Doppelinterview: Kallée und Weber vorm Kumpelduell
Weber kann den Geldbeutel daheim lassen und sich auf seine Jeans freuen
Kommen wir mal zum Spiel an sich: Was erwartet den HSV beim wiedererstarkten SVA?
Weber: Ich muss ganz klar sagen, wenn ich die einzelnen Spieler durchgehe und an Fabse an der Linie denke, steht Asbach viel, viel schlechter da, als es das Leistungsvermögen der Mannschaft hergibt. Das wird eine richtig schwere Aufgabe für uns. Wir dürfen uns nicht vom Tabellenplatz blenden lassen. Ich muss ehrlich sagen, in Asbach wäre ich mit einem Unentschieden zufrieden.
Und mit dem Unentschieden wärst du auch zufrieden, Fabian?
Kallée: Ja. Über Borussia Fulda brauchen wir nicht zu sprechen und dann führt Hünfeld die Tabelle „Best of the rest“ an. Das ist ein absoluter Hochkaräter. Wir sollten auf keinen Fall Wunderdinge von unseren Jungs erwarten. Wir können nur sagen, dass wir wie in den letzten beiden Spielen – und nur für die kann ich sprechen – alles in die Waagschale werfen werden. Und dann wollen wir natürlich versuchen, etwas mitzunehmen und das fängt bei einem Punkt an. Und wenn es der am Ende wird, dann haben wir sehr viel erreicht. Für uns ist es ein absolutes Bonusspiel.
Fabian, viel hast du nicht verändert, seit du vor drei Wochen von Ante Markesic übernommen hast, dennoch mit zwei äußerst positiven Spielen auf euch aufmerksam gemacht. Was dennoch auffällt, ist deine unglaublich positive Art an der Seitenlinie – gab die den Spielern den notwendigen Schub?
Kallée: Es sollen andere beurteilen, wie da meine Rolle ist – und ob das was geändert hat oder nicht. Es steht mir gar nicht zu, das zu beurteilen. Ich kann immer nur wiederholen, dass der Ante hervorragende Arbeit geleistet hat und die Mannschaft taktisch super geschult hat – das ist sein Verdienst. Und ich möchte mich so einzubringen, wie ich eben auch als Spieler war. Ich versuche positiv auf die Spieler einzuwirken. Und bis jetzt machen es die Jungs hervorragend, deswegen gebührt der Mannschaft das große Kompliment. Gerade wie sie mit der Situation umgegangen ist, dass ein Mannschaftskollege, der in der Vorbereitung noch mit ihr trainiert hat, jetzt das Regiment führt. Das spricht für die Mannschaft, meine Rolle sollen andere beurteilen.
Dominik, bei dir war es zuletzt etwas andersherum, du musstest hadern und die nötige Laufbereitschaft einfordern – wie man beim 4:0-Sieg gegen Dörnberg gesehen hat, mit Erfolg. Die Spieler in Schutz zu nehmen, ist also nicht immer der richtige Weg…
Weber: Die Mannschaft ist noch relativ jung und muss kapieren, dass die Spiele nicht mit 80 Prozent gewonnen werden. Man kann immer mal ein schlechtes Spiel oder einen schlechten Tag haben, aber diese grundlegenden Dinge, die für den Fußball notwendig sind, die kann man jede Woche verlangen. Es war eigentlich schon das Weidenhausen-Spiel ein Schuss vor den Bug, zwar nicht vom Ergebnis her, aber von der Leistung – Ergebnis war dann dieses Unentschieden gegen Mengsberg. Gegen Dörnberg haben sie dann wieder ein anderes Gesicht gezeigt und da hoffe ich einfach, dass das bei den Jungs jetzt in den Köpfen drinnen ist.
Sebastian Schuch (SVA) und Kevin Krieger (HSV) waren beide zur Torgranate der Woche nominiert. Wären das Spieler, die man gerne beide in den eigenen Reihen hätte?
Weber: Der Sebastian hat einen Riesenweg zurückgelegt und hat eine tolle Entwicklung genommen. Von der Präsenz, von der Technik, vom Kopfballspiel. Er ist ein sehr kompletter Spieler, den man natürlich in den eigenen Reihen haben will, aber man kann ja nicht alles haben.
Kallée: Kevin ist ein absoluter Topspieler in der Liga, der jeder Mannschaft gut zu Gesicht stehen würde. Aber ich glaube, von der Sorte hat Hünfeld – wenn ich an Robert Simon oder Niclas Rehm denke – nicht nur einen, sondern die haben vier, fünf und das zeigt auch schon die Machtverhältnisse. Aber wenn ich direkt nach Kevin Krieger gefragt werde: Wer hätte den nicht gerne in seiner Mannschaft?
Autor: Johannes Götze
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