meter Bier und ´ne Runde Aha", wie Jost erklärt: "Mehr gibt es bei uns nicht. Wir können uns einfach auch nicht mehr leisten. Es gibt auch keine Fahrtkosten, auch nicht für einen Johannes Sauerbier, der für die Spiele aus München anreist."
Und deswegen trifft das Musketier-Sprichwort auf den SCS wie auf kaum eine andere Mannschaft zu: "Es geht einfach nur über die Kameradschaft. Einer für alle, alle für einen - das ist der große Vorteil bei uns. Und dann kommen so Spiele wie gegen Wildeck zustande. Da hat die Mannschaft überragend gespielt." Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, riesiger Laufbereitschaft und großem Herzen wurden alle Attribute, die im Klassenkampf von Nöten sind, unter Beweis gestellt - die spielerische Leichtigkeit kam dann auch noch wie von selbst.
Jurca macht den Panenka
Und dazu verwöhnte Bogdan Jurca die Zuschauer auch noch mit seinem zweiten Elfmeter des Spiels zum 2:0, als er den "Panenka" auspackte. Drosch er Strafstoß Nummer eins noch platziert in die Ecke, lupfte er den zweiten im Stile von Antonín Panenka locker lässig in die Tormitte. Jurca ist für Jost der Inbegriff von "gelebter Integration". Vor rund zwei Jahren kam der Rumäne über Stuttgart nach Soisdorf: "Wir haben uns um viel gekümmert. Gerade auch auf den Ämtern. Jetzt hat er eine Ausbildung begonnen. Er selbst hat unglaublich viel dafür getan, dass er sich wohlfühlt, und wir auch. Er spricht mittlerweile auch super deutsch", schwärmt Jost, der dabei auch und gerade den scheidenden Trainer Frank Hohmann lobt.
Und Hohmann soll sich gerne mit dem Klassenerhalt verabschieden, die nächsten zwei Spiele gegen Steinbach II und Rotensee/Wippershain/Schenklengsfeld könnten die wichtigsten des Jahres werden: "Wir wollen die direkten Konkurrenten zumindest auf Distanz halten, vier Punkte wären super", sagt Jost, der nach den jüngsten Erfolgserlebnissen mehr denn je auf ein drittes "Bonusjahr" in der Kreisoberliga Nord hofft.


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