Verbandsliga: "Mannschaft hat nicht die nötige Einstellung an den Tag gelegt"
SVA-Kapitän Schuch äußert sich zur Krise
Sebastian Schuch (rechts, gelbes Trikot) und der SVA Bad Hersfeld sind im Abstiegskampf angekommen. Foto: Charlie Rolff
45 Minuten lang dominierte Tabellenführer Borussia Fulda den SVA Bad Hersfeld nach Belieben und spielte ein beeindruckendes Pressing. Sechs Gegentore im zweiten Spielabschnitt und eine absolut verdiente 0:7-Pleite waren letztlich die Folgen. Dabei hielten die Festspielstädter in der ersten Halbzeit noch gut dagegen, brachen mit dem 0:2 von Roman Schad (50.) kurz nach der Pause dann aber völlig ein. "Wir haben auch in der Höhe leider absolut verdient verloren. Nach so einer Vorstellung muss sich die ganze Mannschaft hinterfragen, ob jeder in diesem Spiel alles gegeben hat. Gerade im zweiten Spielabschnitt haben wir einfach nicht die nötige Einstellung an den Tag gelegt", findet Asbach-Kapitän Sebastian Schuch deutliche Worte zur Pleite in der Johannisau.
"Uns hat der Derbycharakter gefehlt"
Gerade in den Derbys gab der SVA bislang eine alles andere als glückliche Figur ab. Keines der sechs bisherigen osthessischen Duelle konnte Bad Hersfeld gewinnen - lediglich beim 1:1 gegen den SV Steinbach vor zweieinhalb Wochen ging die Mannschaft von Trainer Ante Markesic nicht als Verlierer vom Feld. "Die osthessischen Teams dominieren die Liga, mit ihnen dürfen wir uns nicht messen. Dennoch haben wir in diesen Spielen nicht immer den nötigen Derbycharakter gezeigt, um so ein Spiel auch einmal zu gewinnen oder zumindest einen Punkt mitzunehmen", erläutert der 26-Jährige, der den Abstiegskampf mit dem SVA angenommen hat. Denn inzwischen trennt den Tabellenelften nur noch zwei Zähler vom ersten Abstiegsrang (Platz 13) - dabei hat Asbach bereits zwei Spiele mehr als die direkte Konkurrenz absolviert. "Wenn wir auf die Tabelle schauen, dann wissen wir, welche Stunde geschlagen hat. Ganz klar: Wir sind mit der sportlichen Situation natürlich unzufrieden. Dennoch bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass wir uns aus der Abstiegszone befreien können. Es sind noch genügend Spiele und wir haben alles in der eigenen Hand", so der Spielführer.
In der Offensive klemmt es
Doch dafür muss mal wieder ein Spiel gewonnen werden. Der Grund liegt auf der Hand: In der Offensive klemmte es zuletzt, nur drei Tore in den letzten sieben Spielen. Noch deutlicher wird die Misere bei einem Blick auf die interne Torschützenliste. Dort finden sich mit Schuch (12 Tore) und Fabian Kallée (5) nämlich nur zwei Spieler wieder, die mehr als zwei Treffer erzielen konnten. "Insgesamt sind wir derzeit als Mannschaft einfach zu ungefährlich. Fabian fehlt einfach das nötige Glück in seinen Aktionen. Gepaart mit individuellen Fehlern in der Defensive ist es dann natürlich ganz schwierig, die nötigen Punkte zu holen", weiß Schuch.
"Die Hessenliga hat seinen Reiz"
Dennoch habe sich am Saisonziel, einem Platz im gesicherten Mittelfeld, nichts verändert. "Die Mannschaft hat sowohl in der vergangenen Saison als auch zum Rundenauftakt gezeigt, wozu sie in der Lage ist. Da standen wir in der Defensive sehr gut und belohnten uns auch mit den nötigen Punkten. Sicherlich würden uns eins, zwei neue Spieler zur Winterpause sehr gut zu Gesicht stehen, aber wir haben auch so die nötige Qualität zum Klassenerhalt." Eine Diskussion um Trainer Ante Markesic will der Mannschaftskapitän nicht aufkommen lassen. "Das Verhältnis zu Ante ist nach wie vor hervorragend, er ist ein super Trainer. Die Mannschaft steht weiterhin voll hinter ihm", verdeutlicht der 12-Tore-Mann, der sich vorstellen kann, noch einmal eine Liga höher anzugreifen. "Aktuell liegt mein ganzer Fokus natürlich auf den SVA. Trotzdem hat die Hessenliga aber natürlich immer seinen Reiz. Auch einer neuen sportlichen Herausforderung bin ich nicht abgeneigt, aber das ist Zukunftsmusik", so Schuch.


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