„Geiles Spiel“ geht an FCB – Jemal Kassa verletzt

23. März 2024, 16:00 Uhr

Teuer bezahlt: Jemal Kassa, Hünfelds Toptorjäger, verletzte sich bei seinem Ausgleichstreffer. © Charlie Rolff

Was ein Hessenliga-Topspiel, das Bayern Alzenau nach hochintensiven 90 Minuten gegen den Hünfelder SV mit 3:2 (1:0) für sich entscheiden konnte. Es war rassig, intensiv und Werbung für die Hessenliga.

Vor dem Spieltag verteilten sich die sechs besten Hessenliga-Torschützen auf nur drei Teams und mit Bayern Alzenau, dem Hünfelder SV und Türk Gücü Friedberg stellten diese drei Teams jeweils zwei Spieler. Ergo: In Alzenau trafen echte Torgranaten aufeinander. Mit Jemal Kassa (Hünfeld) und Giuseppe Signorelli (Alzenau) auch die beiden Führenden, die bereits 19-mal getroffen hatten. Marcel Trägler (Hünfeld) und Lukas Fecher (Alzenau) teilen sich Platz fünf mit je 14 Treffern. Dazwischen liegen die Friedberger Toni Reljic (17 Tore) und Noah Michel (16 Tore).

Hessenliga: FCB schlägt HSV nach hochintensivem Spiel

Doch während Alzenau-Trainer Angelo Barletta wiederholt den Luxus gönnte, Stürmer Lukas Fecher auf die Bank zu setzen, zog kurz vor Anpfiff ein Sturm über Alzenau hinweg, ließ direkt neben dem Sportgelände gar einen Baum umstürzen und sorgte für einen rund zehnminütigen verspäteten Anpfiff. Und vom Anpfiff weg suchte Alzenau den Weg nach vorne, hatte in den ersten zehn Minuten eine Reihe an Eckbällen und erste gute Gelegenheiten, doch mit zunehmender Spielzeit stabilisierte sich der HSV und gestaltete das Spiel ausgeglichen. Bitter nur: Kurz vor der Pause rutschte HSV-Innenverteidiger Aaron Gadermann in eine scharfe Hereingabe des Ex-Neuhöfers Younes Djebbari. 1:0 für die Unterfranken zur Pause.

Doch der HSV kam perfekt aus den Startlöchern und traf nach nur 50 Sekunden zum Ausgleich: Maximilian Fröhlich köpfte und Jemal Kassa erzielte seinen 20. Saisontreffer per Abstauber. Doch beim Treffer verletzte sich Hünfelds Spielmacher am Oberschenkel. „Das riecht nach Faserriss, aber wir wissen es noch nicht“, sagte HSV-Coach Johannes Helmke nach Spielende, der insgesamt ein „geiles Spiel“ sah und an der Leistung seines Teams rein gar nichts zu monieren hatte.

Denn gerade in Durchgang zwei war Hünfeld nicht schlechter, vielleicht sogar die bessere Mannschaft, musste aber gleich zwei Foulelfmeter gegen sich hinnehmen, die letztlich spielentscheidend waren und von Djebbari jeweils eiskalt verwandelt worden sind: Beim ersten soll Florian Müller Signorelli elfmeterreif gefoult haben. Der HSV-Anhang schwor Stein und Bein, dass dies nie und nimmer ein Elfmeter hätte nach sich ziehen dürfen. Der zweite Elfmeter war hingegen glasklar, als Ziga in den Strafraum dribbelte und von Gadermann regelwidrig gestoppt worden ist. Zwischenzeitlich hatte der HSV ein zweites Mal ausgleichen können: Kassa-Ersatz Kevin Krieger steckte für Fröhlich durch, dessen Abschluss Linksverteidiger Leon Zöll veredelte.

FCB-Trainer Angelo Barletta war nach dem Spiel „mega zufrieden“ und wünschte dem HSV einen „schönen Mannschaftsabend und viel Erfolg für das kommende Spiel“. Dann trifft der HSV auf Türk Gücü Friedberg und somit einen Aufstiegskonkurrenten der Alzenauer. Auch er wusste, dass sein Team an diesem Tag das glücklichere war.

Die Statistik: FC Bayern Alzenau: Wolpert; Ballmert, Burdenski, Wilke, Bhatti – Ziga – Yildrimoglu (60. Fecher), Garic (88. Cetin), Djebbari (90.+2 Kern), Egri (73. Jürgens) – Signorelli. Hünfelder SV: Kaiser; Vogler (88. Yildiz), Gaderdamm, Budenz, Zöll – Simon, D. Müller – F. Müller (75 Vidovic), Kassa (51. Krieger), Fröhlich – Trägler. Schiedsrichter: Felix Ebert (FSG Kirtorf). Zuschauer: 340. Tore: 1:0 Aaron Gadermann (40., Eigentor), 1:1 Jemal Kassa (46.), 2:1 Younes Djebbari (63., Foulelfmeter), 2:2 Leon Zöll (76.), 3:2 Younes Djebbari (84., Foulelfmeter).

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